Brandschutz

Burscheid muss viel Geld in die Hand nehmen

Burscheids Feuerwehr ist jedes Jahr bei etwa 40 Unfälle auf der A 1 helfend beteiligt.
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Burscheids Feuerwehr ist jedes Jahr bei etwa 40 Unfälle auf der A 1 helfend beteiligt.
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Hauptausschuss befasst sich mit dem Brandschutzbedarfsplan.

Von Susanne Koch

Burscheid. Vorweg: Stefan Mertens, Brandschutz-Gutachter der Firma Forplan GmbH, bescheinigte der Burscheider Feuerwehr in der Sitzung des Hauptausschusses am Dienstagabend eine sehr hohe Leistungsfähigkeit. „Seit 2015 hat die Freiwillige Feuerwehr 20 ehrenamtliche Arbeitskräfte mehr“, sagte er per Video zugeschaltet. Das sei nicht selbstverständlich und hänge mit der sehr guten Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit zusammen. Diese Bestrebungen müssten aber weiter fortgesetzt werden, damit die Einsatzkraft der Feuerwehr gleich bleibe beziehungsweise da, wo rechnerisch eine nicht immer ausreichende Verfügbarkeit (werktags von 6 bis 18 Uhr) bestehe, die Einsatzkraft noch gesteigert werden könne.

Der Brandschutzbedarfsplan der Stadt Burscheid soll jetzt bis 2027 fortgeschrieben werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Einstimmig beschlossen die Kommunalpolitiker die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans für Burscheid, die daraus abgeleiteten Umsetzungsmaßnahmen einschließlich des formulierten Schlusszieles. Die Verwaltung wird dahingehend beauftragt, die finanziellen Mittel zur Umsetzung der geplanten Maßnahmen bei der künftigen Haushaltsplanung zu berücksichtigen.

Reicht es, dass der Zielerreichungsgrad bei 80 Prozent liegt?

Michael Baggeler, BfB

Und da wird die Stadt Burscheid einiges an Geld in die Hand nehmen müssen. Beispielsweise für den Neubau der Feuerwache Dierath, aber auch für die Neubeschaffung von Fahrzeugen, beispielsweise einen neuen Einsatzwagen für die Feuerwehrleitung. „Die neuen Fahrzeuge unterstützen die Feuerwehrleitung bei ihren Arbeiten und bei der Dokumentation der Einsätze“, sagt Stefan Mertens. „Der jetzt vorhandene wurde von der Freiwilligen Feuerwehr selbst umfunktioniert und reicht nicht mehr den neuen Anforderungen.“

Auf jeden Fall müsse auch das Löschwasserkonzept in Auftrag gegeben werden, sagte Stefan Mertens. Und es müssten konkrete Maßnahmen daraus hergeleitet werden. „Entsprechende Mittel werden dafür in den Haushalt gestellt“, sagte Bürgermeister Dirk Runge. Notwendig seien auch leichtere Feuerwehranzüge und eine Erweiterung der technischen Ausstattung.

Michael Baggeler (BfB) fragte: „Reicht es, dass der Zielerreichungsgrad bei 80 Prozent liegt? Müssen wir nicht mehr tun?“

Der Brandsachverständige Stefan Mertens antwortet: „80 Prozent werden im Sinne des Gesetzes für den ehrenamtlichen Bereich als leistungsfähig angesehen.“ Setze man sich ein höheres Ziel, würde man daran gemessen. „Die Feuerwehr selbst will natürlich immer möglichst 100 Prozent erreichen.“ Zur Erklärung: In 80 Prozent der Fälle wird die Eintreffzeit bei einem Brand von acht Minuten eingehalten.

Horst Buttkus, Sprecher der CDU, wollte wissen: „Können wir uns auf die Sirenen bei den nächsten größeren Ereignissen verlassen?“ Hierauf antwortet Holger Wilke, Leiter des Amtes für Gebäudemanagement: „Die Sirenen funktionieren alle hervorragend. Jeder Burscheider ist damit erreichbar. Ziel sind fünf bis sechs Sirenenanlagen.“

Klaus Becker, Fraktionssprecher der SPD, sagte, sich zum Leiter der Feuerwehr, Achim Lütz, und seinem Stellvertreter, Klaus Kopisch, umdrehend: „Ihr als Freiwillige Feuerwehr leistet als Ehrenamtler eine tolle Arbeit.“ Er habe sich auf die Fahnen geschrieben, die Arbeit der Feuerwehr weiter aufbauen zu helfen.

„Mich haben die Aspekte des Brandschutzgutachtens überzeugt“, sagte FDP-Sprecher Ulrich Conrads. „Wir müssen die ehrenamtlichen Kräfte unterstützen. Sicherheit ist eine sinnvolle Aufgabe“, fügte er hinzu.

Ende des Jahres wird über den Brandschutzbedarfsplan geredet

Um nicht erst wieder in fünf Jahren über die Weiterentwicklung des Brandschutzbedarfsplans zu reden, verabredeten die Kommunalpolitiker gemeinsam mit der Stadtverwaltung, dass ab sofort jeweils am Ende des Jahres darüber gesprochen wird. Motto: „Was haben wir bisher umgesetzt?“

Gesamtschule

Der Hauptausschuss beschloss einstimmig, den Schulträgeranteil von 1070 Euro pro Kind und Schuljahr ab 2022/2023 um 180 Euro auf 1250 Euro pro Kind und Schuljahr zu erhöhen und diesen an den Trägerverein FV Betreuungsangebote in Burscheid weiterzuleiten.

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