Das größte Bild Burscheids wächst weiter

Bietet mit dem Megafon-Team derzeit digitale Aktionen an: Marc Munz.Archivfoto: Nadja Lehmann
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Bietet mit dem Megafon-Team derzeit digitale Aktionen an: Marc Munz.Archivfoto: Nadja Lehmann

100 Leinwände sind zurückgekehrt – Megafon-Team macht digitale Osterangebote

Von Nadja Lehmann

Marc Munz lässt Vorsicht walten und ist trotzdem für die Kinder und Jugendliche da: Derzeit kümmert sich der Leiter des Jugendzentrums Megafon um die digitale Osteraktionswoche, die noch bis zum morgigen Donnerstag läuft. „Wir haben bereits Pralinenboxen gebastelt und Pralinen hergestellt“, verrät er. Die könnten in der einen oder anderen Familie zur gelungenen Osterüberraschung werden. Ganz analog.

Im Gegensatz zur Aktion selbst. „Wir haben Päckchen gepackt, die sich die Kids hier bei uns abholen konnten“, erzählt Munz. Schließlich brauchten sie zu Hause die dem entsprechenden Materialien. Gebastelt und gebacken wurde ausschließlich digital.

Die kleinen Leinwände sollen zu einem großen Ganzen werden

Auch die für heute geplante Fahrt über einen Parcours klappt dank Kamera und Instagram. „Wir haben im Megafon ein ferngesteuertes Auto“, sagt Marc Munz. Einer lenkt es – aber mit verbundenen Augen. Die Übrigen, online zugeschaltet und durch die Kamera beim Geschehen dabei, versuchen den Fahrer mit ihren Anweisungen sicher durch den Parcours zu bringen.

Konzipiert hat das digitale Angebot der Träger, die Katholische Jugendagentur. Zuordnungen lösen sich dabei auf: „Es ist egal, aus welcher Stadt die Teilnehmer kommen“, sagt Munz. Manche melden sich an, andere stoßen spontan dazu.

Nach Ostern wird sich Marc Munz dann wieder verstärkt dem „größten Bild Burscheids“ widmen. Dafür gab es jüngst sogar eine Auszeichnung durch die Landesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit NRW: „Wir erreichen die Kinder digital und führen sie dennoch ins Analoge zurück. Damit haben wir wohl überzeugt“, freut sich Munz. Beworben hatte sich das Megafon nicht; die Landesarbeitsgemeinschaft war von sich aus auf die Burscheider Aktion aufmerksam geworden.

15x15 Zentimeter: So groß ist jede einzelne Leinwand, die irgendwann ein großes Ganzes ergeben soll, eben das größte Bild Burscheids. Die Leinwände hatte das Megafon-Team an der Montanusstraße ausgegeben, gemalt wurde zu Hause. Eine Finanzspritze dazu gab es durch die Firma Adient. „100 Bilder sind schon zurückgekommen“, berichtet Munz. In ihnen zeigt sich, wie den Jugendlichen in der Pandemie zumute ist. „Einsamkeit“, sagt Munz. „Sie schlägt mir besonders entgegen.“ Auch bei seinen Töchtern beobachte er, dass Whatsapp und Instagram zwar genutzt werden, aber kein Ersatz sein könnten: „Begegnungen sind relevant.“

Das zweite große Gefühl der Bilder: Zorn. „Ich sehe eine Abnahme der Konfliktfähigkeit“, sagt Munz. Menschen, die während der Pandemie seltener mit einem Gegenüber konfrontiert seien, reagierten bei Konflikten derzeit „über“, wie Munz beschreibt.

Das größte Bild kann da zum wichtigen Ausdrucksmittel und Ventil werden – ein Angebot, das auch Jugendzentren in Leverkusen und Bergisch Gladbach, die ebenfalls als Träger die Katholische Jugendagentur haben, inspirierte: Sie malen nun auch.

Burscheids künftiges Schmuckstück soll nicht in den Katakomben verschwinden. Der Megafon-Leiter will spätestens nach den Sommerferien alle Exponate fotografieren und in Buchform festhalten. Alle Einzel-Leinwände sollen zu einem großen Mosaik zusammengefügt werden – „wie eine verdichtete Stimmung zu Pandemie-Zeiten“, sagt Munz.

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