Grüne Gärten sind wichtig für das Klima

Mit mehr Grün gegen den Klimawandel

Mag es am liebsten grün: Heike Wunderlich, Amtsleiterin Stadtentwicklung, Umwelt und Liegenschaften.
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Mag es am liebsten grün: Heike Wunderlich, Amtsleiterin Stadtentwicklung, Umwelt und Liegenschaften.

Stadt hat neues Förderprogramm für Dach- und Fassadenbegrünung aufgelegt.

Das Gespräch führte Stephan Eppinger

Burscheid. Das Thema Dach- und Fassadenbegrünung als ein Instrument gegen den Klimawandel wird immer wichtiger. Das gilt auch für Maßnahmen gegen die Versiegelung von Grundstücken beispielsweise durch Schottergärten. Der BV hat mit Heike Wunderlich, Amtsleiterin Stab Stadtentwicklung, Umwelt und Liegenschaften bei der Burscheider Stadtverwaltung, über das Themenfeld gesprochen.

Welche Bedeutung haben Dach- und Fassadenbegrünungen für eine Stadt wie Burscheid?

Heike Wunderlich: Es geht beim Klimaschutz um das Zusammenspiel von vielen kleinen Maßnahmen. Dach- und Fassadenbegrünungen sind ein Teil davon. Wenn man ein Dach begrünt, kann Regenwasser zurückgehalten und nach und nach an die Kanalisation abgegeben werden. Das hilft bei Starkregenereignissen wie in jüngster Zeit. Man spricht da auch von einer Schwammstadt, die die Folgen von Unwettern abmildern kann. Außerdem trägt eine Dachbegrünung auch dazu bei, das Klima in Gebäuden zu regulieren, und sorgt im Sommer für eine Kühlung.

Wie weit ist Burscheid bei diesem Thema?

Wunderlich: Ein Großteil der Altbestände bei den Gebäuden in Burscheid verfügt über geneigte Dächer, bei denen eine Begrünung sehr schwierig oder auch gar nicht möglich ist. Umsetzen kann man das aber zum Beispiel auf Garagen oder Carports. Auch viele Industriebauten verfügen über Flachdächer, die für solche Projekte geeignet sind. Die Nachfrage ist aber durchaus vorhanden. Wir haben gerade jetzt im Sommer das neue Förderprogramm aufgelegt. Es gab Anfragen aus der Bevölkerung und einen Antrag, der bereits bewilligt ist. Wir würden uns aber noch deutlich mehr Anträge wünschen und hoffen, dass die Nachfrage noch anzieht. Aktuell haben viele Bürger durch Corona oder die jüngste Hochwasserkatastrophe andere Sorgen. Das Thema muss noch mehr in das Bewusstsein der Menschen gelangen.

„Eine Dachbegrünung trägt dazu bei, das Klima in Gebäuden zu regulieren, und sorgt im Sommer für Kühlung.“

Heike Wunderlich

Was hat es mit dem Förderprogramm genau auf sich?

Wunderlich: Es handelt sich um das Förderprogramm des Landes und trägt den Titel „Klimaresilienz in Kommunen“. Es geht um die Bedeutung von Begrünungsmaßnahmen bei der Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel. Es richtet sich an Privatpersonen und an Gewerbetreibende. Dabei müssen wir die entsprechenden Vorgaben des Landes berücksichtigen. Aktuell haben wir die Fördermittel auf maximal 35 Euro pro Quadratmeter erhöht, da die Kosten für die Umsetzung inzwischen angestiegen sind. Maximal können 50 Prozent der Kosten gefördert werden.

Wie viele begrünte Gebäude gibt es Burscheid?

Wunderlich: Im Moment sind es einige wenige Gebäude mit einer Dachbegrünung. Wir wollen das aber weiter voranbringen. Die Kosten für die Begrünung von Bestandsbauten sind durchaus hoch. Da braucht es die Anreize durch Förderprogramme.

Wie sieht es bei den Neubauten aus, kann die Stadt hier solche Maßnahmen vorgeben?

Wunderlich: Bei laufenden Planverfahren sind Festsetzung für klimaschützende Maßnahmen wie eine Dach- oder Fassadenbegrünung zum Beispiel auf Nebengebäuden oder Garagen durchaus möglich. Das gilt zum Beispiel, wenn wir wie beim Baugebiet in Rötzinghofen als Stadt Grundstücke an Investoren verkaufen. Da sind zum Beispiel erneuerbare Energieträger wie etwa Photovoltaikanlagen bei den Neubauten möglich. Das gilt auch für die Bebauungspläne bei Gewerbegebieten. Da gibt es durch die Flachdächer der Industriebauten durchaus Anreize für Dachbegrünungen.

Ein anderes Thema bei der Versiegelung von Böden sind Schottergärten. Was kann die Stadt dagegen tun?

Wunderlich: Das wird im November ein Thema im Umweltausschuss sein. Es wird dann darum gehen, welche Stellschrauben wir bei der gärtnerischen Gestaltung von Grundstücken als Stadt haben und welche rechtlichen Vorgaben möglich sind. Auch hier müssen wir Anreize schaffen, um die Versiegelung möglichst gering zu halten.

Warum sollte man seinen Garten grün statt grau gestalten?

Wunderlich: Grüne Gärten sind wichtig für das Klima in einer Stadt. Außerdem sind sie einfach bunter und schöner als ein Schottergarten. Das ist etwas fürs Auge – und wenn es summt und brummt, auch fürs Ohr. Denn grün gestaltete Gärten helfen Insekten wie Wildbienen beim Überleben, weil sie ihnen Nahrung bieten. Dazu kommt der Wasserhaushalt, denn ein grüner Garten ist auch ein guter Wasserspeicher und wirkt sich zudem positiv auf den Luftaustausch aus. Für den Menschen bieten grüne Gärten also einen deutlich höheren Erholungswert.

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