Burscheid-Stiftung soll Musikschule auf den Prüfstand stellen

So fängt alles an: Kinder entdecken in der Musikschule Instrumente, Rhythmus und Melodien. Es sind die Voraussetzungen für ein Leben in und mit der Musik. Archivfoto: Christian Beier
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So fängt alles an: Kinder entdecken in der Musikschule Instrumente, Rhythmus und Melodien. Es sind die Voraussetzungen für ein Leben in und mit der Musik. Archivfoto: Christian Beier

Auch der Vorstand der Orchesterschule nimmt Stellung zur Notwendigkeit finanzieller Förderung

Von Nadja Lehmann

Wird die Musikschule gefördert und wenn ja, wie? Vor allem an der Frage, ob die Musikschule als Verein einen Bildungsauftrag habe, schieden sich die Geister. Dies hatte im Hauptausschuss für eine durchaus kontroverse Diskussion gesorgt.

Nun befassten sich auch die Mitglieder des Burscheider Stadtrats mit der Thematik und entschieden ebenso wie der Fachausschuss zwei Tage zuvor: Der Vorschlag der SPD, die Musikschule mit jährlich 80 000 Euro zu unterstützen, wurde ebenso abgelehnt wie der Antrag der FDP, rund 30 000 Euro zuzuschießen – verbunden mit dem Wunsch, auch der Orchesterschule Hilgen etwas zukommen zu lassen. FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Wirths: „Wir wollen auch der zweiten Musikschule etwas geben.“

Bürgermeister soll Kontakt zur Kreissparkasse Köln suchen

Ein einstimmiges Votum bei acht Enthaltungen gab es dann für den Vorschlag der Stadtverwaltung: Bürgermeister Stefan Caplan wird den Kontakt zur Kreissparkasse Köln suchen und für eine Unterstützung durch die Burscheid-Stiftung werben. Diese schüttet der Musikschule bereits ohnedies Geld aus, „das soll auch nicht mehr werden“, betonte Caplan. Aber: Die Stiftung hat eine Rücklage für Notfälle aufgebaut, aus der man Geld locker machen könnte. Caplan nannte die Summe von 80- bis 100 000 Euro. Darüber entscheidet aber nicht der Stadtrat, sondern das Stiftungskuratorium. Mit einem positiven Bescheid wäre eine externe Moderation, Beratung und Analyse verbunden: „Ziel ist, die Balance der Einrichtung wiederherzustellen“, so der Bürgermeister.

„Kriegt die Orchesterschule auch etwas?“, hakte Joachim Wirths nach. „Wir möchten denen etwas Gutes tun.“ Caplan rückte das Bild vom „Gutes tun“ indes zurecht: „Wir sprechen über Synergien, Fusionen und auch über die Koexistenz der beiden Schulen. Wir leiten einen Strukturprozess ein. Den braucht die Orchesterschule nicht.“ Dass die Hilgener ohne Subventionen klarkommen, hatten die Politiker immer wieder herausgestrichen.

Kurz vor der Ratssitzung hatte sich der Vorstand der Orchesterschule selbst zu Wort gemeldet. „Die Orchesterschule Burscheid hat derzeit rund 200 Schüler und wird ehrenamtlich geleitet. Die Leitung einer Musikschule von der Größe der Musikschule Burscheid wäre ehrenamtlich nicht möglich“, stellten die Hilgener klar. „Zum laut Beschlussvorlage der Stadtverwaltung »verantwortungsvollen fiskalischen Handeln der Orchesterschule Burscheid« ist anzumerken, dass deren Betrieb nur durch fünfstellige Kredite ihrer Mitglieder aufgenommen werden konnte und aufrechterhalten werden kann.“

Und der Vorstand der Orchesterschule spricht auch zur Rechtsform der Musikschule Klartext: „Musikschulen sind Bildungseinrichtungen unabhängig von ihrer Rechtsform. Dies ist die allgemeine Meinung der Musikwelt, der kommunalen Spitzenverbände und der Landesregierungen.“ Werde eine Musikschule nicht in kommunaler Regie betrieben, so bliebe ihr nur die Rechtsform eines gemeinnützigen eingetragenen Vereins.

Das Fazit der Orchesterschule für die Musikschule sowie sich selbst: „Eine finanzielle Unterstützung der Musikschulen im beispielsweise durch die FDP beantragten Umfang würde die finanzielle Situation der Stadt nicht wirklich beeinflussen angesichts eines Jahreshaushalts von rund 44 Millionen Euro. Für die Musikschulen wäre eine Unterstützung in besagter Höhe allerdings überlebenswichtig.“

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