Kultur und Schule

Die Kinder sind stolz, was sie schon können

Heike Finke lässt die Kinder tanzen – und Lucia, Waris, Tobias, Nele, Maira, Mayleen und Sophie machen gerne mit (von links).
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Heike Finke lässt die Kinder tanzen – und Lucia, Waris, Tobias, Nele, Maira, Mayleen und Sophie machen gerne mit (von links).
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Montanusgrundschule führt Tanz-Projekt mit Kindern durch.

Von Susanne Koch

Burscheid. „Erinnert ihr euch noch daran, wie es am Anfang war, als ihr die Blatt-Übungen durchgeführt habt?“, fragt die Tanzpädagogin Heike Finke. Fünf Mädchen und ein Junge sitzen mit ihr auf dem Boden der Turnhalle. „Die Blätter sind Euch immer hingefallen, ihr konntet die Übungen gar nicht zu Ende durchführen – und heute?“

Heute sieht es so aus, als ob die blauen Din-A-5-Blätter (fast) an den Händen der Kinder kleben bleiben. Sie drehen sich, wirbeln herum, führen die Arme in Wellenbewegungen rauf und runter. Manchmal segelt ein Blatt auf den Boden. Aber eben nur noch manchmal. „Da seht ihr, was ihr bereits könnt, welche Körperbeherrschung ihr dazu gewonnen habt.“

„Ich habe Frau Finke kennengelernt und direkt festgestellt, mit ihr können wir das Projekt durchziehen“, sagt Claudia Zimmermann, Schulleiterin der Montanusgrundschule an der Höhestraße. „Wir passten mit dem, was wir für die Kinder wollen, direkt zusammen.“ Also setzten sich Finke, die auch Diplom-Sozialpädagogin ist, und Grundschulleiterin Claudia Zimmermann zusammen und stellten im Frühjahr den Förderantrag für das Projekt „Kultur und Schule“ im Rheinisch-Bergischen Kreis.

„Und wir haben zum Glück den Antrag bewilligt bekommen“, sagt Claudia Zimmermann immer noch froh. „Schülerinnen und Schüler aus den ersten und zweiten sowie aus dem dritten und vierten Schuljahr werden davon profitieren“, sagt sie. „Jetzt ist erst einmal die Gruppe aus den dritten und vierten Schuljahren dran.“

Die Zeit des Tanzprojekts ist so gelegt, dass die Kinder ihre Hausaufgaben im Offenen Ganztag bereits gemacht haben. „Und das nächste Mal zieht Ihr euch bitte alle Sportkleidung an“, sagt Heike Finke zu den Kindern. „Das ist dann ein wirklicher Bruch zu dem, was ihr vorher gemacht habt, und ihr seid bequem fürs Tanzen gekleidet.“

Die Mädchen und der Junge stellen sich zum Stück „Dance Monkey“ so auf, wie sie es bereits in den Wochen davor erarbeitet haben. Und dann geht es los, richtig professionell sieht es aus, wie sie im Rhythmus der Melodie ihre Schritte gehen, tipp rechts, tipp links, tipp rechts, nach vorne, nach hinten und wieder nach vorne.

„Uns war es wichtig, Kinder auszusuchen, die aus anderen Kulturen kommen, die teilweise der deutschen Sprache noch nicht so mächtig sind“, sagt Claudia Zimmermann. „Hier können sie durch ihre Bewegungen zeigen, was sie alles können“, sagt sie. „Es geht uns darum, die Kinder stark zu machen, sie resilient werden zu lassen.“ Und das sei mit so einem Tanzprojekt sehr gut zu gestalten.“

In dem Projekt geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler vielfältige Zugänge zum Tanzen bekommen sollen, um ihre motorischen, emotionalen, sprachlichen und sozialen Kompetenzen weiter zu entwickeln. „Ausgehend von einfachen Tanzelementen zu Begriffen aus Geschichten und zu Bildern werden die Kinder im mitvollziehenden Lernen spielerisch ins Tanzen kommen“, sagt Heike Finke. „Durch weiteres Ausdifferenzieren der Tanzelemente werden sie zu einer künstlerischen Tanzform herangeführt.“

„Dance Monkey“ wird auch in der nächsten Woche wieder auf dem Plan stehen. „Wir werden den Tanz noch weiter ausdifferenzieren“, sagt die Tanzpädagogin. „Und wir werden neue Elemente hinzufügen.“

Der Tanzpädagogin ist es wichtig, dass die Kinder mitvollziehen können, was sie machen. „Das eigenaktive Lernen und Erleben sind dabei wesentliche Bestandteile des tanzkünstlerischen Prozesses.“ Die Gruppe der Dritt- und Viertklässlerinnen und -klässler wird noch bis Januar einmal die Woche zusammenkommen, um gemeinsam zu tanzen, zu gestalten und neue kreative Projekte zu entwickeln. Der Zuschauer sieht: „Spaß macht es allen, und alle sind gerne dabei.“

Hintergrund

Aktuell besuchen etwa 300 Schülerinnen und Schüler die Schule, die in 13 Klassen jahrgangsbezogen unterrichtet werden. Im Jahrgang eins ist die Schule vierzügig, in den Jahrgängen zwei bis vier dreizügig. Es arbeiten an der Montanusschule neben der Schulleiterin ca. 25 Lehrerinnen, darunter zwei Lehrkräfte für Sonderpädagogik. Darüber hinaus gibt es eine Sozialpädagogin, die insbesondere in der Schuleingangsphase tätig ist.

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