Förderprogramm

Grundschulen erhalten digitales Rüstzeug

Wurden digital besser ausgerüstet: Stellvertretend für alle Burscheider Grundschulen stehen die Montanusschule . . . Fotos: Nadja Lehmann
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Wurden digital besser ausgerüstet: Stellvertretend für alle Burscheider Grundschulen stehen die Montanusschule . . .
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Stadt hat vier Förderprogramme des Landes in Anspruch genommen

Burscheid. Fehlende Computer und Tablets, Schulen ohne Wlan und Lehrer, die nicht wissen, wie sie digitales Lernen für Schülern am heimischen Computer gestalten sollen. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie zeigt sich immer mehr, dass Deutschland die Digitalisierung der Schulen verschlafen hat. Und jetzt sind zwar Ferien. Aber wie es nach dem Sommer und unter möglicherweise wieder steigenden Inzidenzen durch die Delta-Variante weitergeht, ist offen. Wie unter einem Brennglas hat die Pandemie schonungslos aufgezeigt, dass die digitale Infrastruktur im deutschen Schulwesen unzureichend ist und Konzepte für den Online-Unterricht fehlen. Zudem herrscht ein Mangel an der technischen Ausstattung, etwa fehlt es an funktionsfähigen Geräten und an digitalem Lernmaterial. Und das geht vor allem zu Lasten der Schülerinnen und Schüler.

Burscheid kann sich da sogar noch auf die Schulter klopfen. Denn Verwaltung und Politiker setzten schon diesbezüglich Akzente in den Grundschulen, da gab es Begriffe wie Covid-19 oder Sars-CoV-2 noch gar nicht. Bereits Anfang 2019 wurde dem Schul- und Sozialausschuss der Medienentwicklungsplan vorgestellt. Die Politiker beauftragten daraufhin die Stadt mit der Umsetzung; der Rat der Stadt nahm das Konzept im März desselben Jahres zur Kenntnis.

. . . und die ländlich gelegene Grundschule Dierath. Vier Förderprogramme des Landes verhalfen zu besserer Infrastruktur.

Der Medienentwicklungsplan ist wie ein roter Faden, der Planung und Entwicklung einer digitalen Ausstattung in den Schulen durchzieht. Er schafft die Voraussetzungen für das Lernen und Lehren mit Neuen Medien in den Schulen, steckt die Rahmenbedingungen ab – von der notwendigen Infrastruktur bis hin zu Wartung und Betreuung. Er ist aber ebenso die Basis für Investitionsplanung und die Einstellung von Haushaltsmitteln. Um den pädagogischen Aspekten gerecht zu werden, wird er in enger Abstimmung mit den Schulen konzipiert und bietet so Planungssicherheit für den Schulträger (hier also die Stadt Burscheid), für Schulen und Politik.

Burscheid wurde damals aktiv, weil das Land angekündigt hatte, die Schulinfrastruktur in NRW zu stärken. Die Kommunen erhielten durch das Programm „NRW.Bank. Gute Schule 2020“ zwischen 2017 und 2020 Kredite von bis zu zwei Milliarden Euro. Das Ziel: Ausbau und Modernisierung der digitalen Infrastruktur in den Schulen.

Burscheid griff dabei auf insgesamt vier Fördertöpfe des Landes zurück: die schon genannte „Gute Schule 2020“, „DigitalPakt NRW“, DigitalPakt Schule „Förderung von dienstlichen Endgeräten für Lehrkräfte“ und „DigitalPakt Schule Sofortausstattung“. Eine Übersicht darüber gab es jetzt für den Schul- und Sozialausschuss.

Gute Schule 2020

Für die drei Grundschulen – Montanusschule, Grundschule Dierath und Ernst-Moritz-Arndt-Schule – gab es aus diesem Topf zusammen knapp 35 900 Euro. Unter anderem wurde damit der Medienentwicklungsplan finanziert (5100 Euro). Die Grundschule Dierath bekam 2019 acht iPads und acht Notebooks inklusive Zubehör, Software und Aufbewahrungsmöglichkeit (rund 7800 Euro) – für ein Projekt, für das die digitale Ausstattung vorab benötigt wurde.

An der Montanusschule wurden 2019 in vier Klassenräumen Netzwerk- und Stromanschlüsse geschaffen (rund 4900 Euro). Einen Auftrag im Volumen von rund 17 930 Euro bekam ein Ingenieursbüro, das sich mit Planung und Ausschreibungsvorbereitung für die Netzwerkinfrastruktur in den Grundschulen beschäftigte.

DigitalPakt NRW

Insgesamt sprangen für Burscheid da rund 233 590 Euro heraus. Und besser noch: Als Ausschreibung und Vergabe der notwendigen Netzinfrastrukturarbeiten erfolgt waren, stellte sich heraus, dass das Ingenieursunternehmen die Kosten höher veranschlagt hatte als sie tatsächlich waren. Weil die wirtschaftlichsten Elektrofachbetriebe dübelten und schraubten, ergab sich zum Investitionsvolumen des Ingenieursbüros eine Differenz von rund 85 000 Euro. Dieses Geld wird nun für weitere iPads, Laptops, Drucker verwandt. Außerdem wurden aus dem Programm Projektoren, Halterungen, iPads zur Steuerung, Lautsprecher und Leinwände finanziert. Das Ziel: Jedes Klassenzimmer soll eine dem entsprechende Präsentationstechnik haben.

DigitalPakt Sofortausstattung

Dieses Fördergeld ermöglichte den Grundschulen den Kauf von 128 Apple iPads, die den Schülerinnen und Schülern ausgeliehen wurden – in Absprache mit den Eltern. Burscheid erhielt aus diesem Topf knapp 40 000 Euro; die iPads schlugen mit Hülle und Gravur mit rund 44 000 Euro zu Buche.

DigitalPakt Lehrkräfte

61 Apple iPads mitsamt Tastatur gab es aus aus dieser Förderung in Höhe von insgesamt 30 000 Euro für die Lehrkräfte.

Grünes Licht gibt es vom Stadtrat: Eltern bekommen ihre Beiträge für die Offene Ganztagsgrundschule teilweise zurück.

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