Zirkus

Kinder wachsen zu einem Team zusammen

Wie wird aus vielen Kindern eine Pyramide? Eine Frage, die im Zirkustraining in Hilgen natürlich beantwortet wird. Fotos: Doro Siewert
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Wie wird aus vielen Kindern eine Pyramide? Eine Frage, die im Zirkustraining in Hilgen natürlich beantwortet wird.

Im Mitmach-Zirkus Proscho laufen die Proben – Aufführungen sind am Wochenende

Von Sabine Naber

Burscheid. In den gelb-roten Zelten des Mitmach-Zirkus Proscho an der Ecke Schul-/Hilgener Straße ist schon seit Tagen richtig viel los. Da werden Weingläser auf der Stirn balanciert, da finden sich kleine Akrobaten zu Pyramiden zusammen, da proben rotnasige Clowns für ihren Auftritt, und der Hula-Hoop-Reifen wird künstlerisch eingesetzt. Auch graziöser Seiltanz kann bewundert werden, ebenso wie geschickte Jonglage und mutige Trapezkünste. Und sogar lustige, blaue Schlümpfe sind hin und wieder zu sehen.

125 Mädchen und Jungen sind in diesem Jahr beim Projektzirkus Proscho mit viel Spaß dabei und fiebern den beiden Vorstellungen am Wochenende entgegen. Denn dann dürfen sie ihr Können vor Publikum zeigen. Für den Zirkus, der sich seit fast 20 Jahren der pädagogischen Kinderausbildung widmet, ist der Auftritt in Hilgen der erste nach dem langen Lockdown.

„Die Begeisterung bei allen Beteiligten ist unbeschreiblich und belohnt den immensen Organisationsaufwand.“

Peter Kaiser, Vereinsvorsitzender

„Und bis vor zwei Wochen wusste ich selbst noch nicht, ob das Projekt zu realisieren ist“, sagt Peter Kaiser, der Vorsitzende des Vereins „Mitmach-Zirkus“. Was 2011 mit einem Projekt an der Ernst-Moritz-Arndt-Schule in Hilgen begonnen hatte, ist inzwischen ein von einer Elterngemeinschaft privat organisiertes, jährlich stattfindendes Ferienprojekt geworden. „Die Begeisterung bei allen Beteiligten ist unbeschreiblich und belohnt den doch immensen Organisationsaufwand“, versichert Peter Kaiser.

Wegen der Pandemie durften im vergangenen Jahr nur 80 Kinder teilnehmen. „In diesem Jahr haben wir mit 125 Kindern dann die Höchstgrenze erreicht. Man merkte deutlich, dass ein Nachholbedarf an schönen Erlebnissen bestand“, sagt der Organisator.

Beim Training brauchen die kleinen Künstler keine Maske, wenn sie in der Manege zusammen auftreten, tragen sie eine. Mit viel Engagement sind die neun Zirkus-Mitarbeitenden in jedem Jahr dabei. Der Artist und Leiter Marcel Maatz bekommt leuchtende Augen, wenn er das Endprodukt der Trainingswoche als „absolut top“ bezeichnet.

Kinder lernen ihre Fähigkeiten und Grenzen kennen

„Die Vorstellungstage sind für uns alle das Beste. Jedes Kind ist ja auf den Platz gestellt worden, der ihm gefällt. Entsprechend gut ist das Ergebnis“, ist er überzeugt. Denn in der ungezwungenen Zirkus-Umgebung würden Fähigkeiten und Talente entdeckt und gefördert, die im alltäglichen Leben nur schwer zum Vorschein kommen würden. Die Kinder bekämen die Gelegenheit, ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen kennenzulernen und notfalls auch zu überwinden.

Am Freitag ist die Generalprobe: „Dann können die Kinder das schon alles. Montags kommen sie zum ersten Mal zusammen, dienstags sind sie dann schon ein richtiges Team“, ist auch Peter Kaiser immer wieder begeistert.

Eingeladen zu dieser Probe wird reihum ein anderer Kindergarten. Heute werden die Kinder der Kita „Kunterbunt“ das Publikum bilden.

Bei gutem Wetter geht es für das Training mit den Hula-Hoop-Reifen nach draußen. In der Sonne macht es mehr Spaß.

Die achtjährige Mia ist bereits zum zweiten Mal für eine Woche ein Zirkuskind: „Über die Leiter laufen und dabei etwas zu balancieren, das ist das Coolste“, findet sie. „Ich habe hier schon Freundinnen und Freunde gefunden. Mir gefällt‘s gut“, betont sie. Auch Finia (11) hat beim Zirkus Proscho schon Erfahrungen gesammelt. Dreimal war sie bereits in der Clowns-Gruppe aktiv, dieses Mal will sie eine Trapez-Künstlerin sein. „Ich bin durch meine Freundin, die schon früher dabei war, zum Zirkus gekommen. Ich finde es richtig gut hier“, erzählt sie.

Und ab geht es wieder in die Manege, wo gerade gemeinsam gesungen und getanzt wird. „Ich zähle bis drei - alle einmal nach vorne gucken, die Hand hochheben und anwinkeln, einen Kreis bilden, und beim Trommelwirbel müsst ihr alle auf den Boden stampfen“, heißt die Vorgabe. Und mit rhythmischer, fröhlicher Musik klappt das schon hervorragend.

Karten

Das Zirkuszelt steht auf dem Bolzplatz Ecke Hilgener Straße/ Schulstraße. Karten können am Samstag (Vorstellung beginnt um 14 Uhr) und am Sonntag (Vorstellung beginnt um 11 Uhr) gekauft werden. Am Freitag, 9. Juli, ist das ab 12.15 Uhr im Vorzelt möglich. Jeder Besucher muss sich registrieren lassen und bekommt einen festen Sitzplatz.

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