Jugendberufshilfe

Katrin Krenz weist Wege in Ausbildung und Beruf

Hat ihren Arbeitsplatz im alten Rathaus an der Bismarckstraße: Katrin Krenz. Foto: Nadja Lehmann
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Hat ihren Arbeitsplatz im alten Rathaus an der Bismarckstraße: Katrin Krenz.

Seit August arbeitet die 26-Jährige im Jugendbüro an der Bismarckstraße.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. „Wir haben hier inzwischen ein kleines Beratungszentrum geschaffen“, sagt Werner Schmitten und sieht sich zufrieden um. Der Fachbereichsleiter Jugendsozialarbeit der Katholischen Jugendagentur (KJA) sitzt in den erst im vergangenen Jahr eingeweihten Räumlichkeiten des Jugendbüros Burscheid im alten Rathaus an der Bismarckstraße und erzählt von der Arbeit des dortigen Teams, das sich aus bewährten und neu dazugestoßenen Kräften zusammensetzt. Zu Letzteren gehört Katrin Krenz, die von Burscheid aus für die Jugendberufshilfe zuständig ist: Eine Aufgabe, die sie im August übernommen hat – von Stefanie Sudhaus, die Mutter geworden ist.

„Zu mir kommen die jungen Menschen zwischen 15 und 27 Jahren“, sagt Katrin Krenz. Es sind jene, die sich schwertun mit dem Lebensabschnitt zwischen Schule, Ausbildung und Beruf – und die vor herkömmlichen, etablierten Hilfsangeboten eher zurückschrecken oder sie gar nicht kennen. „Sie sind noch auf der Suche“, sagt Krenz über ihre Klienten.

Gemeinsam mit ihnen lotet Krenz aus: Was kann ich? Wo stehe ich? Wo will ich hin? Sie begleitet bei der Suche nach einem Praktikum, gibt Hilfestellung beim Bewerbungsschreiben („Ich setze aber nichts auf, das muss schon selbstständig gemacht werden“), weist Wege zu Ausbildungsstelle und Arbeitsplatz. „Es geht natürlich auch um finanzielle Fragen wie die nach Bafög. Oder um Fragen der persönlichen Entwicklung, wie die Ablösung vom Elternhaus.“

Es ist ein gewaltiger Themenkomplex, der Katrin Krenz begegnet. „Ich bin froh“, sagt sie deshalb auch, „dass wir so vielfältig aufgestellt sind.“ So teilt sie sich das Büro mit Christian Riehl, der für Fragen der Bildung und Teilhabe zuständig ist; zudem gibt es nebenan eine Kollegin fürs Projekt „Get up!“, die aufsuchende Jugendarbeit, sowie den Jugendmigrationsdienst. „Es gibt ja auch Klienten, die von Get up! zu mir wechseln, wenn sie schon etwas stabiler sind“, sagt Katrin Krenz.

Ich finde es schön, junge Menschen auf den Weg zu bringen.

Katrin Krenz

Und manchmal geht es erst einmal um die Grundversorgung. Dann, wenn jemand durch alle Maschen des sozialen Netzes gefallen ist. „Wenn jemand obdachlos ist“, nennt Krenz ein Beispiel. Dann zahlt sich das Zusammenspiel des Jugendbüros aus, das um Themen wie Schulden, Sucht und Absturz weiß.

„Mancher braucht nur zwei, drei Termine bei uns. Andere kommen über einen langen Zeitraum“, erzählt Krenz. Und mancher oder manche, die einen Ausbildungsplatz gefunden, sich gefangen haben und dann doch wieder eine schlechtere Phase durchleben, kehren zurück: „Wenn es schwierig wird, erinnern sie sich, wo ihnen geholfen wurde“, sagt Krenz.

Sie schätzt an der Stadt und ihrem Berufsumfeld die kurzen Wege und das starke Netzwerk. „Man kennt sich, kann rasch zum Hörer greifen.“ Die 26-Jährige, die ursprünglich aus dem Münsterland kommt, zum Studium der Rehabilitationswissenschaften und -pädagogik nach Köln ging und Burscheid zuvor nicht kannte, hat sich bereits vor Ort umgesehen, hat den Kontakt gesucht, war im Megafon und in der benachbarten Gesamtschule. „Ich finde es schön, junge Menschen auf den Weg zu bringen“, beschreibt sie ihre Motivation.

Berufliche Erfahrungen hatte sie bereits neben dem Studium gesammelt, kannte aus dieser Zeit auch die Katholische Jugendagentur. Gewisse Werte zu vermitteln, ist ihr dabei wichtig; sie nennt Respekt und eine Willkommenskultur.

„Es ist schön, wenn man vertrauensvoll ins Gespräch kommt.“ Das gelang auch mit einem jungen Autisten: „Zuerst hat er kein Wort gesagt. Jetzt redet er ganz viel“, freut sich Krenz. Und gerade habe eine junge Klientin ihren Ausbildungsvertrag unterschrieben.

Hintergrund

Die Jugendberufshilfe gehört zum Bundesprogramm „Jugend stärken im Quartier“. Sie wird je zu 50 Prozent aus dem europäischen Sozialfonds sowie durch die Stadt Burscheid, den Rheinisch-Bergischen Kreis, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Erzbistum Köln finanziert. Zurzeit läuft die zweite Förderphase, die im Juni 2022 endet. „Wir sind in Gesprächen, wie es weiter finanziert werden kann“, sagt Werner Schmitten.

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