Sozialbericht

So ist die Lebenssituationen im Rheinisch-Bergischen Kreis

Nicole Wittmann (l.) von der Katholischen Jugendagentur und Stephanie Ludewig vom Jobcenter beraten Hilfesuchende im Burscheider Büdchen. Archivfoto: Sabine Sistig
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Nicole Wittmann (l.) von der Katholischen Jugendagentur und Stephanie Ludewig vom Jobcenter beraten Hilfesuchende im Burscheider Büdchen.

Themenfelder sind Demografie, Daseinsvorsorge, Gesundheit, Pflege.

Von Alexandra Dulinski

Rheinisch-Bergische Kreis. Der Rheinisch-Bergische Kreis hat zusammen mit den kreisangehörigen Kommunen, der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände sowie dem Jobcenter Rhein-Berg den zweiten Sozialbericht vorgelegt. Der Bericht beschäftigt sich mit den Lebenssituationen der Menschen in Rhein-Berg und bildet somit die Basis für die Sozialplanung im Kreisgebiet. Zu den Themenfeldern des Sozialberichts zählen beispielsweise Demografie, Daseinsvorsorge, Gesundheit, Jugendhilfe und Pflege.

Ziel ist es, die Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis langfristig bei ihren alltäglichen Herausforderungen zu unterstützen und Angebote sowie Leistungen zu optimieren. „Mit Hilfe des ersten Sozialberichts 2017 ist es gelungen, die Lebenssituation der Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis kleinräumig und unter verschiedenen sozialpolitischen Aspekten sichtbar zu machen. Dabei zeigten sich in der räumlichen Betrachtung nicht nur Unterschiede bei den Lebenslagen und Teilhabechancen zwischen den Kommunen im Kreisgebiet, sondern auch innerhalb der Städte und Gemeinden“, sagt Markus Fischer, Dezernent für Soziales, Inklusion, Gesundheit, Familie und Jugend.

Viele Partner aus Verwaltung, Schulen, Kindertagesstätten, sozialen Einrichtungen und zunehmend auch Bewohnerinnen und Bewohner engagieren sich für ihr Quartier und übernehmen Verantwortung. Markus Fischer: „Umso bedauerlicher ist es, dass viele der partizipativen Elemente im Sozialplanungsprozess während der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen ruhen mussten. Hier sind wir gefordert, neue, kreative und digitale Lösungen zu finden.“

Einige Entwicklungen und Tendenzen zeichneten sich bereits ab, für eine abschließende Beurteilung der sozialen Folgen der Pandemie fehlen aber zurzeit noch belastbare wissenschaftliche und statistische Erkenntnisse. Mit der Veröffentlichung des Sozialberichts ergebe sich jedoch ein Ansatz, den Menschen im Kreis schnell die benötigte Unterstützung anbieten zu können.

Grundlage des Berichts ist eine Sozialraumuntersuchung

Die Grundlage für den Bericht ist eine kleinteilige Sozialraumuntersuchung, die die lokalen Merkmale der Städte und Gemeinden berücksichtigt. Zu dieser Untersuchung zählen beispielsweise Altersstrukturen und Betreuungsquoten von Kindern. Für den Rheinisch-Bergischen Kreis wurden kleine Raumeinheiten, sogenannte Wohnplätze der Sozialplanung, untersucht und verglichen. Insgesamt gibt es davon 81 im gesamten Kreisgebiet.

In Burscheid soll im Zentrum Nord unter dem Titel „Aufbruch Mitte“ die Familienförderung, Jugendhilfe und Integration von jungen Menschen in die Arbeitswelt fokussiert werden. Dort wurde das „Burscheider Büdchen“ 2019 als niederschwellige Anlaufstelle im Quartier eröffnet. Büdchen-Leiterin Nicole Wittmann von der Katholischen Jugendagentur LRO gGmbH (KJA) steht den Anwohnern als Ansprechperson bei ihren Anliegen zur Seite und bringt Hilfesuchende und bestehende Angebote zusammen.

In Wermelskirchen Innenstadt und Ost heißt es „Wermelskirchen, die familienfreundliche Stadt Gemeinsam gestalten“. Hier sollen weitere Angebote im Freizeit- und Bildungsbereich für Kinder und Jugendliche geschaffen werden. Seit 2020 ist Marc Spies als Streetworker bei der Stadt Wermelskirchen beschäftigt. Mit dem Jugend- und Freizeitpark, der im September 2021 eröffnet wurde und von den Kindern und Jugendlichen gut angenommen wird, bieten sich viele neue Möglichkeiten für Projekte und Angebote.

Das Jobcenter bietet an fünf Standorten im Kreis regelmäßig Außensprechstunden an: im Burscheider Büdchen, in der Kontaktstelle KiWo im Wohnpark Bensberg, im Caritas-Haus Bergisch Gladbach, im Beratungshaus Overath-Untereschbach sowie im Waschcafé Wermelskirchen. Zudem gibt es seit 2019 in Wermelskirchen und Burscheid ein Angebot der aufsuchenden Arbeit für Jugendliche und junge Menschen, die von den herkömmlichen sozialen Institutionen nicht mehr erreicht werden.

Eine Jugendsozialarbeiterin unterstützt Jugendliche und junge Menschen zwischen 15 und 27 Jahren mit dem Ziel, sie zur Aufnahme eines Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnisses oder der Fortführung ihrer schulischen Ausbildung zu motivieren.

Den Sozialbericht finden Interessierte auf der Homepage des Rheinisch-Bergischen Kreises: https://www.rbk-direkt.de/ unter dem Stichwort „Sozialbericht“.

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