Tag des offenen Denkmals / Expedition Heimat 2.0

Burscheider lassen ihre Stadt ertönen

Tag des offenen Denkmals und Expedition Heimat 2.0 mit Renate Bergfelder-Weiss (Kulturbüro, v. l.) Kreiskulturreferentin Charlotte Loesch, Axel Riemscheid (BGV), Tilmann Werner, Ulrich Heimann (stellv. Landrat), Rolf Engelhardt (BGV), Kulturdezernentin Aggi Thieme und Jelle von Dryander (Kulturverein).
+
Tag des offenen Denkmals und Expedition Heimat 2.0 mit Renate Bergfelder-Weiss (Kulturbüro, v. l.) Kreiskulturreferentin Charlotte Loesch, Axel Riemscheid (BGV), Tilmann Werner, Ulrich Heimann (stellv. Landrat), Rolf Engelhardt (BGV), Kulturdezernentin Aggi Thieme und Jelle von Dryander (Kulturverein).
  • VonNadja Lehmann
    schließen

Schwerpunkt bei der Veranstaltung am Sonntag ist die Musikgeschichte.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Landauf, landab ist der 11. September der Tag des offenen Denkmals. Auch Burscheid macht da keine Ausnahme. Und doch ist in diesem Jahr alles ein bisschen anders. Denn am kommenden Sonntag sattelt der Rheinisch-Bergische Kreis aufs bundesweite Geschehen auf und ruft die „Expedition Heimat 2.0“ aus, mit der der Kreis seit 2017 immer wieder gezielt eine Kommune in den Mittelpunkt rückt. Vergangenes Jahr hieß es „Sein und Schein“ in Rösrath. Und jetzt ist Burscheid an der Reihe. Die Musikstadt. Was also könnte besser passen als das Motto „Musik und Klang – in Burscheid“?

17 Veranstaltungen sind für den kommenden Sonntag geplant. Und das Beste: Es sind die Burscheiderinnen und Burscheider selbst, die ihre Stadt zum Klingen bringen. Es sind vertraute Gesichter wie Kirchenmusikdirektorin Silke Hamburger, wie der Kleine Chor Dürscheid, wie Jelle von Dryander vom Kulturverein, wie der Bergische Geschichtsverein und die Musicalische Academie, die zeigen wollen, dass der Titel „Musikstadt“ kein wohlfeiles Attribut, sondern dass es lebendig ist und von vielen Aktiven verkörpert wird. „Das wollen wir in den Kreis hineintragen“, sagt der Erste stellvertretende Landrat Ulrich Heimann.

Dafür haben im Hintergrund viele die Strippen gezogen. Wie Kreiskulturreferentin Charlotte Loesch. „Vor mehr als einem Jahr haben wir angefangen, zu planen“, berichtet sie. Schnell merkte sie, dass sie in Burscheid offene Türen einrannte: „Es gab so viel Engagement, so viele Ideen! Wir hätten zwei Tage lang Programm machen können.“ Das bestätigt auch Renate Bergfelder-Weiss vom Kulturbüro der Stadt: „Wir waren sofort überzeugt von dem Thema, das es ermöglicht, unsere Musiktradition sichtbar zu machen. Das geht nicht ohne Verbündete und nicht ohne Netzwerk. Aber es war ganz einfach, die Akteure zu begeistern.“

Und viele von ihnen feiern ihr ganz eigenes, persönliches Jubiläum und beweisen damit: Musik ist Trumpf in Burscheid. So wird die Männergesangsgruppe (L)a Capella 25 Jahre alt, die Burscheider Musikschule 50 Jahre, der Orchesterverein Hilgen feiert 110-jähriges, die Chorgemeinschaft Burscheid 180-jähriges Bestehen. Und das älteste Laienorchester Deutschlands, die Musicalische Academie, zählt gar 210 Jahre. „Darauf“, sagt Bergfelder-Weiss, „sind wir stolz.“

„Der Musiktradition wollen wir uns ganz sinnlich annähern“, verspricht Loesch. Konzerte und Führungen an geschichtsträchtigen Orten wechseln sich ab, sie sollen deutlich machen, welche Schätze Burscheid hat und welche es noch zu heben gilt. „Hörenswert“ und „Sehenswert“ heißt es dann je nach Veranstaltung.

