Konzept entstand in etwas mehr als einer Woche

Kultursommer erstrahlt auch in Burscheid

Freuen sich auf den Kultursommer: Jasmin Dorner, Renate Bergfelder-Weiss und Stefan Caplan (v.r.). Foto: Nadja Lehmann
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Freuen sich auf den Kultursommer: Jasmin Dorner, Renate Bergfelder-Weiss und Stefan Caplan (v.r.).
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Im September und Oktober gibt es dank der Kulturstiftung des Bundes Open-Air-Veranstaltungen in der Kirchenkurve.

Burscheid. Hätten sie geahnt, wie mühselig dieser Prozess werden würde, dann, ja dann hätten sie es sich vielleicht noch einmal überlegt, mitzumachen. Bürgermeister Stefan Caplan und Renate Bergfelder-Weiss, Leiterin des Kulturbüros, bekennen das zwar mit einem Lachen, aber es wird doch deutlich: Sie haben viel Arbeit in die Teilnahme Burscheids beim Kultursommer 2021 gesteckt. „Der Bund hat das Ganze angestoßen, und der Bund macht es auf seine Art“, sagt Caplan. „Nämlich mit großen bürokratischen Hürden.“ Doch nun steht fest: Im September und Oktober heißt es in Burscheid „Kultur macht sich Luft.“

Der Kultur und ihren Protagonisten wieder Raum und Perspektive nach der Agonie der Corona-Monate zu verschaffen ist der Wunsch und Gedanke, der sich hinter dem Kultursommer verbirgt. Im Frühjahr hatte die Kulturstiftung des Bundes ein dementsprechendes Förderprogramm mit Namen Neustart Kultur mit einem Volumen von rund 30 Millionen Euro ausgelobt. „Im Frühjahr kamen bei uns ein paar Zeilen an“, erinnert sich Stefan Caplan.

Und dann musste alles ganz schnell gehen: In etwas mehr als einer Woche musste die Verwaltung ein Konzept vorlegen – mit bereits sehr konkreten Details wie: Wo steht die Bühne? Wer macht mit? Wie teuer wird es? „Das war eine Herausforderung. Denn wir wussten fast nichts“, sagt Caplan. Fünf Städte hätten auf Kreisebene mitgemacht, drei nicht. Und ob Burscheid Erfolg hat, wusste man im Rathaus lange nicht: „Am Montag kam der Förderbescheid. Bis dahin konnten wir überhaupt keine Verträge unterzeichnen.“

Nun aber steht fest: Burscheid bekommt knapp 32 600 Euro (80 Prozent), den Eigenanteil von rund 8000 Euro stemmt die Stadt dank Haushaltsmitteln und Sponsoren. Adient, Dibo und die Bäckerei Kretzer unterstützen das Projekt finanziell.

Das ist ganz an Corona-Bedingungen angepasst. Es gilt: geimpft, getestet, genesen – und alles ist Open Air. Und kostenfrei.

Kultursommer hat schon am Kulturbadehaus begonnen

Der Kultursommer hat schon begonnen. Nämlich mit Kinderliedermacher Ralf Dreßen, der am Wochenende für den Kulturverein am Kulturbadehaus aufgetreten war. „Wir wollen das Ganze breit ansiedeln“, sagt Renate Bergfelder-Weiss. „Für jeden soll etwas dabei sein.“

Am 4. September rückt dann die Kirchenkurve in den Mittelpunkt. Dort wird die Bühne stehen. Zu Gast ist ab 19.30 Uhr Greencard, eine Band mit Lokalkolorit, die ebenso federnden Samba wie entspannten Bossa Nova drauf hat und im Stil der 50er swingt. Am 5. September folgt um 16 Uhr Burscheids musikalischer Trumpf Engelbert Wrobel mit seiner Swing Society. Das Quintettt aus Klarinette/Saxofon, Kontrabass, Schlagzeug, Klavier und Gitarre hat Angelika Görs verpflichtet: Die Jazzsängerin hat an der Musikhochschule Köln studiert und war 1989 Preisträgerin beim Bundesgesangswettbewerb.

Country, Evergreen und Rock´n Roll: Das können die Mavericks, die ihre Zuhörer auf eine Reise in den Wilden Westen, Las Vegas, Memphis in Tennessee und Nashville mitnehmen und Johnny Cash, Status Quo und Dire Straits ebenso im Gepäck haben wie Udo Jürgens. Die Country-Music-Show ist am 11. September, 19.30 Uhr, zu Gast. Mittanzen, Mitmachen – alles geht.

Ruhiger wird es davor um 18 Uhr in der evangelischen Kirche: Da bittet Alwine Deege vom Ökumenischen Hospiz zum offenen Singen: Trost- und Hoffnungslieder erinnern an die Kostbarkeit des Lebens.

Die Kirchenmusikdirektorin Silke Hamburger musiziert am 12. September um 16 Uhr in der Evangelischen Kirche an der Schuke-Orgel. Es ist der Auftakt der Kampagne Orgel on, mit der Nachwuchs für das Instrument begeistert werden soll. Im Anschluss zeigt Hamburger Interessierten das Instrument. Am 2. Oktober geht es um die Jugend und das Megafon kommt ins Spiel, das sein Stück Plopptopia aufführt. Außerdem tritt die Tanzgruppe des Megafon auf.

Hintergrund

Die Kultur erwacht zu neuem Leben: Der Kulturverein hatte es mit seinem Freibad-Konzept bereits 2020 gewagt und am vergangenen Wochenende erneut vorgelegt. Nun folgt ab September der Kultursommer. „Jeder Mensch braucht Kultur“, sagt Bürgermeister Caplan. Die Künstler lebten davon, nicht nur im monetären Sinn, sondern auch in ihren Auftritt, ihrem Spiel vor Publikum. „Es ist völlig richtig, dass der Bund da etwas macht“, betont Caplan. Das Areal an der Kirchenkurve wird begrenzt und vier Einlassstellen haben. Der Eintritt ist frei, aber es werden Einlasskarten ausgeben (Bücherei, Buchhandlung Ute Hentschel) und online.

www.bergisch-live.de

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