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Burscheid-live fordert Hilfestellung ein

Menschen in Gemeinschaft zu versammeln, ist das Ziel von Uwe Graetkes „Internationalem Burscheid“.
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Menschen in Gemeinschaft zu versammeln, ist das Ziel von Uwe Graetkes „Internationalem Burscheid“.
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Politiker diskutieren kontrovers über die Möglichkeiten der Verwaltung, Vereine bei Veranstaltungen zu unterstützen.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Fast war schon das Ende der Ratssitzung erreicht, da nahm unter dem Tagesordnungspunkt „Mitteilungen und Fragen“ die Diskussion zwischen Kommunalpolitikern und Verwaltung noch mal richtig Fahrt auf: Es ging um den Verein Burscheid-live und sein für Ende August geplantes „Internationales Burscheid“. Der Vorsitzende Uwe Graetke hatte dazu vonseiten der Stadt Unterstützung eingefordert, hatte aber auf Granit gebissen: Man könne und wolle als Stadt jeden Verein nur einmal pro Jahr unterstützen, sei ihm mitgeteilt worden, hatte Graetke im Nachgang des Altstadtfestes berichtet. Insbesondere bei der Organisation rund um die straßenverkehrsrechtliche Erlaubnis und beim Aufbau der Beschilderung hatte Graetke Hilfe angemahnt.

Das griff am Dienstagabend im Haus der Kunst Grünen-Ratsfrau Ute Hentschel auf: „Es ist absolut super, was Uwe Graetke mit seinem Verein leistet. Da ist es doch das Mindeste, dass der Verein beim Internationalen Burscheid nicht die Schilder selbst schleppen muss.“

Bürgermeister Dirk Runge nutzte die Gelegenheit, die Position der Stadt darzulegen: Man sei bereits beim Altstadtfest Mitveranstalter und habe diese Rolle bei weiteren vier, fünf Vereinen und ihren Veranstaltungen inne. „Und ich weiß von einigen, die das für sich auch wollen. Dann aber hätten wir den Bauhof bald jedes Wochenende beschäftigt. Da müssen wir Grenzen ziehen.“ Umso wichtiger sei es aus Sicht der Stadt, die Vereine ausgewogen zu behandeln: „Herr Graetke aber will deutlich mehr.“

Auch der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Marc Baack, verwies auf die schwierige Situation im Bauhof: „Wir haben dort ein personelles Problem“, sagte er ohne Wenn und Aber. Es gebe Tage, da seien von rund 20 Mitarbeitenden wegen Urlaub oder Krankheit höchstens acht da: „Und die sollen dann Beete pflegen, Rückschnitte machen, die Stadt sauber halten und am Wochenende bei Veranstaltungen helfen. Das ist nicht leistbar.“

Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch.

Klaus Becker, SPD

Eine Aussage, die bei Stefan Bublies auf offene Ohren stieß: „Wir müssen zunächst unseren Bauhof und die Mitarbeiter schützen. Die schieben Überstunden ohne Ende“, erklärte der CDU-Politiker.

Auch Klaus Becker, Fraktionsvorsitzender der SPD, signalisierte Graetkes Wünschen gegenüber Skepsis, aber aus anderen Gründen: „Ich habe von meiner Oma gelernt: Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch.“ Und es gebe viele weitere Vereine, die in Burscheid Veranstaltungen auf die Beine stellten: „Die leisten auch mit kleinem Salär enorm viel.“ Als Beispiel nannte er unter anderem den Schützenverein. Es gelte, den Begehrlichkeiten Einhalt zu gebieten: „Und das geht aus meiner Sicht nur über ein fest definiertes Regelwerk, das von der Verwaltung erarbeitet, hier im Rat in einer Beschlussvorlage vorgelegt und von uns beschlossen wird.“ Eine Maßnahme, die, so erinnerte Becker, bereits der verstorbene Bürgermeister Stefan Caplan angestrebt habe.

Einspruch kam vom Bündnis für Burscheid (BfB). „Es ist ein Unterschied, ob wir über ein zentrales Fest in der Innenstadt sprechen oder über eines auf einem Vereinsgelände. Um Angebote für die Innenstadt machen zu können, hat sich Burscheid-live ja eigens gegründet“, hielt BfB-Fraktionschef Michael Baggeler dagegen. Die Stadt habe das damit indirekt „ausgesourct“: „Und es geht doch darum, die Innenstadt zu stärken.“

Genau das gelinge Graetke in besonderem Maße, betonte Hentschel, die zudem mit ihren Erfahrungen als Geschäftsfrau aufwartete: „Feste wie das Altstadtfest oder Internationales Burscheid haben Magnetwirkung. Wir hatten in der Buchhandlung am Altstadtfest-Samstag viel mehr Leute von außerhalb.“ Das sei Wirtschaftsförderung pur.

„Natürlich ist das Wirtschaftsförderung. Deshalb sind wir beim Altstadtfest ja auch Mitveranstalter oder machen eigene Feste wie die Umweltwoche“, gab Bürgermeister Runge zurück und konnte sich eine Spitze in Richtung Werbegemeinschaft „Wir für Burscheid“ (WfB) , deren Sprecherin Hentschel ist, dann nicht verkneifen: „Da darf sich WfB gern einbringen.“

Fest steht: Das Thema erfährt eine Fortsetzung. „Ich erkenne hier Redebedarf“: So fasste es Dirk Runge zusammen. Die Diskussion geht weiter.

Hoffnung auf klärendes Gespräch

„Wir helfen auch bei Internationales Burscheid“, betont Bürgermeister Runge. Er übernimmt die Schirmherrschaft. Das reiche jedoch nicht aus, bedauert Uwe Graetke von Burscheid-live. Er hoffe, sich 2023 nicht zwischen Altstadtfest und Internationales Burscheid entscheiden zu müssen – und signalisiert Runge gegenüber die Hoffnung auf ein Gespräch.

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