Angelpark Burscheid

Petrijünger angeln in der Pandemie weiter frische Forellen

Der Angelpark Burscheid von Ulrich Schreier (l.) hat durch Corona kaum Einbußen. Reinhard Kaptur hat an diesem Morgen schon sechs Forellen gefangen. Drei weitere Anglerinnen und Angler waren gestern am Teich. Foto: Markus Schumacher
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Der Angelpark Burscheid von Ulrich Schreier (l.) hat durch Corona kaum Einbußen. Reinhard Kaptur hat an diesem Morgen schon sechs Forellen gefangen. Drei weitere Anglerinnen und Angler waren am Montag am Teich.
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Der Angelpark Burscheid in Lämgesmühle hat durch Corona kaum Einbußen – Ulrich Schreier will noch vier Jahre weitermachen

Als Ulrich Schreier am Montagmorgen die paar Meter runter zu seinen Teichen ging, war es noch duster und es regnete in Strömen. Trotzdem standen schon ein paar Autos auf dem Parkplatz. Und ungeduldige Fischer wollten schon loslegen. Der Angelpark Burscheid in der Lämgesmühle ist wohl einer der wenigen Betriebe, die durch Corona fast keine Einbußen haben.

„Am Sonntag waren hier richtig viele Angler“, berichtete Schreier. Die konnten aber immer noch alle – auf mindestens zwei Meter Abstand gestellt – ihrem Hobby nachgehen. Am Montag verteilten sich die Petrijünger locker auf der rund 2,2 Hektar großen Anlage.

Die Besucher müssen sich vorher anmelden. Dann schmeißt Ulrich Schreier für jeden Angler zweieinhalb Kilogramm Fisch rein: sechs etwas über 400 Gramm große Forellen. Von 6.30 bis 14 Uhr haben die Angler dann Zeit, die Fische wieder rauszufangen. „Da Angeln der Lebensmittelgewinnung dient, darf es auch unter Corona weiter betrieben werden“, berichtete Schreier, der natürlich wisse, dass dies ein Privileg sei.

Angeln bedeutet für die Angler Entspannung

„Forellenpuff“ wird so eine Anlage manchmal abfällig genannt. Den Begriff hat auch Schreier natürlich schon gehört. „Aber ich finde das ungerecht“, sagte der 66-Jährige, „schließlich biete ich hier den Leuten die Gelegenheit, sich ganz frisch eine Forelle zu fangen.“

Nicht jeder Angler erwischt „seine“ sechs Fische. Die bleiben dann einfach im Teich. Und die Angler am nächsten Tag können mit Glück noch mehr Fische fangen.

Hans Schmidt hat bislang drei Forellen gefangen. Der 75-Jährige Baumberger kommt seit vielen Jahren zum Angeln nach Burscheid, er ist einer von den rund 90 Prozent Stammgästen, die Ulrich Schreier hat. Morgens hat sich der 75-Jährige noch nassregnen lassen, gegen Mittag freute er sich über ein paar wärmende Sonnenstrahlen. „Es ist einfach schön hier“, erklärte Schmidt. „Beim Angeln kommt man richtig runter, das ist Erholung pur.“

Beim Angeln kommt man richtig runter, das ist Erholung pur.

Hans Schmidt, Angler

In dem bis zu 2,40 Meter tiefen Teichen sind auch andere Fische: Von den außerhalb von Corona veranstalteten Nachtangeln bleiben immer ein paar Aale übrig, außerdem tummeln sich ein paar Karpfen, Schleien, Weißfische, Welse und sogar Störe im Wasser. „Wir hatten hier sogar mal einen 1,75 Meter langen Wels drin“, erinnerte sich Schreier.

Sechs Forellen hat Reinhard Kaptur heute schon erwischt. Er versuchte es weiter. „Angler sind eben gierig“, scherzte Schreier, der Kaptur aber bestens kennt und schätzt.

Das Grundstück am Imelsbacher Bach hatte einst vor sieben Jahrzehnten der Opa von Ulrich Schreier gekauft. Seitdem ist es im Familienbesitz. Schreier arbeitete lange im Vertrieb beim Kölner Stadtanzeiger, hatte BWL studiert und auf dem Wohnungsmarkt gearbeitet. Doch das Angeln ließ ihn nie los. Und irgendwann nahm das Hobby immer mehr Raum und Zeit ein – bis er schließlich am 15. Mai 1995 den Angelpark Burscheid eröffnete.

Forellenzucht ist kompliziert

Die Fische liefert ihm eine Firma aus Aachen, die sie wiederum aus Frankreich bezieht. Schreier zieht derzeit selbst einige Karpfen groß. Die Forellenzucht war ihm zu kompliziert: „Um den Rogen im richtigen Augenblick abzustreifen, dafür brauchen sie viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl“, schilderte er.

Zur Anlage gehört auch ein kleiner Teich, der reserviert werden kann. „Da kann dann der Opa mit seinem Enkelkind mal Angeln gehen“, brachte Schreier ein Beispiel. Die gängigsten Köder bietet er auch vor Ort an.

Kormorane ärgern den Teichbesitzer in dem von Wald und Grünflächen eingerahmten Angelpark nicht. „Der Graureiher holt sich schon mal ein Fischchen“, wusste Schreier, das störe ihn aber nicht groß. Vier Jahre will Schreier selbst noch weitermachen, dann möchte er die Anlage eventuell abgeben

Auszug aus der Gewässerordnung

1. Zugelassen sind nur Angler mit gültigem Fischereischein.

2. Den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes ist unbedingt Folge zu leisten.

3. Der gefangene Fisch ist waidgerecht zu behandeln.

4. Untermaßige Fische sind zurückzusetzen.

5. Der jeweilige Angelplatz ist sauber zu halten.

6. Das Anfüttern ist strengstens verboten.

11. Kinder bis zum vollendeten 13. Lebensjahr dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen angeln.

12. Um die Teichanlage sauber zu halten, wurden untermaßige Graskarpfen besetzt. Diese sind unverzüglich und schonend zurückzusetzen.

www.angelpark-burscheid.de

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