Burscheider Schießstände öffnen wieder

Jagd wird wieder mehr so wie vor der Pandemie

Horst Peddenbruch wird sich nicht wieder als Vorsitzender des Hegerings Burscheid wählen lassen. Foto: Markus Schumacher
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Horst Peddenbruch wird sich nicht wieder als Vorsitzender des Hegerings Burscheid wählen lassen.
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Gesellschaftsjagden sind wieder möglich und der Besucherdruck im Wald lässt etwas nach

Burscheid. Im Kühlraum hängt ein etwa 30 Kilogramm schweres Wildschwein. „Das hat einer unserer Jungjäger in dieser Nacht erwischt, gegen Mitternacht“, sagt Horst Peddenbruch. Der 66-Jährige ist Jäger aus Leidenschaft und seit vier Jahren auch Vorsitzender des Hegerings Burscheid, der Interessenvertretung der Burscheider Jäger. Er kann berichten, dass die Jagd so langsam wieder so wird, wie sie vor der Pandemie war. „Der Besucherdruck in den Wäldern hat wieder etwas nachgelassen“, gibt Peddenbruch ein Beispiel.

Eine Zeit lang waren wegen Corona und mangelnder Alternativen so viele Menschen in den Wäldern unterwegs, dass das Wild überhaupt nicht mehr zur Ruhe kam. Jetzt haben aber wieder Restaurants geöffnet, Freunde dürfen sich treffen und vieles andere ist auch wieder möglich. Unangeleinte Hunde und rasante Fahrradfahrer bleiben aber problematisch. „Im Kreis Mettmann hat man jetzt einige Wege für Radfahrer mit Reisighaufen abgesperrt“, weiß Peddenbruch. Für Burscheid sei das aber noch kein Thema.

Im Burscheider Schützenhaus darf ab 1. Juli wieder geschossen werden, auch Gesellschaftsjagden sind wieder möglich. „Dafür brauchen die Teilnehmer einen Schießnachweis, den sie auch jetzt wieder zum Beispiel in Leverkusen erlangen können“, berichtet Peddenbruch.

Jagdhornbläser proben wieder

Auch die Jagdhornbläser proben wieder. „Aber da fehlen uns in Burscheid derzeit ein paar Teilnehmer“, bedauert der Hegeringsleiter. Wer Interesse an Musik, an Traditionen und an der Jagd habe, solle sich gerne bei ihm per E-Mail melden: peddenbruch@t-online.de.

Zwei Burscheider besuchen derzeit den Lehrgang zum Jagdschein. Die Pandemie hat dabei aber auch alle Zeitpläne durcheinandergewirbelt, eigentlich sollten sie im April fertig sein. Den schriftlichen Teil der Prüfung haben sie nun vergangene Woche absolviert und bestanden, im August folgen eine Schießprüfung und eine mündlich-praktische Prüfung. Viel Arbeit macht den Jägern seit Anfang Mai die Kitzrettung: Dabei werden junge Rehe aus Feldern geholt, die gemäht werden sollen. Denn Kitze fliehen nicht bei Gefahr, sie ducken sich – was aber beim Mähdrescher fatal ist.

Die Wölfe sind da. Bald zieht auch der erste durch Burscheid.

Horst Peddenbruch, Hegeringsleiter

Die Kreisjägerschaft setzt dafür zwei Drohnen ein, auch im Hegering gibt es mittlerweile die Unterstützung aus der Luft. Peddenbruch arbeitet in seinem gepachteten Revier erfolgreich mit einer anderen Methode: „Am Abend vor der Mahd laufen wir die Wiesen ab und setzen dann Stangen mit Plastiktüten und verstänkern die Wiesen mit Wildvergrämungsmitteln.“ Seit drei Jahren habe es so keine Ausfälle mehr gegeben, „das funktioniert super.“ In der Pflicht seien dabei die Bauern, sagt Peddenbruch, die Jäger böten nur ihre Hilfe an.

Ein Thema bleibe der Wolf. „Am vergangenen Montag soll ein Polizist in Altenberg einen Wolf gesehen haben“, berichtet der Hegeringsleiter. Er ist überzeugt: „Die Wölfe sind da. Bald zieht auch der erste durch Burscheid.“ Bislang konnte ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in NRW verhindert werden. Ein Schutz davor soll auch die stärkere Bejagung des Schwarzwildes sein. „Das ist aber hier immer noch schwierig“, weiß Peddenbruch, „denn die ziehen wie die Vagabunden umher.“

Für den Vorsitz im Hegering wird Peddenbruch nicht wieder kandidieren. „Da sollen mal Jüngere ran“, erklärt er. Im August soll die Jahreshauptversammlung sein. Mögliche Nachfolger habe man auch schon ausgeguckt, er würde als Ansprechpartner auch weiter helfen.

Hintergrund

Revier: Horst Peddenbruch hat mit seinem Sohn Kai ein 400 Hektar großes Revier gepachtet. Darin wohnen die beiden auch.

Fernglas: Auch wenn der gelernte Metzger-Meister durchaus mit dem Wildbret etwas anzufangen weiß: Das Fernglas sei ihm bei seiner Passion wichtiger als die Schusswaffe, sagt er.

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