Nächstes Konzert steht schon fest

Orgel glänzt mit Farbenvielfalt und Klangbreite

Konzentriert am Orgeltisch: Kirchenmusikdirektorin Silke Hamburger spielte auf der Schuke-Orgel. Die geplante Besichtigung fiel Corona zum Opfer. Foto: Doro Siewert
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Konzentriert am Orgeltisch: Kirchenmusikdirektorin Silke Hamburger spielte auf der Schuke-Orgel. Die geplante Besichtigung fiel Corona zum Opfer.

Kultursommer: Kirchenmusikdirektorin Silke Hamburger spielte auf dem „Instrument des Jahres“.

Von Dela Kirchner und Nadja Lehmann

Burscheid. Was könnte Menschen dazu bewegen, einen sonnigen Nachmittag bei angenehmen, spätsommerlichen Temperaturen nicht im Eiscafé oder im Garten zu verbringen, sondern in dem doch eher kühlen Inneren einer Kirche? Für die Burscheider kann diese Frage ganz einfach beantwortet werden: die „Klangwege“ der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid. Mittlerweile bereits Ausgabe 170 der Konzertreihe unter der künstlerischen Leitung von Kirchenmusikdirektorin Silke Hamburger, die auch als Kreiskantorin des Kirchenkreises Leverkusen im Amt ist.

Orgelmusik in einer evangelischen Kirche, besinnlich und anspruchsvoll – welches Publikum kommt der Einladung zu einem solchen Konzert wohl nach? Ein äußerst gemischtes Publikum, wie es sich in Burscheid zeigt. Schon nach wenigen Klängen waren im Publikum viele geschlossene Augen erkennbar, um sich ganz auf die Klänge der Musik konzentrieren zu können, – und um zu genießen.

Das Programm, das Kirchenmusikdirektorin Silke Hamburger ausgewählt hatte, ließ keine Wünsche offen: Sie verwöhnte ihre Zuhörer mit Stücken wie der „Fantasie in d“ von Wolfgang Amadeus Mozart, „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3 von Johann Sebastian Bach oder „Le coucou“ von Louis Claude Daquin.

Burscheids Orgel stammt aus der Werkstatt Schuke in Berlin

Die doch sehr unterschiedlichen Meisterwerke zeigten die unwahrscheinlich große Klangbreite der 1969 gebauten Orgel aus der Orgelbauwerkstatt Karl Schuke aus Berlin. Manchmal schien es, als würde man Hunderte einzelner Flöten hören können. Für den geneigten Zuhörer ohne musikalische Vorbildung war es fast nicht vorstellbar, dass diese Musik von einem einzigen Menschen gespielt wurde.

„Diese Orgel hat eine ungewöhnlich große Klangfarbenvielfalt“, sagte Silke Hamburger über „ihre“ Orgel in Burscheid. „Dies erlaubt es, Musik aus ganz unterschiedlichen Epochen darstellen zu können.“

Musikstücke von Felix Mendelssohn Bartholdy (Andante mit Variationen D-Dur) und vergleichsweise „jungen“ Komponisten wie Samuel Rousseau (Scherzo) und Theodore Dubois (Toccata in G) rundeten das Programm des 170. Klangwege-Konzertes ab.

Silke Hamburger bewies auch am Sonntagnachmittag, welch großes Konzertrepertoire als Organistin und Pianistin sie aufbieten kann. Bereits mit drei Jahren begann sie ihre Musikausbildung und schon seit ihrem 17. Lebensjahr nahm sie Orgelunterricht. Später studierte sie Chorleitung und Orgel an der Berliner Kirchenmusikschule. Seit 1996 ist Silke Hamburger Kantorin in Burscheid.

Am Sonntag galt es, der Königin der Instrumente die Reverenz zu erweisen

Bedingt durch die andauernde Pandemie-Lage war es aktuell noch nicht möglich, die Orgel mit ihrem Hauptwerk, dem Positiv und dem Pedalwerk zu besichtigen. So war es ursprünglich geplant gewesen; schließlich stand die gesamte evangelische Kirche am Markt am Sonntag im Zeichen des bundesweiten „Tag des Denkmals“, der jedes Jahr aufs Neue versteckte und unbekanntere Preziosen der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Gehäuse der Orgel, dessen oberer Teil bereits aus dem 18. Jahrhundert stammt, konnte 1969 beim Bau der Schuke-Orgel erhalten werden. Die letzte Grundreinigung und technische Modernisierung erfolgten im März 2012. Am Sonntag galt es, der Königin der Instrumente die Reverenz zu erweisen: Sie ist das Instrument des Jahres.

Wer Silke Hamburger erneut lauschen möchte, braucht nicht lange auszuharren. Denn schon beim Beethoven-Tag am 25. September ist die versierte Musikerin erneut mit von der Partie: Gemeinsam mit Reiner Vallo wird sie vierhändig in die Orgeltasten greifen. Dann aber im katholischen St. Laurentius an der Höhestraße. Das Konzert ist eingebettet in einen ganzen Reigen zu Ehren Beethovens und dessen 250. Geburtstag. Ein Jubiläum, das eigentlich 2020 gefeiert werden sollte und wegen Corona verschoben werden musste. Burscheid würdigt das Bonner Genie am 25. September mit einem Stadtspaziergang voller Musik, der um 11 Uhr an der Evangelischen Kirche beginnt (wir berichteten).

Termin

Konzert Klangwege Nr. 171: Hatte Silke Hamburger in Pandemie-Zeiten noch von „Traum-Klangwegen“ gesprochen, musiziert sie nun wieder ganz real: am Sonntag, 2. Oktober, um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche Burscheid im Rahmen eines Kantatengottesdienstes. Auf dem Programm: Dietrich Buxtehudes „Alles, was ihr tut“.

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