Politik

Burscheiderin zieht ihre Bewerbung zurück

Die Burscheiderin Isabell Johann hat ihre Bewerbung zu einer Landtagskandidatur zurückgezogen. Foto:
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Die Burscheiderin Isabell Johann hat ihre Bewerbung zu einer Landtagskandidatur zurückgezogen.

Isabell Johann will doch nicht als Landtagskandidatin für die CDU im Wahlkreis 22 antreten

Von Udo Teifel und Markus Schumacher

Burscheid. Während SPD, FDP und die Grünen ihre Kandidaten für die Landtagswahl im Mai 2022 längst bestimmt haben, macht es die CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis spannend. Inzwischen hatten erste Ortsverbände Position bezogen, ebenso zwei Vereinigungen innerhalb der CDU Rhein-Berg. Wer von den drei Kandidaten – Herbert Reul, Uwe Pakendorf oder Isabell Johann – aufgestellt werde, sollen die Mitglieder entscheiden. Doch in dieser Woche gab es eine überraschende Entwicklung: Die Burscheiderin Isabell Johann hat ihre Bewerbung zurückgezogen. Dafür hat Stefan Knecht, CDU-Mitglied aus Kürten, seine Kandidatur für den Landtagswahlkreis 22 erklärt.

Isabell Johann begründete ihren Rückzug in einer Videokonferenz: „Zum Zeitpunkt meiner Kandidatur-Bekanntgabe war meine die erste, offiziell eingereichte Bewerbung. Dass es weitere Bewerbungen geben würde, war immer klar. Es war aber nicht damit zu rechnen, dass sowohl der Innenminister unseres Landes, als auch der Kreisvorsitzende unserer Partei sich in diesem Wahlkreis um ein Mandat bewerben würden.“

Sie bleibe bei ihrer klaren Meinung, dass die CDU dringend Belebung, Erfahrung und Kompetenzen von außen benötige. „Diese, über die ich zahlreich verfüge, hätte ich gerne eingebracht.“ Wer sie aber kenne, wisse, „dass ich weder unserem Innenminister im Weg stehen, noch unseren Kreisvorsitzenden bei seiner wichtigen Aufgabe für unsere CDU behindern möchte.“

Der CDU-Vorstand in Wermelskirchen hat sich Anfang Oktober für den amtierenden Innenminister Herbert Reul einstimmig ausgesprochen. „Wir wollen, dass er seine erfolgreiche Arbeit in der Landespolitik fortsetzt“, hatte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Stefan Leßenich erklärt.

Der Vorstand des CDU-Ortsverband Leichlingen hat sich ebenfalls einstimmig für den Leichlinger Reul ausgesprochen, teilt CDU-Chef Maurice Winter mit. Nachdem Rainer Deppe erklärt habe, dass er nicht erneut für den Landtag kandidiere, haben „wir als CDU Rhein-Berg ein offenes und transparentes Verfahren eingeleitet, bei dem sich alle interessierten Mitglieder melden können“. Reul habe eine hervorragende Arbeit als Innenminister geleistet und wesentlich dazu beigetragen, dass Nordrhein-Westfalen sicherer werde, so der Leichlinger Christdemokrat. Ebenfalls positioniert hat sich die CDU-Overath: Sie empfiehlt den Mitgliedern Uwe Pakendorf.

Frauen-Union im Kreis hatte auf Johann gesetzt

Inzwischen hatten auch die Kreisvorstände der Frauen-Union und der Jungen Union getagt. Die Frauen-Union hatte sich nach einer Videokonferenz mit den drei Kandidaten in einer Sitzung für Isabell Johann ausgesprochen. Vorsitzende Vera Rilke-Haerst erklärte, der Frauenanteil in der CDU liege bei rund 30 Prozent und bei den Mandatsträgerinnen noch darunter. „Frauen müssen sichtbarer werden, auf allen Ebenen, in allen Positionen und Funktionen – in Politik wie Wirtschaft“, so die Vorsitzende. „Kurz gesagt: Hier ist nur mit Frauen Staat zu machen.“

Nach dem Rückzug von Johann beschloss der Kreisvorstand der Frauen-Union nun, Herbert Reul zu unterstützen. Rilke-Haerst: „Wir bedauern, dass Isabell Johann Abstand von ihrer Kandidatur genommen hat. Ihre Entscheidung respektieren wir und sprechen Ihr zugleich unseren großen Dank aus. Unsere Unterstützung für die Zukunft hat sie.“

Die Junge Union (JU) im Kreis will den Generationswechsel und schlägt deshalb Uwe Pakendorf als Kandidaten vor. Der Vorstand sei sich einig, einen Kandidaten zu unterstützen, der sich innerhalb der JU in verschiedenen Funktionen über Jahre hinweg für die Interessen der Jugend eingesetzt hatte. Dem Kreisvorstand sei es wichtig, ein „klares Zeichen für Erneuerung und Verjüngung innerhalb der CDU zu setzen und den Generationenwechsel einzuleiten“, schreibt der stellvertretende JU-Kreisvorsitzende Kevin Knoll.

Damit sei aber Herbert Reul für die Junge Union nicht abgeschrieben. „Eine Listenkandidatur des erfolgreichen Innenministers wird seitens der Jungen Union Rhein-Berg als perfekte Balance aus einem erfahrenen Spitzenkandidaten für das Bergische Land und aufstrebenden Nachwuchskräften unterstützt.“

Bei den Liberalen steht seit April fest, wer in den Landtag ziehen soll: Bei einer Mitgliederversammlung, an der auch der Bundesvorsitzende Christian Lindner teilnahm, wurde der Wermelskirchener Fraktionsvorsitzende Marco Frommenkord aufgestellt.

Für die SPD im Kreis wurde die Burscheiderin Heike Engels nominiert, und für die Grünen versucht es Jürgen Langenbucher erneut, über den Wahlkreis 22 in den Landtag einzuziehen. Zu diesem Wahlkreis gehören die Städte und Gemeinden Burscheid, Kürten, Odenthal, Overath, Leichlingen und Wermelskirchen.

Versammlung

Die CDU Rhein-Berg lädt zur Wahlkreismitgliederversammlung zur Aufstellung ihres Bewerbers für den Landtagswahlkreis Nummer 22 (Rheinisch-Bergischer Kreis II) ein. Die Versammlung findet statt am Montag, 25. Oktober, ab 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr) in der Johannes-Löh-Gesamtschule, Auf dem Schulberg 2-4, in Burscheid statt.

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