Burscheid glänzt als Musikstadt mit Tradition

Auf den Spuren der Vergangenheit: Interessierte marschierten mit dem BGV durch die Stadt (links). Im romantischen Ambiente der Lambertsmühle nahm der Kleine Chor Dürscheid die Noten zur Hand (Mitte), während Wolfgang Georg und Dr. Karl Ulrich Voss (von links) eine musikalische Rezitation zur Geschichte der Musicalischen Academie darboten. Georg war ihr langjähriger Leiter.
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Auf den Spuren der Vergangenheit: Interessierte marschierten mit dem BGV durch die Stadt (links). Im romantischen Ambiente der Lambertsmühle nahm der Kleine Chor Dürscheid die Noten zur Hand (Mitte), während Wolfgang Georg und Dr. Karl Ulrich Voss (von links) eine musikalische Rezitation zur Geschichte der Musicalischen Academie darboten. Georg war ihr langjähriger Leiter.

Töne und Klänge: Tag des offenen Denkmals und Expedition Heimat 2.0 sorgten für einen veranstaltungsreichen Sonntag

Von Sabine Naber (Text) und Doro Siewert (Fotos)

Von wunderbaren Klängen, die an historischen Orten zu hören sein werden, schwärmte Bürgermeister Dirk Runge, als er gemeinsam mit Landrat Stephan Santelmann gestern Vormittag in der Stadtbücherei die Expedition Heimat 2.0 eröffnete, die in diesem Jahr unter dem Motto „Musik und Klang in Burscheid“ stand.

Warum Burscheid die Musikstadt im Bergischen Land ist, machte Renate Bergfelder-Weiss vom Kulturbüro in ihrem Vortrag deutlich, als sie die Geschichte der Musikvereine schilderte und auf die bedeutenden Jubiläen einging, die in diesem Jahr gefeiert werden: „1812 gründete Jacob Salentin von Zuccalmaglio mit 22 Burscheider Bürgern die Musicalische Akademie und damit Deutschlands ältestes Laienorchester. Die Chorgemeinschaft Burscheid gibt es seit 180 Jahren, den Orchesterverein Hilgen seit 110 Jahren, und die Musikschule kann in diesem Jahr ihr 50jähriges Jubiläum feiern.“ Bis heute würde der musikalische Nachwuchs in Burscheid besonders gefördert, das Musizieren habe hier eine große Bedeutung.

Eine Kostprobe ihres Könnens zeigten die Musikschülerinnen und Musikschüler in den Räumen der Alten Bahnmeisterei. Antonio Cauda dirigierte das Streichorchester, das durch einige Bläser verstärkt wurde, und vier Stücke aus dem 18. Jahrhundert spielte. So gekonnt, dass die Zuhörenden die Musikerinnen und Musiker nicht ohne eine Zugabe gehen ließen. Hörenswert war auch das kleine Konzert, das die sechs Musiker, die unter der humorvollen Überschrift „Schlagtabletten“ firmieren, draußen unter einem Zeltdach präsentierten. Sie spielten nicht auf klassischen Instrumenten, sondern passten sich der Location Balkantrasse an, indem sie mit Stöcken auf Fahrräder, Lenkstange, Fahrwerk oder Räder schlugen und auf diese Weise großartige Musik performten.

BGV erinnert an die verschwundenen Häuser

„Auf den Spuren von Burscheid“ hieß es am Mittag vor der Stadtbücherei. Sabine Rusch-Witthohn vom Bergischen Geschichtsverein hatte zu einem Stadtrundgang eingeladen. Zunächst zeigte sie Fotos von verschwundenen Häusern im Stadtkern und erinnerte daran, dass Burscheid um 1800 herum wirklich ein Dorf gewesen sei. „Bis in die 1850er Jahre bestand die Gemeinde zu rund 75 Prozent aus einer bäuerlichen Bevölkerung. Neben der Weberei gab es Ackerbau und Viehzucht, aber auch Baum-Höfe.“ Sie erinnerte mit einem Foto an Pastor Johannes Löh, der ab 1802 in Burscheid tätig war. Die Geschichtskennerin nannte ihn einen engagierten Menschen, der viel für die Bildung in Burscheid getan habe. „Er hat Lesevereine, eine Bibliothek, Singvereine und sogar eine Tanzschule gegründet.“ Zu seiner Zeit hätten rund 2900 Einwohner in Burscheid gelebt, zehn Beamte seien im Einsatz gewesen.

Das romantisch anmutende Außengelände der Lambertsmühle hatte sich gestern der „Kleine Chor Dürscheid“ als Aufführungsort gewählt. Bevor die 12 Sänger das Bergische Heimatlied unter dem Blätterdach eines imposanten Baums anstimmten, schilderte Klaus Becker kurz die Historie der deutschen Männergesangvereine. „Der erste deutsche Männerchor ist 1809 in Berlin von Herrn Zelter gegründet worden. Gesungen wurden Volkslieder. Und dafür begeistern auch wir uns heute noch.“

Inzwischen hat der klassische A-Capella-Chor wieder eine Zukunft. „Musik und Spaß – so soll es sein“, ist sich Becker mit seinen Sangesbrüdern einig. Gestern sangen sie Lieder von der Heimat, aber auch Lieder wie „Frisch gesungen“, in dem es heißt: „Nur frisch, nur frisch gesungen, und alles wird wieder gut.“

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Wettbewerb

Dass gestern auch der Tag des offenen Denkmals war, nahm Axel Riemscheid, der Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins (BGV), Abteilung Burscheid, zum Anlass, neun Kinder auszuzeichnen, die auf dem vom BGV verteilten Foto-Suchbild mit vielen Details alle historischen Orte gefunden hatten. Die ersten drei bekamen Geldpreise zwischen 50 und 100 Euro, die sechs anderen eine Eintrittskarte für das Vital-Bad.

Auf den Spuren der Vergangenheit: Interessierte marschierten mit dem BGV durch die Stadt (links). Im romantischen Ambiente der Lambertsmühle nahm der Kleine Chor Dürscheid die Noten zur Hand (Mitte), während Wolfgang Georg und Dr. Karl Ulrich Voss (von links) eine musikalische Rezitation zur Geschichte der Musicalischen Academie darboten. Georg war ihr langjähriger Leiter.

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