Der Mond schiebt sich teilweise vor die Sonne

Das Foto entstand bei der Sonnenfinsternis am 20. März 2015. Foto: Peter Stolzen
+
Das Foto entstand bei der Sonnenfinsternis am 20. März 2015.

Auch in Burscheid kann heute ein spektakuläres Himmelsereignis beobachtet werden – Stromerzeuger sprechen von einem Stresstest

Von Peter Klohs und Markus Schumacher

Eines der spektakulärsten Himmelsereignisse ist seit Menschengedenken eine Sonnenfinsternis. Wie Peter Stolzen, Mitarbeiter des Astronomischen Vereins in Remscheid, erläutert, steht die nächste unmittelbar bevor, wenn auch eine vergleichsweise bescheidene. Am heutigen Donnerstag wird es eine partielle Sonnenfinsternis geben, die auch von Burscheid aus gut zu beobachten sein wird, gutes Wetter vorausgesetzt.

Um 11.23 Uhr beginnt der Mond sich teilweise zwischen die Sonne und die Erde zu schieben. Um 12.25 Uhr wird der Höhepunkt der diesjährigen Sonnenfinsternis erreicht sein. Zu diesem Zeitpunkt sind 14 Prozent der Sonnenoberfläche vom Mond bedeckt, die somit aussieht wie angeknabbert, als habe der Mond in einen Keks gebissen. Das Ende des Spektakels ist für 13.30 Uhr errechnet worden.

In Norditalien guckt man heute in die Röhre

„Die Sonnenfinsternis ist auf Nordeuropa beschränkt“, berichtet Stolzen: „In Skandinavien wird eine ringförmige Sonnenfinsternis zu beobachten sein, ein sogenannter Feuerring. Bereits in Österreich wird es mit der Beobachtung schwieriger, in Norditalien sieht man nichts davon.“

Peter Stolzen legt großen Wert auf den Hinweis, unter keinen Umständen mit ungeschützten Augen in die Sonne zu blicken. „Das kann massive Verletzungen der Hornhaut bedeuten“, sagt der Astronom, „im extremen Fall auch zu Blindheit führen.“ Er empfiehlt den Gebrauch einer Sonnenfinsternisbrille.

„Nach einigen mauen Jahren für die Astronomen steht jetzt eine sehr ergiebige Zeit an“, freut sich Stolzen. In den nächsten sechs Jahren wird sich fünf Mal die Sonne verfinstern, am deutlichsten sicher am 12. August 2026, wenn von Westdeutschland aus betrachtet 90 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt sein wird. Stolzen erwägt, zu diesem Anlass nach Nordspanien zu reisen, wo er eine totale Finsternis beobachten kann.

Leider ist die Remscheider Sternwarte im Bismarckturm noch wegen Corona geschlossen. Die Planung des Astronomischen Vereins geht von ersten Sternenwanderungen im Laufe des Septembers aus. Zurzeit kann man bis zum 15. Juli mit etwas Glück leuchtende Nachtwolken (NLC) beobachten. Auch das Sternbild Skorpion ist am südlichen Nachthimmel gut zu sehen.

Weniger begeistert von dem Spektakel ist der Energieversorger BEW. Denn: „Für diese Sonnenfinsternis müssen die vorgelagerten Netzbetreiber kurzfristig Strom zur Verfügung stellen für das Stromnetz der BEW Netze, denn dann fallen die rund 1528 Photovoltaikanlagen in unserem Versorgungsgebiet fast schlagartig für eine Weile aus“, erklärt Pressereferentin Sonja Gerrath. Und die Stromversorgung sei nur stabil, wenn verfügbarer Strom und Bedarf im Gleichgewicht seien.

Die BEW Netze, andere Verteilnetzbetreiber und vor allem die großen Übertragungsnetzbetreiber hätten sich auf die partielle Sonnenfinsternis aber gut vorbereitet. Je nach Wetterlage könne eine Einspeisung der Photovoltaikanlagen in Deutschland bis zu 4 GW möglich sein. „Sie ist ein Stresstest für die Versorgungsqualität“, erklärt Mathias Wiemer, Prokurist der BEW Netze, „mit fortschreitender Energiewende und wachsender Zahl an dezentralen Anlagen, die aus erneuerbaren Energien Strom erzeugen, steigen die Herausforderungen für die Netzsteuerung und an die Leistungsfähigkeit der Stromnetze.“ Da sich das Naturangebot nun mal nicht nach dem Bedarf richte, müssten die Übertragungsnetzbetreiber je nach Situation entweder durch Zukauf von Strom oder durch Speicherung beziehungsweise Verkauf von Übermengen für Ausgleich sorgen. Das sei auch der Hauptgrund für den Smart-Meter-Rollout, also den Einbau von modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen bei Verbrauchern. Erzeugungsanlagen und größere Geschäftskunden seien damit bereits ausgestattet.

Die BEW verfügten über ein modernes und leistungsstarkes, zukunftsfähiges Stromnetz. „Trotz des massiven Zubaus an regenerativen Erzeugungsanlagen wird weiterhin eine Reserve an konventionellen Anlagen – wie schnellen Gasturbinen-Kraftwerken – erforderlich sein, um die hohe Versorgungssicherheit zu halten.“

Hintergrund

Wer beabsichtigt, eine Photovoltaikanlage oder eine andere Erzeugungsanlage zu errichten wendet sich für eine individuelle Beratung an einen Fachbetrieb seiner Wahl, zweckmäßigerweise einem Elektroinstallationsbetrieb. Viele Informationen gibt es bei der Belkaw GmbH.

www.belkaw.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Bergischer Feierabendmarkt in Burscheid
Bergischer Feierabendmarkt in Burscheid
Bergischer Feierabendmarkt in Burscheid
Bergischer Feierabendmarkt feiert seine Premiere in Burscheid
Bergischer Feierabendmarkt feiert seine Premiere in Burscheid
Bergischer Feierabendmarkt feiert seine Premiere in Burscheid
Burscheid hat einen neuen Mietspiegel
Burscheid hat einen neuen Mietspiegel
Burscheid hat einen neuen Mietspiegel
Der Spargel mag es warm und sandig
Der Spargel mag es warm und sandig
Der Spargel mag es warm und sandig

Kommentare