Burscheider nutzen die Gelegenheit für einen Bummel

Verkaufsoffener Sonntag: Vor der Buchhandlung Ute Hentschel flanierten die Burscheider.Foto: Doro Siewert
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Verkaufsoffener Sonntag: Vor der Buchhandlung Ute Hentschel flanierten die Burscheider.Foto: Doro Siewert

Auch ohne Martinsmarkt: Am Sonntag öffneten in der Innenstadt die Geschäfte – aber nicht alle

Von Ursula Hellmann

Die Uhr am Turm der evangelischen Kirche zeigte zwei Minuten nach 13 Uhr - und im Secondhand-Shop Heimann-Toprak sahen sich bereits interessierte Besucher in dem bunt gemischten Sortiment um. Das Ehepaar Richter aus Leverkusen hatte seinen sonntäglichen Spaziergang diesmal nach Burscheid verlegt und war angenehm überrascht, außer den hübsch dekorierten Schaufenstern auch wirklich geöffnete Läden vorzufinden. Sogar eine Auswahl glitzernder, farblich ansprechender Weihnachtsartikel hatte die Inhaberin in aller Kürze präsentiert. „Wir erfuhren erst vergangenen Freitag davon, dass dieser verkaufsoffene Sonntag tatsächlich stattfindet, obwohl der ansonsten übliche Martinsmarkt aus den bekannten Corona-Gründen abgesagt wurde.“ Osman Toprak stellte dem nächsten Kunden, Adhanom Biday, eine Auswahl Wanduhren vor, und eine davon wird die Wohnung des jungen Eriträers zieren.

Auch im „Liebevoll“ freute sich die Inhaberin über Zuspruch

Zwei Häuser weiter freute sich Anastasia Vasilakopoulou über die ersten Besucher in ihrem Mode- und Accessoires-Unternehmen „Liebevoll“. „Das angenehme Spätsommerwetter ist wie gemacht für einen entspannten Rundgang. Dazu treffen die Besucher heute in allen geöffneten Läden die Inhaberinnen und Inhaber ganz persönlich an“, sagte Vasilakopoulou.

Selbst wenn im Unternehmen Breidbach sich an diesem Tag niemand nach Brillen erkundigte, nutzte die Chefin diese zusätzlichen Stunden. Anke Breidbach: „Ich finde, diese Initiative ist eine gute Gelegenheit, Gespräche mit Menschen auch von außerhalb zu führen.“ Als heiterer Anstoß dafür stand im Eingang die lebensgroße Bundeskanzlerin – natürlich mit Mundschutz.

Buchhändlerin Ute Hentschel nahm sich neben ihrer Kundenberatung rasch Zeit, um über das organisatorische Umfeld der Aktion zu informieren. „Als WfB (Werbegemeinschaft „Wir für Burscheid“) haben wir beschlossen, alle im gesetzlichen Rahmen erlaubten Anlässe zu nutzen, Angebote für alle Anwohner zu machen. Erweiterte Öffnungszeiten gibt es ja bereits - und dieser Sonntag fügt sich gut darin ein. Außerdem entzerrt sich der Kundenstrom dadurch sichtbar. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Entscheidung nicht zuletzt auch Arbeitsplätze sichert.“

Im Linden-Center blieb dagegen alles still und verschlossen. Dafür standen vor der Konditorei Becher Kuchen-Liebhaber Schlange. Ihre Wartezeit wurde angenehm überbrückt: Im Schaufenster drehte eine elektrische Eisenbahn ihre Runden in einer Winterlandschaft. An der Montanusstraße war lediglich noch Barbara Weiser mit ihrem Modegeschäft dabei.

Vieles war im Schaufenster der Foto-Factory zu bestaunen. Darunter eine historische Plattenkamera - hergestellt in Dresden vor mehr als 100 Jahren. Inhaberin Ute Korytowski war guten Mutes, bis 18 Uhr noch weitere Kunden begrüßen zu können. Pizzerien und Cafés der Hauptstraße waren gut frequentiert. Der Marktplatz bot Parkplätze - es gab Väter, die ihre Sprösslinge auf Kinderrollern begleiteten.

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