Cello und Klavier wagen sich in Grenzbereiche

Sie sind ein eingespieltes Team: Der aus Heidelberg stammende Cellist Eckart Runge und Pianist Jacques Ammon, der als Kind deutsch-chilenischer Eltern in Santiago de Chile aufwuchs. Foto: Nikolaj Lund
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Sie sind ein eingespieltes Team: Der aus Heidelberg stammende Cellist Eckart Runge und Pianist Jacques Ammon, der als Kind deutsch-chilenischer Eltern in Santiago de Chile aufwuchs. Foto: Nikolaj Lund

Kreis startet am Sonntag seine Hommage an Beethoven – Eckart Runge und Jacques Ammon setzen dem Bonner Hendrix und Beatles entgegen

Von Nadja Lehmann

Wer kennt es nicht, das eindrückliche „Tata-Tata“, die ersten Töne der fünften Sinfonie? Nun ist es soweit: Der ganze Rheinisch-Bergische Kreis huldigt dem Bonner Musikgiganten und feiert Ludwig van Beethoven, der vor 250 Jahren geboren wurde. Zwar neigt sich das Jahr bereits dem Ende entgegen, wenn jetzt die offiziellen Feierlichkeiten beginnen – diese Verschiebung des Zeitplans ist Corona geschuldet: Ursprünglich hätten die Veranstaltungen im Frühjahr beginnen sollen (wir berichteten).

Und auch Burscheid wollte eigentlich schon 2020 mitmischen. Mitmischen tut die Stadt auch, allerdings erst 2021. Dafür aber rückt sie den Bonner Komponisten gleich einen ganzen Tag in den Mittelpunkt und würdigt ihn am 19. Juni mit einer Performance aus Musik, Tanz und Kunst. Mit dabei sind natürlich Burscheids Chöre; Deutschlands ältestes Laienorchester, die Musicalische Academie; die Stadtbücherei; die bildenden Künstler und Kirchenmusiker. Ebenfalls eigene Programme haben Kürten, Odenthal und Bergisch Gladbach aufgelegt.

Echte Hochkaräter loten neue musikalische Wege aus

In Burscheids Nachbarstadt Odenthal findet am kommenden Sonntag dann auch der offizielle Auftakt statt. „RollOver Beethoven/Revolution“ heißt es im Forum des Schulzentrums Odenthal. Das Duo Eckart Runge und Jacques Ammon wird an Violoncello und Klavier eigens arrangierte Kompositionen von Pop-Ikonen wie Jimi Hendrix und The Beatles der Musik Beethovens gegenüberstellen. Eröffnet wird das Konzert von Landrat Stephan Santelmann gemeinsam mit Bürgermeister Robert Lennerts – ab 18 Uhr.

„Artemis war für mich ein gelebter Traum.“

Eckart Runge über seine Zeit im Streichquartett Artemis

Mit dem in Heidelberg geborenen Cellisten Runge und dem aus Santiago de Chile stammenden Pianisten Ammon hat man echte Hochkaräter gewinnen können. Eckart Runge gehörte 1989 zu den Gründungsmitgliedern des legendären Artemis-Quartetts und verließ es erst im vergangenen Jahr – als Letzter aus der Originalbesetzung. „Artemis war für mich ein gelebter Traum“, sagte Runge im Gespräch mit dem Berliner „Tagesspiegel“.

Doch der Cellist, der auch an der Berliner Universität der Künste lehrt, wollte sich nach drei Jahrzehnten neuen solistischen und kammermusikalischen Projekten zuwenden: Dazu gehören das Ausloten von neuen musikalischen Wegen, die Grenzgänge zwischen klassischer Musik und Jazz, Tango, Rock- und Filmmusik.

Mit dem Pianisten Jacques Ammon bildet er seit Jahren das Duo „Celloproject“, beide treten in Konzertserien, Festivals und Clubs auf – im Beethovenjahr ist das Duo mit „RollOver Beethoven/Revolution“ unterwegs, gastierte damit bereits in der Elbphilharmonie Hamburg und beim WDR Köln.

Mit dem Artemis-Quartett hat Runge zahlreiche Einspielungen vorgelegt; viermal gab es dafür den Echo Klassik. Wer Runge einmal geruhsam im heimischen Ambiente auch als Solisten hören möchte: Für sein Debüt mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin hat er die Ersteinspielung des jazzigen Cellokonzerts op. 85 von Nikolai Kapustin und das 1. Cellokonzert von Alfred Schnittke ausgewählt.

In Odenthal geht er mit Jacques Ammon neue Wege: Mit eigens arrangierten Kompositionen von Ikonen des Rock, Pop und Jazz wie Jimi Hendrix, The Beatles, Chick Corea und Frank Zappa nähern sich Runge und Ammon der Musik Beethovens neu an. Dabei verbinden sich unerwartete Perspektiven auf die Musik zweier Jahrhunderte zu einem emotionalen Erlebnis.

Corona-Regeln

An allen Veranstaltungen des Kreises zum Beethovenjahr sind die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Aufgrund der Corona-Pandemie kann es zu kurzfristigen Teilnahmebeschränkungen oder auch zu Absagen kommen. Hierfür bittet das Kulturamt Rhein-Berg um Verständnis. Coronabedingt startet das Beethoven-Jubiläum erst jetzt.

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