Den Auftakt um 11 Uhr bildet ein Vortrag in der Stadtbücherei, den Renate Bergfelder-Weiss halten wird – über die Geschichte der Musikvereine der Stadt, ihre Tradition und Jubiläen. Ein „Musikalisches Intermezzo“ der Musikschule schließt sich ab 12 Uhr in der Alten Bahnmeisterei an, die Leitung hat Musikschulchef Thomas Kinzel. Um 13 Uhr singt der Kleine Chor Dürscheid in der Lambertsmühle. Eine gute Gelegenheit, sich Burscheids Schmuckstück anzusehen (dort gibt es um 13.30 und 16.30 Uhr auch Führungen). Über Johannes Löh, die Zuccalmaglios und die Geburt der Musicalischen Academie sprechen und musizieren um 14 Uhr im Kulturbadehaus Dr. Karl Ulrich Voss und Wolfgang Georg, der langjährige Leiter der Musicalischen Academie.

Um 16 Uhr gibt sich erneut die Musikschule die Ehre, wechselt dazu von der Alten Bahnmeisterei in die Lambertsmühle. Zur selben Zeit ist die Musicalische Academie zu hören und zu sehen; sie spielt in der Freikirchlich-evangelischen Gemeinde an der Weiherstraße. Ein Konzert, auf das sich der Vorsitzende Tilmann Werner schon freut. Denn auf dem Programm, betitelt mit „Tänze am Denkmal“, steht auch der Burscheider Komponist Ewald Sträßer: „Er wird der Spätromantik zugerechnet und auch als bergischer Brahms bezeichnet“, sagt Werner.

Nicolai Dembowski, der junge Leiter der Musicalischen Academie, hat einen Ländler, den Sträßer ursprünglich für Violine und Klavier schrieb, fürs große Orchester arrangiert. Neben Sträßer stehen auch Gluck und Rameau auf dem Programm. Den Abschluss bildet Liedermacher Marcus Sauer, der um 18 Uhr unter dem Titel „Entschuldigung Welt, neue Lieder“ im Kulturbadehaus eine musikalische Spurensuche nach Heimat betreibt.

Zudem gibt es noch die Programmpunkte unter dem Stichwort „Sehenswert“. Sie rücken die bauliche Substanz Burscheids in den Vordergrund – wie es dem Tag des offenen Denkmals entspricht. So gibt es von 12 Uhr an immer wieder Führungen durch das Gemeindehaus der Freikirchlich-evangelischen Gemeinde, einst bekannt als „Mebus Hötte“ und durch die Gemeinde vor dem Verfall gerettet und aufwendig saniert.

„Sie kennt jeden Stein in Burscheid“

Sabine Wurmbach, Mitglied im Bergischen Geschichtsverein und eine, „die jeden Stein in Burscheid kennt“, wie der BGV-Vorsitzende Axel Riemscheid sagt, wird um 12.30, 15 und 17 Uhr, unterstützt durch Heidi Neumann, durch die Stadt führen. Treffpunkt ist die Stadtbücherei. Um 13 und um 15 Uhr steht Burscheids einstiges Badehaus im Mittelpunkt, dann berichtet die Kulturvereinsvorsitzende Jelle von Dryander mehr über dessen Geschichte vom Badetempel zum Kulturstandort. Zu Glockenturm und Schuke-Orgel der Evangelischen Kirche wird Kantorin Silke Hamburger Details verraten (und auch spielen). Beginn ist um 15 Uhr. „Wasserrad, Bauerngarten und mehr“ heißt es jeweils um 13.30 und 16.30 Uhr, wenn Armin Busch vom Förderverein Lambertsmühle mit Besuchern über das Areal geht.

Übrigens: Dorthin gibt es einen Shuttle-Service, den Federal Mogul gesponsert hat. Der Treff- und Startpunkt befindet sich hinter dem Rathaus, Ewald-Sträßer-Weg 2. Die Abfahrtszeiten sind um 12.30 und um 15.30 Uhr.

Und das Beste: Überall ist der Eintritt frei. Kreiskulturdezernentin Aggi Thieme bringt es auf den Punkt: „Am liebsten würde ich sofort losmarschieren. Dieser Tag wird uns bereichern.“

Hintergrund

Um eine Voranmeldung beim Kulturamt des RBK wird bei den Stadtrundgängen des BGV sowie beim Konzert der Musicalischen Academie gebeten: Tel. (0 22 02) 13 27 70 oder per Mail: kultur@rbk-online.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Als Herbst- noch Kartoffelferien waren
Als Herbst- noch Kartoffelferien waren
Als Herbst- noch Kartoffelferien waren
Oktoberfest kehrt nach Burscheid zurück
Oktoberfest kehrt nach Burscheid zurück
Oktoberfest kehrt nach Burscheid zurück
TG Hilgen plant ein Jugendleistungszentrum
TG Hilgen plant ein Jugendleistungszentrum
TG Hilgen plant ein Jugendleistungszentrum
Auf den guten Start folgt ein harter Rückschlag
Auf den guten Start folgt ein harter Rückschlag
Auf den guten Start folgt ein harter Rückschlag

Kommentare