Der Euro besiegelte vor 20 Jahren das Ende der D-Mark

Das Euro-Zeichen steht vor dem ehemaligen Gebäude der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Fotos: Leon Hohmann
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Das Euro-Zeichen steht vor dem ehemaligen Gebäude der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

In vielen Haushalten gibt es noch Scheine und Münzgeld – Manche haben mittlerweile Sammlerwert

Von Ursula Hellmann

Fünfzig Jahre war die harte Deutsche Mark das Aushängeschild der westeuropäischen Handelsmetropolen! Die runde fünfzig trifft’s nicht ganz exakt – der Startschuss für ihren Nachfolger fiel bereits ein halbes Jahr vor dem runden Jubiläum.

Die Scheine und Münzen der D-Mark gingen ab dem 21. Juni 1948 über die Theken der Händler und lösten auf großen wie kleinen Konten die Zahlenwerte der Reichsmark ab. Aber auch deren Geschichte hatte bereits Höhen und Tiefen.

Am 15. November 1923 wurde die „Hyper-Inflation“ durch die Einrichtung einer Übergangswährung – der Rentenmark – gestoppt. Zu ihrer Sicherung war eine „unabhängige Rentenbank“ geschaffen worden. Die spektakulären finanztechnischen Risiken führten wirklich dazu, dass sich Banken, Handel und Gewerbe freiwillig auf drastische Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen einließen. Daher blieb die quasi „privatwirtschaftliche Parallelwährung“ bis 1948 stabil und konnte zusammen mit den noch im Umlauf befindlichen Reichsmarkzahlungsmitteln in das endgültig erstellte Reichsmark-System einfließen.

Reichsmark und ihr Kaufwert: Interessant sieht der Vergleich zwischen Kaufkraft von der Reichsmark zum heutigen Euro aus: In den Jahren von 1924 bis 1937 hielt sich die Kaufkraft der Reichsmark auf etwa vier Euro.

In den ersten Jahren gab es 5- und 10-Pfennig-Scheine

Als im August 1948 der Wechsel von Reichsmark zu Deutscher Mark real wurde, galt ein Wechselkurs von zehn Reichsmark zu einer neuen Deutschen Mark. Inhaber großer Bankkonten, mit vor dem Währungsdatum abgeschlossenen Verbindlichkeiten, die über den Kreditrahmen des Unternehmens hinausgingen, konnten Ausgleichsförderungen bei Regierungsstellen beantragen. Im ersten Jahr nach der Umstellung auf D-Mark gab es sogar papierene Blättchen mit einem Zahlwert von fünf oder zehn Pfennig!

Solange, bis es möglich war, solche Minimal-Zahlungsmittel in Form von Münzen zu prägen. Ja, es gibt noch Senioren, in deren Sammelbehältern sich solche Raritäten befinden. Wirtschaftswunderzeit, das war die D-Mark-Zeit! Nun hat auch diese kernige, handzahme Währung ihre hohe Zeit schon einige Jahre hinter sich.

Währung ist vielen Menschen noch gut im Gedächtnis

Dass sie im Gefühl und im Gedächtnis noch eine leuchtende Spur hinter sich her zieht, kommt in manchen Gesprächen im sogenannten einfachen Volk sogar heute noch hier und da an die Oberfläche. Als Großmutter Jacobs noch lebte, fand sie zum Beispiel für einen niedlichen Babypopo die unmissverständliche Beschreibung: Welch ein süßes Zweipfennigsbrötchen!

An der Supermarktkasse stand vor Kurzem die alte Dame Roswitha Dymmel und entschuldigte ihre umständliche Suche in ihrem Geldbeutel mit: „Ich dachte, ich hätte noch einen Groschen gehabt, aber dann muss ich wohl doch den Fünfmarkschein wechseln lassen.“

Ade, D-Mark! Willkommen Euro! Obwohl in Privathäusern bis zum heutigen Tag noch Geldscheine und Münzen im Nennwert von ehemaligem Millionenvermögen aufbewahrt werden, spielen sie im gesamten Zahlungsverkehr keine Rolle mehr. Wer mag, kann seine nostalgischen Schätze auch eins-zu-eins umtauschen. Ob sich unter den gesammelten Stücken aber eine Sonderausgabe mit höheren Sammlerwert versteckt? Das ist Glückssache. Wird der seit zwanzig Jahren im Geldkreislauf befindliche Euro wenigstens von den jungen Europäern vorbehaltlos geliebt?

Hintergrund

Die Umstellung von der D-Mark hin zur europäischen Währung Euro erfolgte in mehreren Schritten. Zunächst wurde 1999 das Buchgeld eingeführt. Am 1. Januar 2002 – also vor 20 Jahren – startete dann die Ausgabe des Bargelds an die Endverbraucher. Offiziell kann mit der D-Mark nicht mehr bezahlt werden.

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