Burscheider stellen knapp sieben Prozent der Ratsuchenden

Schuldnerberatung legt Bericht vor – Kinder sind von Armut besonders betroffen

Von Nadja Lehmann

Die Arbeit wird ihnen nicht ausgehen, das wissen Günther Dittrich, Thomas Penkert, Eva Rath, Gabi Selent, Ulla von Albedyll, Elke Winterscheid und Claudia Wilczek jetzt schon. Zusammen bilden sie das Team der Schuldnerberatung Rhein-Berg. Diese hat zwar ihren Hauptsitz in Bergisch Gladbach, aber auch eine Nebenstelle in Burscheid an der Höhestraße. Nun haben das Diakonische Werk Köln und der Caritasverband Rhein-Berg, die gemeinsam die Schuldnerberatungsstelle betreuen, ihren Jahresbericht 2019 vorgelegt. Und natürlich sorgt Corona auch dort für Auswirkungen. „Aufgrund der Pandemie ist mit einem massiven Anstieg der Beratungsfragen und -zahlen im Bereich der Schuldner- und Insolvenzberatung zu rechnen“, heißt es im Bericht.

2019 kümmerte sich das Team um insgesamt 1 161 Menschen. Davon waren 604 Neuzugänge. Die Mehrheit derjenigen, die Rat suchten, waren Männer, nämlich mit 632 Personen 54,5 Prozent.

„Die Verteilung der Ratsuchenden auf die Wohnorte ist konstant geblieben“, heißt es im Bericht. Durch die Außenstellen könne man die Ratsuchenden wohnortnah erreichen. In Burscheid waren es 80 Menschen, die zur Schuldnerberatung kamen: Damit stellten die Burscheider 6,89 Prozent. Das Gros kam mit 617 Menschen aus Bergisch Gladbach. Rund die Hälfte der Fallzahlen macht die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen aus.

„Die Zahl der mittelbar betroffenen Kinder war sogar noch höher als die Zahl der eigentlichen 1 161 Klienten“, hält das Team der Schuldnerberatung fest. In den eigenen Haushalten der beratenen Personen lebten 934 Kinder; weitere 232 Kinder lebten bei einem anderen Elternteil oder in einer anderen Pflegeform.

Die Schuldnerberatung Rhein-Berg hatte sich deshalb bewusst entschlossen, ihren Bericht zeitgleich mit der bundesweiten Aktionswoche zu veröffentlichen: Diese rückte nämlich unter dem Titel „Chancenlose Kinder? Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“ den Nachwuchs in den Mittelpunkt.

„Bundesweit leben 21 Prozent aller Kinder in Deutschland dauerhaft oder wiederkehrend in Armutslagen. Familienarmut ist allzu oft auch Kinderarmut“, heißt es als Resümee im Bericht. Und weiter: „So mussten auch wir im vergangenen Jahr feststellen, das die finanziellen Hilfen und Regelungen für Kinder oft zu wenig transparent, nachvollziehbar und öffentlich bekannt sind.“

IT NRW legte Insolvenzzahlen 1. Quartal 2020 vor

Die Schuldnerberatung begleitet ihre Klienten auch ins Insolvenzverfahren. Die aktuellen Zahlen legt nun IT NRW als amtliche Statistikstelle des Landes vor: Demnach zählt die Statistik im ersten Quartal 2020 in Burscheid drei Verbraucherinsolvenzen (2019: 1).

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