Burscheid verzeichnet die wenigsten Insolvenzen

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Creditreform Solingen legt Bericht 2021 über die Region vor

Von Nadja Lehmann

Gründung beziehungsweise Insolvenz: Die Creditreform Solingen hat analysiert, wie viele Unternehmen im Gebiet um die Großstädte Solingen, Remscheid, Leverkusen und auch im Rheinisch-Bergischen Kreis im vergangenen Jahr neu gegründet beziehungsweise beim Gewerbeamt abgemeldet oder gelöscht worden, und wie viele Firmen im Laufe des Jahres in die Insolvenz geschliddert sind.

7100 Neuanmeldungen stehen im vergangenen Jahr etwa 5300 Löschungen und Gewerbeabmeldungen gegenüber. Insgesamt waren in den Städten der Region zum Jahresende 2021 etwa 1800 Gewerbebetriebe mehr verzeichnet als vor Jahresfrist. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist in der Region wie im Bundesgebiet weiter deutlich zurückgegangen. Für das Gebiet um die Großstädte Solingen, Remscheid und Leverkusen sind für 2021 insgesamt 170 unternehmerische Insolvenzverfahren verzeichnet. Im Vorjahr waren es 184 Verfahren (Rückgang: 7,6 Prozent).

Der wirtschaftliche Schaden, der der Region durch die Unternehmensinsolvenzen 2021 entstanden ist, wird von Creditreform Solingen mit etwa 100 Millionen Euro beziffert. Etwa 600 Mitarbeiter haben durch die Insolvenz ihres Unternehmens ihren Arbeitsplatz verloren oder müssen darum bangen.

Ole Kirschner, Geschäftsführer von Creditreform Solingen: „Die verstärkten Gründungsaktivitäten machen Hoffnung auf eine nachhaltig positive Entwicklung der lokalen Wirtschaft. Auf der anderen Seite sollten die weiter gesunkenen Insolvenzzahlen kritisch betrachtet werden, da sich einige Unternehmen nur dank diverser Corona-Hilfen über Wasser halten. Außerdem wird sich noch erweisen müssen, wie die Unternehmen der Region mit den zurzeit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen umgehen, wie Rohstoffmangel, stark gestiegene Bezugspreise und Fachkräftemangel.“

In der Analyse wirft Creditreform auch einen Blick auf Burscheid. In Burscheid lag die Zahl der Existenzgründungen zum Jahresende 2021 bei 172. Weniger stark zugenommen hat gleichzeitig mit 136 die Zahl derer, die ihr Gewerbe abgemeldet haben. „Hier ergibt sich also ein deutliches Plus von 36 unternehmerischen Neuexistenzen – das gute Vorjahresergebnis wird verdoppelt“, heißt es im aktuellen Bericht.

Burscheid schließt zu den guten Gründungsjahren wieder auf

Damit schließt Burscheid wieder zu den guten Gründungsjahren 2014 und 2016 auf, in denen 173 beziehungsweise 171 Neugründungen geleistet wurden. Ihren diesbezüglichen Tiefststand hatte Burscheid im Jahr 2018, als nur 109 Gründungen verzeichnet worden, denen 148 Insolvenzen gegenüberstanden. 2020 wurden 141 Gründungen und 123 Insolvenzen gezählt.

Sehr positiv zeigt sich auch das Bild in der Nachbarstadt Wermelskirchen: Einer im Vergleich zum Vorjahr stabilen Zahl an Neuanmeldungen (270) steht hier ein deutlicher Rückgang bei den Abmeldungen gegenüber (170). 2020 waren es da noch 243 gewesen. Per Saldo kann sich Wermelskirchen also über rund 100 neue Selbstständige freuen.

Fazit der Creditreform Solingen: „Somit schlagen in den Städten der Region am Jahresende 2021 etwa 1800 Gewerbebetriebe mehr zu Buche als 2020. Seit 2018 ist in der Region ein neuer Trend zur Selbstständigkeit zu verzeichnen, der sich auch im zweiten Corona-Jahr 2021 fortsetzt.“

In Relation zu den in der Stadt verzeichneten Unternehmen sind in diesem Jahr in Hückeswagen die meisten Betriebe zusammengebrochen. Mit einem Insolvenzindex von 1,37 bildet die Stadt in diesem Jahr das Schlusslicht, heißt es.

Burscheid indes darf sich freuen: Spitzenreiter – also die Stadt mit den wenigsten Unternehmensinsolvenzen gemessen an der Zahl der dort angesiedelten Unternehmen – ist in diesem Jahr nämlich die Stadt Burscheid, wo 2021 nur drei unternehmerische Insolvenzverfahren eröffnet worden sind (Index: 0,67).

Als besonders insolvenzanfällig zeigen sich wie in den Vorjahren die Rechtsformen „GmbH“ und „GmbH & Co. KG“. Auch in der Region entfallen auf diese Rechtsformen aktuell 71 der Insolvenzverfahren (42,0 Prozent). Die Insolvenzquote dieser Unternehmensformen liegt aktuell bei 1,44, also 44 Prozent über dem Durchschnitt. Als besonders stabil erweisen sich die Unternehmensformen GbR, OHG und KG (Insolvenzindex 0,17) und die Freiberufler (Index 0,25).

Hintergrund

Traditionell zur Jahresmitte und zum Jahresende stellt Creditreform Solingen die Unternehmensentwicklung insgesamt vor, insbesondere unter Berücksichtigung der Unternehmensinsolvenzen. Das untersuchte Gebiet umfasst die Großstädte Leverkusen, Solingen und Remscheid sowie die umliegenden Orte. Auch Burscheid und Wermelskirchen sind erfasst.

www.creditreform.de/solingen

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