Abfall

Wilde Müllkippen regen die Bürger auf

Christoph Rösgen, Leiter der Abfallwirtschaft bei der Bergischen Abfallwirtschaft.Foto: BAV
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Christoph Rösgen, Leiter der Abfallwirtschaft bei der Bergischen Abfallwirtschaft.

Der Bergische Abfallwirtschaftsverband ist für die Müllbeseitigung in Burscheid verantwortlich.

Von Susanne Koch

Burscheid. Eine blaue OP-Maske hängt hinten im Strauch. Ein paar Meter weiter liegt eine schwarze FFP2-Maske auf dem Boden. Da liegt ein Kaffee-Becher to go. Und dort ist eine weiße FFP2-Maske um den Gartenzaun gewickelt.

„Masken, Becher to go sowie Papiertüten liegen vermehrt in den Städten herum“, sagt Christoph Rösgen. Er ist Leiter der Abfallwirtschaft beim BAV (Bergischer Abfallwirtschaftsverband). „Aber rechnen wir den liegengebliebenen Müll in Gewicht um, sind es jedes Jahr rund 30 bis 40 Tonnen, die wir in Burscheid einsammeln.“

Christoph Rösgen, Leiter der Abfallwirtschaft bei der Bergischen Abfallwirtschaft.

Seit 2010 kooperiert der BAV mit der Stadt Burscheid bei der Organisation und Verwaltung der kommunalen Müllentsorgung. „Unsere Mitarbeiter reagieren auf Hinweise aus der Bevölkerung, sie nehmen aber auch wilden Müll mit, wenn sie ihn sehen.“ Seine Mitarbeiter müssten oft mühevoll unter Büsche kriechen oder an unzugängliche Orte krabbeln. „Seinen Müll einfach irgendwo abzulegen, ist leider eine Untat, die immer wieder zu Ärger, sowohl bei Bürgerinnen und Bürgern als auch bei den Behörden, führt“, sagt Christoph Rösgen. „Warum das so geschieht, das können wir nur vermuten, einen nachvollziehbaren Grund gibt es dafür nicht.“

„Bis 2009 war die Stadt Burscheid selbst zuständig“, sagt die Pressesprecherin der Stadt Burscheid, Renate Bergfelder-Weiss. Bei Ablagerungen an Kreis-, Landes- oder Bundesstraßen außerhalb der Ortsdurchfahrt werden die Straßenmeistereien des Kreistiefbauamtes oder des Landesbetriebs Straßenbau benachrichtigt. Anders verhalte es sich bei privaten Flächen. „Bei Müllablagerungen auf frei zugänglichen privaten Flächen ist die untere Umweltschutzbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises (umwelt@rbk-online.de) zu kontaktieren“, sagt Renate Bergfelder-Weiss. „

Gerade unser schönes Bergisches Land bietet sich an.

Christoph Rösgen

Eine Ausnahme gilt bei wilden Müllablagerungen auf nicht eingezäunten privaten Waldflächen – hier ist Wald und Holz NRW über den zuständigen Förster zu informieren.“ Bei wohnlich oder gewerblich genutzten Grundstücken, also Flächen, die nicht frei zugänglich sind, sei der jeweilige Grundstückseigentümer für die Entsorgung des dort ordnungswidrig abgelagerten Abfalls verantwortlich. „Werden von einem Grundstückseigentümer oder einem Nutzungsberechtigten selbst auf dem Privatgrundstück über einen längeren Zeitraum Abfälle gelagert, nimmt die untere Umweltschutzbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises entsprechende Beschwerden oder Anzeigen entgegen und prüft jeweils den Sachverhalt“. betont Renate Bergfelder-Weiss.

Christoph Rösgen ist es sehr daran gelegen, auch mit dafür zu sorgen, dass es künftig weniger wilde Müllkippen gibt und die Menschen beispielsweise ihren To go-Becher direkt in einem Abfallbehälter entsorgen. „Außerdem versuchen wir immer wieder, etwa durch die Umweltwoche oder durch die ,Zero-Waste’-Aktionen das Bewusstsein bei der Bevölkerung zu verändern“, sagt Christoph Rösgen, der Leiter der Abfallwirtschaft der BAV. „Wir bekommen eine große Resonanz für unsere Aktionen.“ Es seien viele, die sich für den Umweltschutz beteiligen wollen. „Im vergangenen Frühjahr haben sich viele Einzelpersonen und Initiativen vom 17. April bis 2. Mai am Frühjahrsputz für die Umwelt beteiligt“, sagt Christoph Rösgen. „Das werden wir dieses Jahr wiederholen.“

Weil aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen gewohnte Freizeitaktivitäten nicht möglich waren, haben in den vergangenen zwei Jahren viele Menschen das Spazierengehen und Wandern für sich entdeckt. „Gerade unser schönes Bergisches Land bietet sich hierfür an“, sagt Christoph Rösgen. „Also nehmen Sie doch einfach eine Mülltüte mit. So können Sie den eigenen Abfall direkt wieder mitnehmen oder auch den ein oder anderen wilden Müll direkt beseitigen. Oder ziehen Sie mit einer kleinen Gruppe los und sammeln den Müll ein.“ Er jedenfalls würde sich sehr über eine große Beteiligung freuen. „Es muss doch im Bewusstsein der Gesellschaft ankommen.“

Ansprechpartner

Wald und Holz NRW Karl Zimmermann, Kämersheide 12, 51399 Burscheid

Tel. (0 21 74) 6 36 74 Tel. Mobil: 1 71/ 5 87 07 67

Umweltschutzbehörde Rheinisch-Bergischer Kreis, per Mail umwelt@rbk-online.de

Bergischer Abfallwirtschaftsverband (BAV) , Entsorgung verbotswidrig abgelagerter Abfälle, Gebührenfreies Servicetelefon, Tel. 0 800 805 800 5 Montag bis Freitag, 8.30 Uhr bis 12 Uhr und nach Vereinbarung

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