Hilfsbereitschaft

Burscheid muss mit bis zu 100 weiteren Flüchtlingen rechnen

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Bürgermeister Dirk Runge befürchtet, dass wieder Turnhallen belegt werden müssen.

Von Nadja Lehmann

Ob die Lage schon dergestalt sei, dass man wieder daran denken müsse, Turnhallen umzubauen, fragte der Schul- und Sozialausschuss-Vorsitzende Thomas Kaps (BfB). Da hatte nämlich Ordnungsamtsleiterin Andrea Janeck gerade einen Einblick gegeben, wie viele Flüchtlinge Burscheid beherbergt und wie viele noch zu erwarten seien. Sie hatte klar gemacht: Die Lage ist ernst. Auf die Frage von Thomas Kaps gab Bürgermeister Dirk Runge die Antwort: „Wir sind nicht mehr weit davon entfernt.“ Das hatte, wie Runge am Donnerstagabend dem Fachgremium berichtete, zu einem Zusammenschluss der Bürgermeister des Rheinisch-Bergischen Kreises geführt: Diese haben sich in einem eindringlichen Brief an NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst gewandt .

In Burscheid leben derzeit 263 Flüchtlinge. „Davon kommen 153 aus der Ukraine“, berichtete Janeck. In den städtischen Unterkünften seien 79 Menschen aus der Ukraine untergebracht, davon 23 Kinder, die die Grundschulen besuchten.

„Wir müssen damit rechnen, dass uns weitere Menschen zugewiesen werden“, sagte Andrea Janeck. Ein dementsprechendes Signal habe bereits die zuständige Bezirksregierung Arnsberg gesandt. Denn laut Statistiken fehlten Burscheid knapp 100 Personen, um sein Soll zu erfüllen, erklärte die Ordnungsamtsleiterin.

„Uns könnten also bis zu 100 weitere Personen zugewiesen werden.“ Damit stellte sich die Frage, wo die Stadt weitere Flüchtlinge unterbringen könnte. „Die städtischen Unterkünfte sind gut belegt“, berichtete Holger Wilke, Leiter des Fachbereich 2. Man suche also nach Alternativen: „Aber der Wohnungsmarkt ist sehr angespannt.“

Wilke lobte in diesem Zusammenhang die große private Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. „Aber diese Kapazitäten sind erschöpft.“

Ein weiterer Knackpunkt sind die Erstuntersuchungen, die das Land nun auf die Kommunen abgewälzt hat: Ein Punkt, den die Bürgermeister in ihrem Schreiben anprangern. Auch Janeck und Wilke sind über diese Lösung alles andere als glücklich.

„Es geht dabei um den Ausschluss von Tuberkulose“, berichtete Janeck. Erwachsene würden geröntgt, Kinder bis 15 einem Bluttest unterzogen. Dies, so die Vorgabe des Landes, müsse innerhalb der ersten 14 Tage geschehen. Eine Fristsetzung, die Holger Wilke besonders ärgerte: „Wir wissen nicht, wenn die Menschen zu uns kommen, wie lange sie in der Ersteinrichtung waren. Das Land schafft es nicht. Und uns wird gesagt, wir müssen das in 14 Tagen hinkriegen.“ Eine Frist, die gerade bei Kindern schwierig einzuhalten sei, weil man geeignete Kinderärzte finden müsse, ergänzte Janeck. „Derzeit sind wir mit einem Kinderarzt im Gespräch. Wir hoffen auf eine Lösung.“

Und bei den Erwachsenen, so Holger Wilke, habe man zum einen einen Arzt gefunden, der die Flüchtlinge direkt aufsuche, zum anderen aber auch Kontakt zur Radiologie in Leverkusen aufgebaut: „Das funktioniert gut.“

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