Verein „Hilgen lebt“

Der Raiffeisenplatz hat nun einen Stromanschluss

Von links: Norbert Hammerschmidt, Waltraud Küpper und Jürgen Krug nehmen „ihren“ grauen Kasten in die Mitte.
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Von links: Norbert Hammerschmidt, Waltraud Küpper und Jürgen Krug nehmen „ihren“ grauen Kasten in die Mitte.

Verein „Hilgen lebt“ freut sich über erfolgreiche Baumaßnahme und hofft auf Realisierung des Brunnenfests.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Justus und Xaver haben keine Schule. Corona. Die Lehrerin ist in Quarantäne. Kurz entschlossen hat die Oma die beiden achtjährigen Zwillinge mitgenommen. „Wir machen heute Sachkunde“, kündigt sie an. Und wenn die Oma Waltraud Küpper heißt, bedeutet das: Die Sachkunde hat als Schwerpunkt natürlich Hilgen. „Da war euer Urgroßvater lange Jahre Brandmeister“, zeigt sie auf die Feuerwehrwache an der B 51. Doch eigentlich will die Vorsitzende des Initiativkreises „Hilgen lebt“ den Raiffeisenplatz in den Mittelpunkt stellen. Plus einen grauen unscheinbaren Kasten, der nun der ganze Stolz des Vereins ist. Extra sind vom Vorstand dazu auch Norbert Hammerschmidt und Jürgen Krug gekommen. Denn: Der Raiffeisenplatz hat nun Strom.

Den Anstoß dazu hat das Brunnenfest gegeben. Hilgens Aushängeschild. Das Fest, bei dem das „Dorf“ zusammenkommt. Und dass sich bereits schon einmal neu erfinden musste, nachdem die Fläche direkt am Brunnen nicht mehr zur Verfügung stand. 2019 feierte man das erste Mal auf dem Raiffeisenplatz. Zuerst mit Skepsis, dann mit Begeisterung. „Ein Traum“, erinnert sich Norbert Hammerschmidt. „Das Wetter hat mitgespielt. Es herrschte geradezu Festivalatmosphäre.“

Aber es war eben auch eine „unheimliche Kraftanstrengung“, die Waltraud Küpper nicht verschweigt. „Wir hatten keinen Strom und kein Wasser.“ Der Verein habe dann in Richtung Stadt signalisiert, dass man gern weitermachen wolle – dafür aber dringend einen Stromanschluss brauche. Die Verwaltung reagierte positiv, half bei Antragstellung aus dem Verfügungsfonds und hatte sogar eine freudige Überraschung parat: „Hier drunter lagen schon Leerrohre“, verrät Norbert Hammerschmidt und tippt auf den Parkplatzasphalt.

Heißt: Es mussten nur noch die Kabel gezogen werden. Dazu stießen Belkaw und Energieversorgung Leverkusen hinzu, die quasi nur ein kleines Loch ausheben mussten. Auf rund 5500 Euro beziffert der Verein die Kosten, von denen er die Hälfte beisteuern musste. „Da hat dann die Burscheid-Stiftung mitgeholfen“, sagt Waltraud Küpper. Nun steht der Stromkasten (auf städtischem Gelände) und gehört künftig dem Verein, dem auch die Wartung obliegt.

Ungefähr ein Jahr sei von der ersten Planung bis zur Umsetzung verstrichen, schätzt Norbert Hammerschmidt. Aber was ist schon Zeit in diesen Tagen? Dem großen Erfolg des Brunnenfests 2019 folgte erstmal – nichts. Aus den bekannten Gründen. Nun aber, mit Stromanschluss, schmiedet „Hilgen lebt“ eifrig Pläne. Der Termin fürs Brunnenfest steht schon, wie immer das letzte Juni-Wochenende, das in diesem Jahr auf den 25. und 26. Juni fällt. „Wir bereiten alles vor, inklusive aller denkbaren Beschränkungen und Kontrollen“, sagt Jürgen Krug.

Ein Traum. Es herrschte Festivalatmosphäre.

Norbert Hammerschmidt über das letzte Brunnenfest

Dazu stimmt sich der Verein eng mit der Stadt, dem Mitveranstalter, ab. Eine Begehung vor Ort ist geplant. Überhaupt sind die Hilgener des Lobes voll über diese Zusammenarbeit: „Wir werden immer gefragt und ins Boot geholt“, sagt Waltraud Küpper.

Und auch das Brunnenfest lebt vom Miteinander: Der Schützenverein Hilgen zählt ebenso zu den verlässlichen Stützen wie die Freie evangelische Gemeinde Hilgen. „Das ist keine kommerzielle Geschichte“, sagt Norbert Hammerschmidt über das Fest. Es gehe um das Einander-Sehen, Einander-Wiederbegegnen – samstags mit Band und Bühnenmusik, sonntags familiär. „2019 sind viele junge Leute gekommen; das hat uns sehr gefreut“, schildert Norbert Hammerschmidt.

Im Vorfeld schreibt Waltraud Küpper Vereine, Kindergärten und Schulen an: Ob sie mitmachen und ihre Stände aufbauen wollen? „Ich glaube, der Bedarf ist da“, ist Küpper überzeugt. Vonseiten derjenigen, die sich engagieren, etwas tun; vonseiten der Besucher und Besucherinnen, Gemeinschaftsgefühl und Fest genießen zu wollen.

Und der Verein hat noch mehr auf dem Schirm. Wie das Maibaumsetzen. „Es wäre schön, das wieder ein bisschen feiern zu können und nicht nur danebenzustehen und die flatternden Bänder anzusehen“, sagt Waltraud Küpper. Auch Nikolausmarkt und Martinsumzug sind Eckpunkte, auf deren Realisierung „Hilgen lebt“ hofft.

Fest steht, dank Strom, aber bereits: „Wir haben viele kleine Dinge im Kopf. Mal eine Kaffeetafel, mal ein Waffelessen. Und alles spontan hier auf dem Platz“, sagt Waltraud Küpper. Der graue stille Kasten im Hintergrund macht’s möglich.

Hintergrund

Mit der Wiederherstellung des Hilgener Brunnens im Jahre 2008 erhielt Burscheid ein Stück seiner Geschichte zurück. Der ursprüngliche Brunnen, der an der Ecke Kölner Straße / Witzheldener Straße stand, wurde von Otto Kraus nach dem 1. Weltkrieg als Ziehbrunnen erbaut. Er hat die Menschen der anliegenden Wohnungen über viele Jahre mit sauberem Trinkwasser versorgt. Schließlich musste der Brunnen dem Ausbau der Witzheldener Straße weichen. 2008 wurde der Ziehbrunnen dann wiederhergestellt und das erste Brunnenfest gefeiert. 2019 zog man an den Raiffeisenplatz um und feierte das bislang letzte Brunnenfest.

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