Corona ist eine Herausforderung für Bestatter

Trauern unter den Bedingungen der Pandemie

Alexandra Hölter vom Beerdigungsinstitut Kuhler und Kaufmann berichtet von ihrer Arbeit während der Pandemie. Foto: Doro Siewert
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Alexandra Hölter vom Beerdigungsinstitut Kuhler und Kaufmann berichtet von ihrer Arbeit während der Pandemie.

Für die Bestatter stellt Corona eine echte Herausforderung dar

Von Stephan Eppinger

Burscheid. „Wir sind immer bemüht, die Angehörigen von verstorbenen Menschen möglichst umfassend zu informieren. Das passiert aktuell zunächst in einem ausführlichen Telefonat. Die Details der Trauerfeierlichkeiten können wir dann bei uns vor Ort klären. Dank der Schutzmaßnahmen und unseres guten Hygienekonzeptes ist das inzwischen wieder möglich geworden“, sagt Alexandra Hölter vom Burscheider Familienunternehmen Kuhler und Kaufmann Bestattungen, das auf eine gut 130-jährige Geschichte zurückblicken kann.

Die Regeln werden von der Stadt gemäß der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes bestimmt, die sich je nach Infektionslage beziehungsweise Inzidenz immer wieder verändern kann. Aktuell dürfen auf dem Burscheider Friedhof maximal sechs Personen in die Trauerhalle und zehn draußen aufs Außengelände. Die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske gilt auf dem gesamten Friedhofsgelände. Es muss ein Abstand von mindestens 1,5 Meter eingehalten werden, ausgenommen sind nur Verwandte in gerade Linie, Geschwister, Ehegatten und Lebenspartner.

Trauercafé ist wieder erlaubt, Hygieneregeln und Teilnahmebegrenzungen bleiben bestehen

„Wir sind da sehr vorsichtig, auch wenn aktuell die Zahlen heruntergehen. Vor der Beerdigung müssen wir mit den Angehörigen zunächst klären, wer an der Beerdigung teilnehmen kann und wer nicht. Die Kunden zeigen dafür sehr viel Verständnis. Aber leicht fällt ihnen das nicht immer, denn ein Trauerfall in der Familie ist immer eine Ausnahmesituation.“ Vor dem Termin werden Teilnehmerlisten geführt, die dann vor Ort von den wirklich Anwesenden unterschrieben werden müssen. Diese Listen müssen wegen der Nachverfolgbarkeit vier Wochen vom jeweiligen Bestattungsunternehmen aufbewahrt werden. Nach Angaben der Stadtverwaltung Burscheid wird derzeit geprüft, ob weitere Lockerungen möglich sind. Dazu würden Gespräche mit den Bestattern geführt.

Wieder möglich ist dank der niedrigen Inzidenzzahlen eine Einladung zum anschließenden Trauercafé – natürlich nach den aktuell geltenden Corona-Regeln zum Beispiel einer Begrenzung der Teilnehmerzahl. „Die aktuelle Lage und die daraus sich ergebende Schutzverordnung des Landes hat Erleichterungen für die Gastronomie ergeben, die nun auch den Trauernden nach einer Beerdigung zugutekommen“, sagt Christian Jäger, Geschäftsführer des Bestatterverbandes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Die Begrenzung der Teilnehmerzahlen haben nach seiner Erfahrung im Land zu keinen Problemen geführt. „Das funktioniert gut, auch wenn den Angehörigen die Auswahl naturgemäß schwerfällt“, berichtet Jäger.

Wenn die Bestatter einen Corona-Toten versorgen, müssen sie sich gut schützen

Wenn die Bestatter einen Corona-Toten versorgen, müssen sie sich gut schützen, um sich nicht selbst bei der Arbeit zu infizieren. Hier gibt es umfangreiche Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. „Das betrifft zum Beispiel die persönliche Schutzausrüstung wie einen Einmalkittel, doppelte Handschuhe, eine FFP2-Schutzmaske und ein Faceshild. Dazu kommen Desinfektionsmittel für die Hände und die Oberflächen. Das gilt aber für jeden infektiösen Toten, nicht nur bei Corona“, sagt Hölter.

Für ihre Branche ist die Corona-Zeit eine echte Herausforderung: „Die vergangenen anderthalb Jahre waren für die Unternehmen unseres Verbandes eine schwierige Zeit. Unser Berufsbild ist geprägt von der Betreuung, der Beratung und auch dem Spenden von Trost für die Hinterbliebenen. Das haben uns gerade die strengen Abstandsregeln deutlich erschwert. Was die Unterstützung und die Anerkennung unserer Arbeit angeht, haben wir uns von der Landesregierung oft alleine gelassen gefühlt. Gerade die Zeiten, in denen Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel gefehlt haben, waren schwierig. Wir waren es auch, die die Corona-Toten aus den Krankenhäusern und Altenheimen geholt haben, wo es zuvor Hotspots gegeben hatte. Da waren bei vielen Kollegen Ängste ständige Begleiter. Außerdem waren wir oft die Botschafter der schlechten Nachrichten, wenn es etwa um Beschränkungen bei Trauerfeiern ging. Das hat alle in unserer Branche sehr belastet“, sagt Jäger.

Kirchen

Evangelisch: Die Pfarrer und Prädikanten der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid gestalten die Trauerfeiern und Beisetzungen für verstorbene Gemeindeglieder. Meist vermitteln dabei die beauftragten Bestatter den Kontakt zu den Angehörigen und terminieren die Beerdigung.

Katholisch: Den Zeitpunkt und die Form der Beisetzung bespreche man mit dem Beerdigungsinstitut, das Kontakt mit dem Pfarrbüro aufnimmt.

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