Burscheider CDU hat noch keinen klaren Favoriten

Für Erika Gewehr steht noch nicht endgültig fest, wer das Rennen machen wird – weder beim Parteivorsitz noch als Kanzler.Archivfoto: nal
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Für Erika Gewehr steht noch nicht endgültig fest, wer das Rennen machen wird – weder beim Parteivorsitz noch als Kanzler.Archivfoto: nal

Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Armin Laschet bewerben sich um den Parteivorsitz – Rennen ist offen

Von Nadja Lehmann

Für wen schlägt das Herz der Burscheider CDU? Für Friedrich Merz? Für Norbert Röttgen? Für Armin Laschet? Am Ende der Woche werden die Delegierten den neuen CDU-Parteivorsitzenden auf einem digitalen Parteitag wählen. Und aus Burscheider Sicht ist noch alles offen.

„Es gibt kein eindeutiges Stimmungsbild“, sagt Erika Gewehr. Die Vorsitzende kennt ihren Ortsverband und weiß, wie die Mitglieder ticken. Nämlich derzeit eher zurückhaltend. „Es kann sich von Tag zu Tag so viel ändern“, sagt Gewehr, und hat dabei nicht nur aber auch, die Bedingungen der Pandemie vor Augen – und wie sich die Bewerber dabei profilieren. „Noch sind die Vorstellungsrunden in vollem Gange und nicht abgeschlossen“, sagt Gewehr.

Vor zwei Jahren, als sich Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn um den CDU-Vorsitz bewarben, da war die Sache ziemlich klar, auch in Burscheid: Merz lag gefühlt vorn. Aber: Es wurde Kramp-Karrenbauer, die in der Stichwahl mit einer furiosen Rede begeisterte. „Merz liegt auch bei uns gut im Rennen“, sagt Gewehr. Aber mit Abstrichen. „Besonders die Älteren sind sich nicht mehr so sicher, ob er der Richtige ist“, sagt Gewehr. Er sei auf der einen Seite zwar durchsetzungsstark, auf der anderen Seite aber werde er als zu forsch, zu direkt, zu unüberlegt empfunden: Einer, der eher polarisiert, als die Partei eint. Seine Durchsetzungskraft und Kompetenz lasse ihn aber gerade bei den jüngeren Christdemokraten punkten, weiß Gewehr, die ihn auch live schon erlebt hat. „Er hat nicht unbedingt große Strahlkraft. Aber ein großes Wissen“, zollt sie Anerkennung.

Auch Norbert Röttgen wurde unter ihren Burscheider Parteifreunden genannt. „Und am wenigsten Laschet.“ Das aber könne in anderen Ortsverbänden ganz anders sein. „Zum Beispiel in Aachen“, sagt die Burscheider Vorsitzende mit Blick auf Laschets Heimatstadt.

1001 Delegierte werden am Samstagmorgen entscheiden, darunter vier aus Rhein-Berg: Wer soll künftig an der Spitze der Partei stehen? Dem digitalen Entscheid am Samstag folgt noch eine Briefwahl.

„Unsere Delegierten sind in ihrer Entscheidung frei, bemühen sich aber, so viele Stimmungen wie nur möglich aus den Ortsverbänden mitzubekommen“, sagt Gewehr. Es sind dieselben vier, die schon vor zwei Jahren gewählt hatten.

Die Kanzlerfrage ist für Erika Gewehr noch nicht entschieden

„Die Kanzlerfrage ist dabei für mich noch nicht automatisch entschieden“, stellt Erika Gewehr klar. Ohnehin ist ihr bereits etwas Merkel-Wehmut anzumerken: „Ich wüsste nicht, wer das in der Krise so gut hinbekommen hätte“, sagt sie, nennt die Kanzlerin „kompetent und souverän“. „Sie wird eine große Lücke hinterlassen. Ich bin überzeugt, dass wir Merkel noch vermissen werden.“

Vielleicht auch deshalb nehmen so viele CDU-Mitglieder wie selten zuvor Anteil an der Wahl. „Ich habe noch nie so viele Anfragen nach der aktuellen Lage bekommen“, sagt Gewehr. Gerade ältere Mitglieder fühlten sich derzeit, weil es keine Präsenzveranstaltungen gibt, isoliert und fragten nach.

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