Obstbäume

Burscheid live setzt sechs Spaliergehölze

Burscheid Live pflanzte gestern sechs Obstbäume als Spalierbäume auf der Wiese Witzheldener/Hilgener Straße: (v.l.) Harald Hamel und Uwe Graetke. Foto: Doro Siewert
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Burscheid Live pflanzte gestern sechs Obstbäume als Spalierbäume auf der Wiese Witzheldener/Hilgener Straße: (v.l.) Harald Hamel und Uwe Graetke.

Insektenfreunde Umgestaltung der Wiese Hilgener/Witzheldener Straße wird fortgesetzt.

Von Ursula Hellmann

Burscheid. Pünktlich zu dem Frühlingsanfang am heutigen Samstag stehen sie exakt in einer Reihe: Sechs Spaliergehölze auf der Wiesenfläche an der Ecke Hilgener/Witzheldener Straße. Mit diesem Projekt setzte der Verein „Burscheid live“ die insektenfreundliche Umgestaltung dieser Fläche fort.

Bei dem Baumpfleger und Baumkontrolleur Harald Hamel aus Nümbrecht saß wieder jeder Handgriff. Seit vielen Jahren kennt er sich in Burscheids Baumbeständen aus und setzte zum Beispiel auch im Dezember 2020 die Obstbaum-Hochstämme rund um die Hilgener Bushaltestelle. Die Idee, dieser Grünfläche einen zusätzlichen Wert zu geben, gefiel natürlich auch dem Vorsitzenden von „Burscheid live“, Uwe Graetke.

Kernobst-Arten müssen stets als Pulk stehen.

Harald Hamel, Baumexperte

Die erntefreundliche Weise, Obstbäume künstlich in Form zu zwingen, wurde im 17. Jahrhundert hauptsächlich in Frankreich kultiviert. Zur fachmännischen Anordnung der Stämme gibt Harald Hamel Auskunft: „Diese Wiese in Hilgen bietet ausreichend Platz für sechs Gehölze, jeweils in einem Abstand von zwei Metern. Wer mich fragt, ob hier Birn- und Apfelbäume miteinander im Wechsel stehen, dem erkläre ich gerne: Kernobst-Arten müssen stets als Pulk stehen.“ So wachsen hier die Birnensorten „Alexander Lukas“ und „Williams Christ“ nebeneinander, daran anschließend die vier Apfelstämme „Roter Boskop“, „Ecolette“, „Gravensteiner“ und „Jona Gold“.“

Und wenn die waagerecht getrimmten Äste im Lauf der Jahre ihrem festen Streckgerüst entwachsen sind? Dafür wurde bereits vorgesorgt. Rechts und links der lebendigen Bäume sorgen präparierte Pfähle aus Schein-Akazienholz (Robinie) dafür, jedem tragenden Zweig der vier Ausbreitungs-Ebenen mit zwischengespannten Drähten die richtige Richtung und Länge vorzugeben.

An diese Ordnung werden sich alle sechs Obstbäume auch halten. Schließlich wurden sie, lange vor ihrem endgültigen Standplatz, auf eine Höhe von 2,20 Meter und eine Breite von 1,50 Meter vorgezogen.

Uwe Graetke und sein Baumexperte Hamel hoffen die sechs Spaliere mit altbergischen Obstsorten in guten Händen. Graetke: „Ich denke, in Burscheid gibt es keinen Vandalismus oder Ähnliches.“ Was er aber den Liebhabern und Genießern von leckerem, sogar kostenlosem, Streuobst sehr dringend ans Herz lege, werde hoffentlich von allen Hundebesitzern berücksichtigt: „Obwohl der Instinkt ihre vierbeinigen Lieblinge zielgerecht zu Baumstämmen hinzieht, hat jede ihrer Hinterlassenschaft auch ungeahnte Folgen für Herrchen und Frauchen.“

Hamel warnte sogar eindringlich: „Die Säuren werden von den Wurzeln aufgenommen, speichern sich im gesamten Biorhythmus des Baums und werden so später als Bestandteil der Früchte an die menschlichen Nutzer weitergegeben.“ Der Radius der Haarwurzeln erhöhe sich naturgemäß im Lauf der Jahre noch erheblich, da würde auch ein Abstand von einem Meter zwischen erhobenem Hundebein und dem Obstbaum nicht genügen.

Was sonst noch an Pflege- und Schutzmaßnahmen für die bestehenden Projekte von „Burscheid live“ anfällt, beläuft sich für fünf Jahre auf fast dreitausend Euro. Als Hilfe dazu liegt eine Zusage für zweitausend Euro vom Heimatförderprogramm des Landes NRW vor.

Hintergrund

„Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet.“ So hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in NRW das Landesförderprogramm zur Förderung und Stärkung der vielfältigen Heimat in Nordrhein-Westfalen überschrieben.

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