Das Tröpfchen-Modell gegen eifriges Gießen

Warum blühen die Ampeln in Wermelskirchen so schön, und die in Burscheid sind schon teilweise vertrocknet?

Diese beiden Blumen-Ampeln vor dem Burscheider Rathaus blühen prächtig.
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Diese beiden Blumen-Ampeln vor dem Burscheider Rathaus blühen prächtig.
  • Susanne Koch
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Leserin stellt einen Vergleich zwischen Burscheider Blumen-Ampeln und den Wermelskirchenern Ampeln an.

Von Susanne Koch

Burscheid. In Burscheid lassen einige der Pflanzen in den Blumen-Ampeln schon die Köpfe hängen, sie sehen richtig vertrocknet aus, während die auf der anderen Seite derselben Ampel immer noch voll im Saft stehen. „Warum nur blühen die Ampeln in Wermelskirchen so schön, und die in Burscheid sind schon teilweise vertrocknet?“, fragt eine Leserin aus Burscheid, die bei einem Besuch den Unterschied sah.

20 Ampeln sind im Stadtgebiet von Burscheid aufgehängt, vorm Haus der Kunst, vorm Rathaus, vor Federal Mogul und noch an anderen gut sichtbaren Orten. „2003 zu unserem 100-jährigen Vereins-Jubiläum sind dazu zehn Masten aufgestellt worden“, sagt Wolfgang Fuhrbach, der Kassenwart des Obst- und Gartenbauvereins, der die Pflege der Blumen-Ampeln übernommen hat. „Und seitdem werden Jahr für Jahr die Ampeln aufgehängt.“

Dieser junge Mann gießt die Blumen in den Ampeln.

Der Gartenbaubetrieb Steinbach bepflanzt jedes Frühjahr die Ampeln, düngt sie und hängt sie auf. „Bewässern —das machen wir mit einem ausgefeilten System“, sagt Wolfgang Fuhrbach. „Und zwar legen wir kleine Schläuche in die Ampeln, von Häusern, deren Inhaber sich dazu bereit erklärt haben. Sie werden feinjustiert und anschließend werden die Pflanzen mit kleinen Tröpfchen regelmäßig bewässert.“ Er und zwei weitere Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins kümmern sich um die Blumen-Ampeln, kontrollieren sie und zupfen vertrocknete Blätter weg. Das Bewässerungssystem muss allerdings bei einigen Ampeln nur teilweise funktioniert haben, oder die gepflanzten Blumen sind sehr hitzeanfällig. Wolfgang Fuhrbach ist froh, dass das im Großen und Ganzen gut funktioniert. „Die Petunien sind dieses Jahr toll aufgegangen.“

Wermelskirchen hat ein anderes System. „Wir haben – wegen des großen Erfolgs im vergangenen Jahr und weil Dhünner und Dabringhauser uns auch auf Blumen-Ampeln angesprochen haben – dieses Jahr schon 80 Blumen-Ampeln gehängt, 50 in der Innenstadt, der Rest in den anderen beiden Stadtteilen“, sagt André Frowein, der Vorsitzende des Marketingvereins WiW. „Wermelskirchen ist jetzt schon in der dritten Saison. Wir haben für die Aktion Sponsoren, bzw. Patinnen und Paten gesucht, die einen Jahresbetrag zahlen. Das sind rund 250 Euro.“

Blumen-Ampeln vor dem Rathaus an der Höhestraße. Bei der linken funktioniert die Bewässerung nicht.

Die Patinnen und Paten sind Einzelpersonen, Hausgemeinschaften, dies sich den Betrag teilen, Vereine und Initiativen. „In dem Betrag sind die Bepflanzung der Blumen-Ampeln enthalten, die wöchentliche Pflege sowie das Gießen – von Anfang Mai bis Mitte Oktober.“

Van den Berg pflegt die Blumenampeln

Das niederländische Unternehmen van den Berg hat die Aufgabe übernommen. „Sie haben einen Pritschenwagen mit Wasserbehälter gekauft und fahren dann von hier aus die Städte an, in denen sie die Blumen-Ampeln gießen.“ „Das passiert jetzt bei der Trockenheit mindestens zwei Mal in der Woche“, sagt Sylvia Mundstock, Geschäftsführerin des Marketingvereins WiW ergänzend. André Frowein erzählt, dass er jüngst eine tolle Resonanz auf die Blumen-Ampel-Aktion bekommen habe. „Eine Bürgerin sagte mir, dass sie die Blumen-Ampeln am Deutschen Eck in Koblenz entdeckt habe.“ Die seien aber lange nicht so schön, wie die in Wermelskirchen, war ihr Fazit. „Es ist doch immer schön, eine positive Rückmeldung zu bekommen“, sagt der Vorsitzende darauf.

Die Blumen-Ampeln in Wermelskirchen werden derzeit zwei Mal pro Woche gegossen.

WiW-Geschäftsführerin Sylvia Mundstock erklärt noch: „Dieses Jahr sind es Geranien, Petunien und Bidens, die gepflanzt wurden. Und das Gute ist, dass der Gartenbaubetrieb, der die Aufgabe übernommen hat, ohne Probleme eine Schale ausgetauscht hat, die nicht angegangen war.“

Tröpfchenanlage

Ein offensichtlicher Vorteil ist die Einsparung von Wasser durch exakte Aufbringung des Wassers unter Vermeidung von Verdunstungsverlusten. Wassereinsparung bedeutet meist auch Kosteneinsparung. Tropfbewässerungen sind in der Anschaffung kostenintensiver als andere Systeme, was jedoch schnell durch die Einsparung von Wasser kompensiert wird. Mitunter ist ein wirtschaftlicher Anbau nur mit Tröpfchenbewässerung möglich. Nachteilig ist bei dem System, dass die Tropfer verstopfen können.

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