Corona ist eine Belastung für Trauernde

Im Bestattungsinstitut Kuhler und Kaufmann wurden bisher weniger als zehn Corona-Tote beerdigt. Foto: Alexandra Hölter
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Im Bestattungsinstitut Kuhler und Kaufmann wurden bisher weniger als zehn Corona-Tote beerdigt. Foto: Alexandra Hölter

Bei Beerdigungen ist für Bestatter und Angehörige eine höhere Sicherheit notwendig

Von Katharina Birkenbeul

Lange, persönliche Gespräche von Bestattern zu Angehörigen sind im Todesfall sehr wichtig. Doch in Corona-Zeiten sind diese nur über das Telefon, E-Mail oder digitale Medien möglich. Auch dadurch stellt derzeit der Tod eines geliebten Menschen eine große Belastung für die Angehörigen und Freunde dar. Aber auch für Bestatter ist es nicht einfach.

„In dieser Zeit Trauernde aufzufangen, ist auch für uns eine neue Erfahrung.“

Alexandra Hölter, Geschäfts- führerin Kuhler und Kaufmann

Alexandra Hölter, Geschäftsführerin des Bestattungsinstituts Kuhler und Kaufmann, hat immer wieder mit den derzeitigen Bedingungen zu kämpfen, die auch einen erheblichen Mehraufwand bedeuten. „Auf der einen Seite müssen die entsprechenden Schutzmaßnahmen bei Beerdigungen und Versorgungen umgesetzt werden“, erklärt sie. Diese müssen abgestimmt sein auf die Vorgaben des Friedhofsträgers – in dem Falle die Stadt Burscheid. „Die Schutzmaßnahmen einzuhalten, ist wichtig, weil auch Tote Corona übertragen können“, erklärt Hölter. Bei der Überführung und Versorgung tragen die Bestatter deshalb Schutzausrüstung: bestehend aus FFP2-Masken, Schutzvisieren, Handschuhen und einer Schürze.

Über Corona-Regeln müssen auch die Teilnehmer der Trauerfeier aufgeklärt werden. Insgesamt dürfen derzeit 16 Personen an der Bestattung teilnehmen – in die Kapelle dürfen jedoch nur sechs Personen plus je ein Bestatter und ein Geistlicher. Deshalb hätten sich im Frühling und Sommer viele dazu entschieden, die Trauerfeier nur am Grab stattfinden zu lassen, was beim Winterwetter meist nicht so gut umzusetzen ist. Hölter: „Die Familien müssen sich sehr stark einschränken, wenn es einen Trauerfall gibt, weil nicht mit allen geliebten Menschen Abschied genommen werden kann.“ Warten, bis die Corona-Beschränkungen sich lockern, ist nur in gewissem Rahmen möglich. „Es gibt Bestattungsfristen – bei Särgen sind es zehn Tage, bei Urnen ab Einäscherung sechs Wochen“, erklärt Alexandra Hölter die Umstände. Eine Verlängerung der Frist bei der Urnenbestattung könnte zwar beim Ordnungsamt beantragt werden. „Aber die Trauerarbeit ist noch schwieriger für die Menschen, wenn sie wissen, dass der Tote seine letzte Ruhestätte noch nicht gefunden hat“, weiß Hölter.

Auf der anderen Seite stellen Bestattungen auch eine andere emotionale Belastung dar. Besonders, wenn auf dem Totenschein steht, dass die Person in Zusammenhang mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben ist. „In dieser Zeit Trauernde aufzufangen, ist auch für uns eine neue Erfahrung“, sagt Hölter. Die Mitarbeiter müssten in erhöhtem Maße mit den Angehörigen sprechen, mit einigen länger als gewohnt oder öfter. Es sei natürlich anders nur durch Telefonate oder E-Mails zu kommunizieren, aber „die Menschen sind trotzdem sehr dankbar. Auch in diesem Bereich verändert sich alles und wird digitaler“, so Hölter.

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