Jahresrückblick

Burscheid, wie es singt und lacht

Auf dem Burscheider Tannenbaumfest auf der Hauptstraße haben die Cheerleader RBS Dragons gute Laune.
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Auf dem Burscheider Tannenbaumfest auf der Hauptstraße haben die Cheerleader RBS Dragons gute Laune.
  • VonNadja Lehmann
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Im dritten Teil unseres Jahresrückblicks dreht sich alles um den Herbst und Winter in Burscheid.

Burscheid. Der Putz blättert, und dennoch ist das markante Haus in der Kirchenkurve ein Hingucker, immer noch. Die Burscheider kennen es als Schliephake- oder Thiel-Haus. Auch die FDP wollte im September etwas zum Wohl des Hauses beisteuern und beantragte eine Unterschutzstellung. Das scheiterte, weil die Bausubstanz bereits zu stark verändert ist. Schutzlos aber ist das Gebäude trotzdem nicht, es gehört in die Denkmalbereichssatzung „Ortskern Burscheid“.

Das Thielgelände wirkt noch immer wie eine Baustelle. Im September luden die Anwohner zu einem Ortstermin ein: Dabei stießen die beiden Konfliktparteien Stadt und Erschließungsfirma aufeinander. Es ist ein Streit, der schon lange schwelt. Zum Leidwesen der Bewohner, die auf Straßenerschließung und -beleuchtung vergeblich gewartet hatten.

Die Bürgermeister-Schmidt-Straße verlor ihre Linden: Diese mussten Bauarbeiten weichen. Die Energieversorgung Leverkusen verlegte Rohre in Richtung Straßerhof und hatte die Straße aufgebuddelt. Der Verkehr wurde deshalb über die Mittelinsel geleitet, auf der zuvor die Linden standen. Die Burscheider Grünen votierten vergeblich gegen die Fällung; die Mehrheit des Stadtrats gab grünes Licht.

31 Jahre „Kunst im Schaufenster“, und die langjährige Organisatorin Edeltraud Stöcker konnte das ganz entspannt genießen: In ihre Fußstapfen sind Lore Beckers und Cornelia Gisder getreten. Der obligatorische Rundgang stieß auf großes Interesse.

Im September wird Burscheid zur Stadt der Töne und Klänge

Den Titel „Musikstadt“ trägt Burscheid immer noch nicht, Mitte September aber, zum „Tag des offenen Denkmals“ und der Kreis-Veranstaltung „Expedition Heimat 2.0“, zeigte die Stadt, aus wie vielen Tönen und Klängen sie besteht. Die Burscheider machten begeistert mit – als Akteure und als Zuschauer und Zuhörer. Das konnte sich sehen und hören lassen!

„Expedition Heimat“ wird zum großen Erfolg. Auch der Kleine Chor Dürscheid singt mit.

30 Jahre Beratungsstelle „Frauen-Zimmer“: Ein Grund, um zu feiern, aber verbunden mit bitterem Fazit: Die Gewalt gegen Frauen habe wieder zugenommen, hieß es bei der Jubiläumsfeier.

Das Rathaus sortierte sich neu, und die Politiker begleiteten einhellig diesen Weg, indem sie Marc Baack einstimmig zum neuen Beigeordneten wählten. Damit wurde der gebürtige Burscheider, der seit 2010 in der Stadtverwaltung beschäftigt ist, zum engsten Mitarbeiter des Bürgermeisters, ist aber auch in besonderer Weise dem Stadtrat verpflichtet.

Marc Baack wird zum Beigeordneten gewählt.

Ob das Geld reicht und woher es kommt, diese Frage hängt stets wie ein Damoklesschwert über der Burscheider Musikschule. Dass sie ihr Kerngeschäft versteht, daran besteht kein Zweifel und stellte sie zum 50-jährigen Bestehen unter Beweis, als sie zum großen Konzert in die Aula der Gesamtschule bat und die Schülerinnen und Schüler aufspielten. „Ohne Musik ist alles nichts“, fand auch Bürgermeister Dirk Runge bei seiner Laudatio.

Ebenfalls ein halbes Jahrhundert konnte im September die Kita „Arche Noah“ an der Altenberger Straße feiern. Das Gebäude aus dieser Zeit entspricht nicht mehr den Anforderungen; für Kinder und Erzieher soll es einen Neubau geben.

Eigentlich wäre es der 18. Stadtlauf gewesen, aber in der Pandemie wurde, obwohl die Läufe ausfielen, einfach weitergezählt. Deshalb traten Groß und Klein im September zum 20. Stadtlauf an, bei dem die Bäckerei Kretzer mit 600 Broten für die nötige Stärkung sorgte.

Erfahrene Racer freuten sich Megaphon-Racing-Center über ihren Sieg: Der zehnte Wanderpokal ging nämlich ans Ü-50-Team.

Nach vier Jahren Pause öffneten im Oktober Burscheids Kirchen wieder zur Interreligiösen Nacht der offenen Türen. Die christlichen Gemeinden und die Türkisch-Islamische Gemeinde tauschten sich über Riten und Bräuche, Unterschiede und Gemeinsamkeiten aus.

Pralinen aus der Berliner Manufaktur Sawade naschen und Bestseller-Autorin Anne Stern lauschen, die aus „Drei Tage im August“ las, das eine fiktive Geschichte aus der Pralinenmanufaktur erzählt – das war ein sehr gelungener Abend in der Buchhandlung Ute Hentschel an einem Oktoberabend.

