Unterwegs

Mitfahrbänke bringen neue Gemeinschaften zusammen

Kein Ziel heißt es hoffentlich schon bald nicht mehr, wenn die Mitfahrerbänke (hier am Ewald-Sträßer-Weg) wieder mehr frequentiert werden.Archivfoto: Markus Schumacher
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Kein Ziel heißt es hoffentlich schon bald nicht mehr, wenn die Mitfahrerbänke (hier am Ewald-Sträßer-Weg) wieder mehr frequentiert werden. Archivfoto: Markus Schumacher

Leader setzte sich für die Mobilitätsidee ein, die durch Corona unfreiwillig ausgebremst wurde

Von Ursula Hellmann

Burscheid. Von A nach B im Handumdrehen? So schnell vielleicht doch meist nicht! Aber eine Hand braucht es schon, um ein Schild auf eine andere Seite zu drehen. War dort vorher zu lesen: „ohne Ziel“ steht nun deutlich das Wort „Hilgen“ darauf. Und wirklich blieb Minuten später ein Auto direkt neben der Sitzbank mit dem Schild stehen. Eine freundliche Stimme fragte die Bankbesetzerin: „Wo möchten Sie denn hin?“ Nach deren Bitte: „Fahren Sie zufällig Richtung Apotheke in Hilgen?“ kam sogar heraus, dass beide denselben Weg vor sich hatten!

Seit, zum Beispiel, die ältere Dame aus Ösinghausen ohne Auto auskommen muss, ist für sie die Mitfahrerbank an der Kastanienallee eine willkommene Zwischenlösung, auf Fahrzeuge mit aufmerksamen Insassen zu hoffen.

Eine Idee, die sich schon in Eifel und Hunsrück bewährt hatte

Die Idee, auch in Burscheid Anlaufstellen bezüglich der Mobilität aufzustellen, stand seit 2014 zur Diskussion. Erst 2018 wurde das Projekt durch konkrete Anfragen von Ösinghauser Anwohnern in Angriff genommen. Was sich in den ländlichen Gebieten der Eifel und im Hunsrück bereits erstaunlich gut bewährt hatte, sollte auch in Burscheid die Transportlücken füllen helfen.

Dieser Ansicht war auch Leader-Bergisches Wasserland e.V.: Geschäftsführerin Dipl. Geogr. Céline Zahn gibt gerne Auskunft über das Projekt. „Die Finanzierung der Bänke übernahm mit rund 140 000 Euro die Covestro AG, Leverkusen. Leader hat sich der Förderung des ländlichen Raums verschrieben und sich auch für das Burscheider Konzept tatkräftig eingesetzt. Seitdem hat sich die Anzahl der Treffpunkte spontaner Fahrgemeinschaften von Leverkusen bis Kürten stets erhöht. Allein in Burscheider Außenbezirken stehen neun Mitfahrerbänke - und das für die gewünschten Fahrtrichtungen jeweils in erreichbarer Nähe voneinander.“

Leider bekamen auch die Wartebänke eine unfreiwillige, sehr lange Corona-Quarantäne verordnet. Wer steigt schon ohne Hemmungen in ein Auto oder nimmt unbekannte Personen mit, die Ansteckungsgefahr bedeuten könnten? Hoffentlich wenden nun bald viele Hände erneut die Schilder über den Bänken wieder auf die Seite mit den Zielwünschen.

Könnte es sein, dass die vielseitigen Bänke noch nicht oder nicht mehr jedem Anwohner bekannt sind? Denen sei empfohlen, sich neben der Fahrgelegenheit auch nach den zusätzlichen Mitgaben dieser spontanen Fahrgemeinschaften zu erkundigen.

Im ausführlichen Flyer, herausgegeben von Leader e.V., sind die Anlaufstellen zu finden, und er macht Laune auf neue Erlebnisse: „Wie viel angenehme Gespräche und Kontakte sind in ihnen schon entstanden!“ Dass die Sitzgelegenheiten in gutem Zustand bleiben und zum Verweilen einladen, dafür werden die kommunalen Stellen ihre Augen offenhalten.

Wo sind die Bänke überall zu finden? Burscheid-Rathaus, Hilgen-Raiffeisenplatz, Ösinghausen Kastanienallee und Ösinghauser Straße, Grünscheid (Schulbus-Haltestelle), Dürscheider Straße. Sängerheim Dierath, Schulbushaltestelle Großhamberg (Schulbus) und Großbruch.

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