Musicalische Academie

Faszination für den Klang des Kontrabasses

Ein Konzert der Musicalischen Academie zur Verabschiedung ihres Dirigenten Wolfgang Georg. Eingerahmt: Tilmann Werner. Fotos: Doro Siewert/Tilmann Werner
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Ein Konzert der Musicalischen Academie zur Verabschiedung ihres Dirigenten Wolfgang Georg. Eingerahmt: Tilmann Werner.

Interview mit dem neuen 1. Vorsitzenden der Musicalischen Academie, Tilmann Werner

Das Gespräch führte Stephan Eppinger

Wie ist die Situation aktuell bei der Musicalischen Academie Burscheid?

Tilmann Werner: Wir haben nach einer langen Pause im Juni wieder mit den Proben begonnen. Gearbeitet haben wir mit dem Programm aus dem Vorjahr, das wir mit einem kleinen, internen Konzert zu einem Abschluss bringen konnten. Jetzt stehen wir in den Startlöchern zum normalen Probenbetrieb nach den Sommerferien. Dazu kommt die Suche nach einem neuen Dirigenten. Hier gibt es drei Kandidaten für ein Probedirigat. Mit dem neuen Dirigenten muss dann auch ein neues Programm für das Orchester erarbeitet werden.

Wie laufen die Proben unter Corona-Bedingungen ab?

Werner: Zunächst haben nur die Streicher geprobt und beim internen Konzert gespielt. Später kam ein Stück nur für Bläser hinzu. Wir mussten die entsprechenden Abstände beachten sowie alle Türen und Fenster für eine möglichst gute Lüftung öffnen. Für die Flöten gab es noch eine eigene Trennwand. Außerdem mussten alle Orchestermitglieder vorab nachweisen, dass sie getestet, genesen oder geimpft sind. Derzeit haben wir etwa 30 bis 35 Musiker, von denen allerdings noch nicht alle in den Probenbetrieb zurückgekehrt sind.

Wie fällt der Ausblick für Auftritte der Musicalischen Academie in diesem Jahr aus?

Werner: Am 25. September soll es den Beethoven-Tag in Burscheid geben, der schon zweimal verschoben werden musste. Daran beteiligen sich verschiedene Musiker und Vereine. Unser Programm für diesen Tag haben wir schon vor längerer Zeit erarbeitet. Es werden die „Deutschen Tänze - Werk ohne Opus“ von Beethoven sein. Dieser hatte sich in Wien damit für einen großen Ball beworben. Zu seiner Zeit war das Tanz- und Gebrauchsmusik. Wir greifen das in unserem Beitrag auf und haben Kontakt zu einer Ballettschule in Leichlingen aufgenommen, die uns ein Kinderballett schicken wird. Ein weiteres Konzert ist für den 5. Dezember bei der Wiedereinweihung des Konzertflügels im Haus der Kunst geplant. Das Programm ist hier noch offen, auch weil es die Aufgabe des neuen Dirigenten ist, hier als musikalischer Leiter zu entscheiden, was gespielt wird.

War es schwer, Kandidaten für den neuen Dirigenten zu finden?

Werner: Wir haben für die Suche verschiedene Kanäle genutzt. Inserate gab es auf Internetforen zur Dirigentensuche und auf unserer Facebook-Seite. Außerdem haben wir verschiedene Musikschulen angeschrieben. Die Rückmeldung war gut, wir mussten die Zahl für die Probedirigate begrenzen. Bis Anfang beziehungsweise Mitte September sollte die Suche abgeschlossen sein. Dazu wird es noch eine außerordentliche Vollversammlung geben.

Wie ist es um den Nachwuchs für das Orchester bestellt?

Werner: Es gibt immer wieder junge Leute, die sich für unser Orchester interessieren und die sich trauen, bei uns mitzumischen. Über unsere Internetseite zeigen wir Interessenten, dass sie immer willkommen sind.

Wie sind Sie selbst zur Musicalischen Academie gekommen?

Werner: Ich bin von Hause aus Kontrabassist, hatte aber durch die Familie zehn bis 15 Jahre mit dem Musizieren ausgesetzt. Mit Mitte 40 kam das Interesse an der Musik zurück und so bin ich zur Musicalischen Academie gekommen. Ich wohne in Lützenkirchen direkt an der Stadtgrenze zu Burscheid, da war der Weg nicht allzu weit. Ich habe mich vorgestellt und wurde aufgenommen. Das ist inzwischen gut 30 Jahre her.

Was hat Sie an Ihrem Instrument gereizt?

Werner: Ich habe zunächst Klavierstunden bekommen. Mit 14 oder 15 Jahren war ich bei einem Konzert. Dort hat mich der Klang des Kontrabasses fasziniert und im Schulorchester wurde gerade ein Kontrabassist gebraucht. Später habe ich noch im Stuttgarter Universitätsorchester gespielt.

Ein Konzert der Musiker.

Sie kommen ursprünglich aus dem Süden?

Werner: Ich wurde in Stuttgart geboren und bin dann in der Umgebung von Heilbronn aufgewachsen. Über meinen Beruf als Chemiker bin ich zu Bayer nach Leverkusen gekommen, wo ich bis zur Rente vor zehn Jahren in der Zentralanalytik gearbeitet habe.

Was macht Ihnen derzeit Sorgen und was Hoffnung?

Werner: Es gibt derzeit viel in der Musicalischen Akademie zu regeln. Bei der Suche nach einem neuen Dirigenten sind wir auf einem guten Weg. Zu den Unwägbarkeiten gehört im Moment, dass wir ein bis zwei Jahre unsere Heimspielstätte im Haus der Kunst wegen des Umbaus nicht nutzen können. Hier sind wir auf der Suche nach einer Interimsspielstätte für die Proben und die Konzerte. Auch hier bin ich zuversichtlich, dass wir etwas finden werden.

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