Sommerferienruhe? Nicht im Megafon

Megafon-Team baut mit Kindern Insektenhotels

„Megafon goes Nature“ heißt das Projekt, in das sich die Kinder in den Sommerferien vertieften. Sie bauen für das Kinder- und Jugendzentrum Insektenhotels. Archivfoto: Nadja Lehmann
+
„Megafon goes Nature“ heißt das Projekt, in das sich die Kinder in den Sommerferien vertieften. Sie bauen für das Kinder- und Jugendzentrum Insektenhotels. Archivfoto: Nadja Lehmann
  • VonNadja Lehmann
    schließen

Jugendzentrum-Leiter Marc Munz freut sich über Neuzugang Felix Bagusch, der eigene Akzente setzt.

Burscheid. Das Jugendzentrum hat nun auch die Insekten entdeckt, die Bienen und die Hummeln: „Wir haben angefangen, ein Insektenhotel zu bauen“, erzählt Leiter Marc Munz. Das Motto: Megafon goes Nature. Mit im Boot ist dabei der Burscheider Imkerverein. Denn die Aktion soll keine Eintagsfliege sein, sondern eine langfristige. „Wir kommen vorwärts“, verrät Munz.

Sommerferienruhe? Nicht im Megafon. Was, wie Munz findet, auch viel mit dem neuen Mitarbeiter Felix Bagusch zu tun hat. Der bringt nämlich seine ganz eigenen Fähigkeiten in der Montanusstraße ein und setzt so Akzente. Zum Beispiel mit seinem Graffiti-Projekt. Fußballtor und Zaun hätten schon dran glauben müssen, sagt Marc Munz lachend. Aber nicht irreparabel. Sie wurden mit Folie umwickelt und besprüht. „Megasommer ´21“ heißt es da oder einfach „Crazy“.

Jeweils sechs Kinder durften mitmachen; das Megafon hat die Gruppen bewusst klein gehalten. Sicherheit wurde großgeschrieben: Weil mit Lack gearbeitet wurde, waren Schutzkleidung und Maske Pflicht. Als stärkende Belohnung gab´s Pizza.

Munz hat halbe Leitungsstelle in Odenthal übernommen

„Der Felix ist ein richtiger Nerd“, sagt Munz anerkennend. Er habe bereits in mehreren Einrichtungen in Köln gearbeitet und habe sich initiativ in Burscheid beworben. Munz selbst pendelt zwischen Burscheid und Odenthal: In der Nachbarstadt hat er für seinen Träger, die Katholische Jugendagentur, eine halbe Leitungsstelle in der dortigen Jugendeinrichtung übernommen – neben seiner Leitungstätigkeit in Burscheid. Auch deshalb passt es mit dem Neuzugang gut, der drei Mal in der Woche kommt, seit Juni zum Team gehört und das Ferienprogramm schon mitgestaltet hat. „Wir haben immer 2,5 Stellen im Megafon, aber jetzt eine Person mehr.“ Weitere Pläne gibt es auch: Skateboard- oder Rollerfahren. „Vielleicht stellen wir eine Rampe auf“, überlegt Munz.

Ihm gefällt aktuell das Insekten-Projekt besonders gut. Weil es ganz andere Eigenschaften fördert: „Wenn man geduldig ist, still wird, sieht man erst, was alles in der Wiese sitzt.“ Außerdem haben sich die Gruppen mit der „Kräuterschnecke“ beschäftigt, die es bereits am Haus des Jugendtreffs gibt.

Am „offenen Fenster“ ist das Team des Megafons auch während der Pandemie für alle da

Vor allem „da sein“ will das Team des Megafons. Im Lockdown gab es das „offene Fenster“, das eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme eröffnete. „Das haben wir immer noch“, nickt Marc Munz. Man wisse schließlich nie. Doch derzeit ist das Haus offen, wenn natürlich auch die bekannten Corona-Regeln gelten.

Die Zeiten der Schließung haben Spuren hinterlassen. Das, was Marc Munz so wichtig ist, nämlich da zu sein, konnte nicht mehr stattfinden. „Die Großen haben wir etwas verloren“, bedauert Munz. Umso mehr hofft er nun auf die „Kleinen, damit die bei uns zu den Großen werden“.

Mit seinem Team ist er im Lockdown dorthin gegangen, wo sich Kinder und Jugendliche aufhielten: in die Luisenstraße, in die Kirchenkurve. „Wir haben einen kurzen Schnack gehalten“, beschreibt Munz.

Eine Sehnsucht nach Normalität, ein Stück Resignation hat er bei den Kindern und Jugendlichen registriert, dazu eine enorm gewachsene Kompetenz und Gewöhnung im digitalen Bereich. „Und eine riesige Sehnsucht nach normalen Interaktionen mit Menschen.“

Am 14. August wird das erste Konzert gestreamt

Doch zunächst geht es auch im Megafon digital weiter: Am 14. August wird das erste Konzert im Jugendzentrum gestreamt – ein Vorhaben, das Munz schon lange vorschwebte. „Technisch sind wir jetzt mit allem eingerichtet.“

Ganz bewusst klinkt sich der Megafon-Leiter bei Prognosen um eine weitere Corona-Welle im Herbst aus. „Da gibt es mit den Virologen Experten. Ich habe andere Kernkompetenzen.“ Und auf die wird er zurückgreifen, wenn er das Megafon durch die kalte Jahreszeit lenkt. „Ich reagiere auf das, was möglich ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Hilgen: Unfall mit zwei Schwerverletzten
Hilgen: Unfall mit zwei Schwerverletzten
Hilgen: Unfall mit zwei Schwerverletzten
Impf-Team ist am Montag wieder da
Impf-Team ist am Montag wieder da
Impf-Team ist am Montag wieder da
Flamingoboys geben sich die Ehre
Flamingoboys geben sich die Ehre
Flamingoboys geben sich die Ehre

Kommentare