Genascht werden durfte auch beim Kulinarischen Wochenende, das die Werbegemeinschaft zum 10. Mal auf die Beine gestellt hatte. Bei Sonne ließen sich die Burscheider nicht lange bitten. Eine Premiere gab´s auch: mit veganen Angeboten.

Die Sumpfkröten und das Oktoberfest – das sind Begriffe, die bei den Burscheider Schützen Hand in Hand gehen. Bis tief in die Nacht wurde im Schützenhaus getanzt und gefeiert.

Die Kosten sind in die Höhe geschossen, Details für den Umbau des Haus der Kunst und weitere angedachte Maßnahmen im Rahmen des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzepts geraten ins Wanken. Im Oktober beantragen die Politiker mehr Fördergeld und rücken drei Maßnahmen in den Vordergrund: die öffentliche Piazza an der Montanusstraße, das Haus der Kunst und die Fortsetzung des Fassadenprogramms.

Es durfte wieder getobt werden: „Winterspielplatz“ lautet das Schlagwort, wenn die Freikirchliche-Evangelisch Gemeinde an der Weiherstraße ihr Gemeindehaus leerräumt und es zum Indoorspielplatz wird. Anfang November war es wieder soweit, weitere Termine sind für den kommenden Januar geplant.

Energieeinsparung ist Pflicht, auch in Burscheid. Im November startete die Rhein-Energie damit, die Straßenbeleuchtung abzuschalten. Das Ziel, dem Burscheids Politiker zustimmten, lautet: Jede zweite Lampe bleibt dunkel. Diese Abschaltungen werden sukzessive fortgesetzt.

Viel los auf dem Marktplatz, den Verein Burscheid-live im November erfolgreich belebt: Der zweite Martinspark wurde zum Fest für die Familie.

Im November war die Behelfsbrücke in Dürscheid eingerichtet, passieren können sie Fußgänger. Seit der Hochwasserkatastrophe 2021 war die Durscheider Brücke beeinträchtigt. Die Anwohner fühlten sich abgeschnitten und bangten um ihre Erreichbarkeit.

Ganz offiziell verabschiedete die Feuerwehr ihren Chef im November: Bereits im Sommer hatte Achim Lütz sein Amt abgegeben. Nach 18 Jahren Dienst freute er sich auf entspanntes „Durchschlafen“, wie er bekannte.

Linden ade: Weil auf der Bürgermeister-Schmidt-Straße Leitungen verlegt werden, müssen die Linden für die Verkehrsumleitung weichen. Zum Missfallen der Grünen.

Ein gemeinsamer Kulturen twicklungsplan soll Burscheid und Wermelskirchen einen und stärker machen. Für die vorbereitenden Schritte ist Kulturmanagerin Jasmin Dorner zuständig. Workshops gehören auf diesem Weg dazu, der zweite fand im November in Burscheid statt.

Erneut wurde es nichts mit dem Namenszusatz „Musikstadt“: Auf der Hauptausschusssitzung zog die Verwaltung die Beschlussvorlage zurück, weil Fragen nicht geklärt werden konnten. Der Namenszusatz soll nun erst nach dem Umbau des Haus der Kunst wieder auf die Agenda kommen.

Ende November startete dank der Zukunftsinitiative eine Premiere: Der „Lebendige Adventskalender“, bei dem sich in der Vorweihnachtszeit 24 Türchen öffneten – in einer bunten Mischung aus Geschichten, Liedern, Vorlesen.

Saunafreunde durften wieder schwitzen: Das Vital-Bad öffnete teilweise seine Sauna, die aus Energiespargründen geschlossen worden war.

Ende November gab SPD-Fraktionschef Klaus Becker bekannt, dass er sich von der Politik verabschieden will: 1986 trat er in die Partei ein. Nun will der 67-Jährige anderen Interessen mehr Platz einräumen – und den Enkeln.

Im Dezember schlug Weihnachtsmarkt „Ä Tännschen please“ an alter Stelle in Engelrath auf. Lange war unklar gewesen, ob Organisator Christian Hoffmann dort bleiben kann. Für 2022 klappte es nochmal.

Im Dezember zog im Rathaus wieder der Wunschbaum ein, und fand auf der Hauptstraße das Tannenbaumfest statt. Auch der Obst- und Gartenbauverein konnte wieder seine Krippe aufstellen.

Ein letzte Mal konnte die Stadt den Heimatpreis vergeben, dann lief die Förderung aus. Platz 1 ging an die Johannes-Löh-Gesamtschule, die ihren Schulhof begrünen will, Platz 2 ans Ökumenische Hospiz und Platz 3 an Katharina Jörgens für ihre Bauernhofspielgruppe.

Eine handschriftliche Notiz auf einer Toilette der Johannes-Löh-Gesamtschule kündigte einen Amoklauf an und löste große Besorgnis aus. Polizei und Schulleitung handelten sofort und setzten auf deutlich sichtbare Präsenz der Ordnungsbehörde vor Ort. „Vermutlich ein übler Scherz“, hieß es abschließend.

Dem Standort Burscheid hat sich Michael Hedderich immer verbunden gefühlt: 1997 kam er zu Federal Mogul und übernahm rasch Führungsverantwortung. Zuletzt war er weltweit verantwortlicher Manager für Kolbenringe und Zylinderlaufbuchsen. Nun, zum Jahresende, geht er in den Ruhestand.

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