Lambertsmühle

Der Kräutergarten ist eine Apotheke

Klare Legrange (li.) und Beate Lentzen (re.) im Kräutergarten der Lambertsmühle.
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Klare Legrange (li.) und Beate Lentzen (re.) im Kräutergarten der Lambertsmühle.

Im Bauerngarten der Lambertsmühle kann man viele Heilpflanzen finden.

Von Ursula Hellmann

Burscheid. Herbstzeit – Erntezeit! Weizen, Mais, Kürbis, Obst – die Felder und Bäume sind leer. Von all den fleißigen Helferinnen im Bauerngarten Lambertsmühle waren am Mittwochvormittag um 9 Uhr Beate Lentzen und Kläre Legrange bereit, Hände und Werkzeug einzusetzen.

Gibt es denn jetzt noch etwas zu ordnen und Frisches, Vitaminreiches, zu ernten? Im Jahr 1843 wurde eine Frucht sogar mit lyrischen Worten beschrieben. Heinrich Hoffmann von Fallersleben schrieb für Kinder das anschaulich-romantische Gedicht über das Männlein im Walde mit dem purpurroten Mantel und dem schwarzen Hut. Wer mag das Männlein sein?

Als Salben, Aufgüsse oder Tee helfen Kräuter gegen so einiges

Im Oktober sind die meisten Rosen verblüht, und zwischen den stacheligen Zweigen der stolzen Blüten leuchten ovale, grellrote Tropfen. Sie sehen einem vornehm gekleideten Zwerg wirklich ähnlich: die Hagebutten. Wie kamen sie zu ihrem Namen? Hag ist ein altes Wort für Hecke und Butte ein altes Wort für ein rundes Gefäß, das im Fall der Hagebutte mit vielen kleinen Nüsschen gefüllt ist. Der Vitamin-C-Gehalt dieser Rosensamen-Kapseln ist viermal höher als in Zitronen. Am einfachsten lassen sich die „Männlein“ zu Fruchtmus verarbeiten:

Weichkochen in Zuckerwasser, durchpassieren – fertig ist der leckere Brotaufstrich.

Für etwas andere Zwecke ist die „Schwester“ dieses Rosengewächses bekannt: der Weißdorn. Im Frühjahr einer der ersten Hochsträucher mit schneeweißer Blütenpracht, und am Sommerende sind die kleinen, apfelförmigen Früchte willkommene Vogelnahrung. Wer einer Herzerkrankung vorbeugen möchte, bevorzugt Arzneimittel mit Weißdorn-Extrakt. Wie sich das herzstärkende Mittel aus Weißdornblättern selbst herstellen lässt, ist nur noch wenigen Haushaltungen bekannt. Dabei setzte bereits Julius Cäsar Weißdornhecken unter anderem als effektiven Windschutz in der Landschaft ein.

Wer sich getraut hat, von ländlichen Wiesenrändern frisch nachgewachsene Brennnessel zu pflücken, wird sie vielleicht als Spinat zubereitet haben. Als Salatzutat oder als Tee sind dagegen Bärlauch und Gundermann-Blätter hier und da noch bekannt. Bärlauchblätter verwendet Beate Lentzen sogar als Zutat für eine wirksame Salbe gegen Verstauchung bei Pferden – und Menschen! Gibt es außer den üblichen Kräutern, wie Minze, Salbei oder Rosmarin, eine außergewöhnliche Pflanze im Bauerngarten der Lambertsmühle? Auf einem Beet von etwa sechs Quadratmetern haben sich breite Blätter niedergelassen, die kaum jemand kennt. Beate Lentzen und Kläre Legrange setzten an diesem kühlen Arbeitsmittwoch Spaten und Hacke ein. Mit voller Muskelkraft schafften sie es, ein Stück vom starken Wurzelstock der Alant-Pflanze abzutrennen. Legrange: „Ich kann bestätigen, dass Tee-Aufgüsse vom Pulver der Alant-Wurzel gegen Verschleimungen aller Art helfen.“

Beheimatet im östlichen Kaukakus war Alant im gesamten Mittelalter mit bis zu zwei Meter Wuchshöhe eine hochgeschätzte Heilpflanze bei Husten, chronischer Bronchitis oder Asthma, bei Problemen mit der Leber und Fettverbrennung, da die Bitterstoffe der Wurzel den Gallenfluss anregen. Bis der erste Frost alles stilllegt, haben im Bauerngarten die Ringelblumen eine zweite Blüte nachgelegt. Auch diese heimischen Schönheiten bieten sich an als schmackhafte Rohkost an – in Smoothie und Salat.

Lambertsmühle

Es bleibt noch viel mehr bei der Lambertsmühle zu entdecken – wer über Nutzen und Nutzung heimischer Wildpflanzen mehr wissen möchte – Infomaterial gibt‘s reichlich! Aber auch die Mühlenimkerei oder die alte Weberei. Mehr Informationen finden Sie unter

lambertsmühle-burscheid.de

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