Burscheids Schuldnerquote ist gesunken

Nix mehr zu holen? In Solingen und Remscheid leben viele Schuldner. Burscheid, Schlebusch und Leichlingen sehen im Schuldneratlas 2021 dagegen vergleichsweise gut aus. Archivfoto: Michael Sieber
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Nix mehr zu holen? In Solingen und Remscheid leben viele Schuldner. Burscheid, Schlebusch und Leichlingen sehen im Schuldneratlas 2021 dagegen vergleichsweise gut aus. Archivfoto: Michael Sieber

Creditreform Solingen ergänzt bundesweite Untersuchung mit Daten aus der Region

Von Nadja Lehmann

Rot ist schlecht. Grün ist gut. Und die gute Nachricht: Burscheid ist grün, zartgrün – jedenfalls auf der Übersichtskarte der Creditreform Solingen, die aktuell ihren Schuldneratlas 2021 vorlegt und dabei ein besonderes Augenmerk auf Leverkusen, Remscheid, Solingen richtet und dabei auch Burscheid, Leichlingen und Langenfeld sowie das Oberbergische mit Radevormwald und Hückeswagen miteinbezieht.

Zum Hintergrund: Die Creditreform Tochtergesellschaften Boniversum GmbH und microm GmbH untersuchen regelmäßig, wie sich die Haushalte mit Negativmerkmalen und/oder schlechtem Zahlungsverhalten innerhalb Deutschlands mikrogeografisch verteilen. Auch in diesem Jahr hat Creditreform Solingen ergänzend analysiert, wie sich die Entwicklung im betreuten Gebiet darstellt.

Die negativen Befürchtungen des letzten Jahres haben sich bislang nicht eingestellt. Im Gegenteil: Die Überschuldungslage vieler Verbraucher in Deutschland hat sich in den letzten zwölf Monaten trotz Corona-Pandemie verbessert. Die Zahl überschuldeter Verbraucher ist seit Oktober letzten Jahres drastisch gesunken. Die Überschuldungsquote sinkt um mehr als einen Prozentpunkt. Die aktuelle Überschuldungsentwicklung ist dabei nur auf den ersten Blick paradox. Zwar hatten die in Folge der Corona-Pandemie von der Politik weltweit beschlossenen Schutzmaßnahmen die globale Wirtschaft in eine tiefe Rezession geschickt, deren ökonomische Folgewirkungen erst langsam abebben, doch die zunehmenden Erfolge der Impfkampagne und der Virus-Eindämmungsmaßnahmen haben auch in Deutschland Lockerungen der Pandemie-Schutzmaßnahmen ermöglicht, die im Jahresverlauf zu einem kräftigen Anstieg der Wirtschaftsleistung geführt haben.

Das Überschuldungsranking nach Bundesländern ändert sich im Vergleich zum Vorjahr wenig: Bayern bleibt mit der niedrigsten Überschuldungsquote Spitzenreiter (6,43 Prozent; - 0,71 Punkte) vor Baden-Württemberg (7,28 Prozent, - 0,83 Punkte) und auf dem dritten Platz Thüringen (8,32 Prozent; - 0,82 Punkte). Nordrhein-Westfalen landet unter den 16 Bundesländern auf Platz 13.

In Solingen und Remscheid ist der Schuldner-Atlas tiefrot

Besonders in den beiden bergischen Großstädten Solingen und Remscheid sind zentrale Postleitzahlengebiete im Schuldner-Atlas tiefrot eingefärbt. Am schlechtesten steht im untersuchten Gebiet die Stadtmitte von Solingen da: Hier sind 198 von 1 000 Erwachsenen verschuldet. Nur wenig besser das Ergebnis in der Remscheider City, wo auf 1 000 erwachsene Einwohner 172 schlecht oder nicht zahlende Personen entfallen. Da herrschen in Leverkusen-Schlebusch (Schuldnerquote 6,08) und Leichlingen mit einer Schuldnerquote von 6,33 deutlich solidere Zustände. Aber auch die Ergebnisse von Hückeswagen (6,91) mit einem Wert von weniger als sieben Überschuldeten auf 100 erwachsene Einwohner liegen deutlich unter dem nordrhein-westfälischen Landesdurchschnitt (10,47) und dem Bundesdurchschnitt (8,86). Burscheid tauchte 2020 mit einer Schuldnerquote von 9,04 auf und wird aktuell mit 8,25 gelistet, kann also ein Minus von 0,79 verbuchen.

„Spitzenreiter“, also die Stadt mit dem höchsten Schuldneranteil, ist in der Region wie seit 2014 Solingen (14,42) vor Remscheid mit einer Quote von 12,94. In Monheim - auf dem dritten Platz - ist die Schuldnerquote zwar auch deutlich zurückgegangen, liegt aber mit 11,47 klar über dem Landesschnitt. Leichlingen ist seit Jahren der Ort mit dem geringsten Anteil an ver- und überschuldeten Einwohnern (6,33).

Statistik

2021 zählen in Deutschland rund 6,75 Prozent der Frauen über 18 Jahre als überschuldet und zumindest nachhaltig zahlungsgestört (2020: 7,58). Bei Männern sind dies aktuell 11,07 Prozent (2020: 12,27 Prozent).

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