Katzen mit Adelstitel

Geballter Charme auf vier leisen Pfoten

Wem schmilzt da nicht das Herz? Der Nachwuchs versteht es, alle mit kindlichem Charme um den Finger zu wickeln.
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Wem schmilzt da nicht das Herz? Der Nachwuchs versteht es, alle mit kindlichem Charme um den Finger zu wickeln.
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In Burscheid züchten Gerda Metz und Astrid Kühn Maine Coons.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Die Lambertsmühle liegt nicht weit entfernt von dem Haus, in dem Gerda Metz und Astrid Kühn mit ihren Ehemännern leben. Die beiden Schwestern wandern gern dort hinüber, genießen Spaziergänge durch den Wald. Als sie überlegten, welcher Name gut zu ihrer Katzenzucht passen würde, stand die Entscheidung schnell fest: Es konnte nur „von der Lambertsmühle“ heißen. „Wir haben dann dort angefragt, ob wir den Namen verwenden und die Lambertsmühle auch auf unsere Homepage stellen dürfen“, erzählt Gerda Metz. Als Antwort gab es ein klares „Ja“ - und seitdem leben im Haus nicht nur die Zweibeiner mit Namen Metz und Kühn, sondern auch Vierbeiner mit Adelstitel. Stolze Maine Coons.

Seit zwölf Jahren züchten Astrid Kühn und Gerda Metz die imposanten Fellnasen, die in Fachkreisen auch als die „sanften Riesen“ tituliert werden. Die beiden Schwestern machen gemeinsame Sache und bilden eine Zuchtgemeinschaft. „Da hat man nicht so viel Papierkrieg“, nennt Gerda Metz einen entscheidenden Vorteil. Denn natürlich muss jede Paarung, jeder Wurf dokumentiert werden, sonst gibt es keinen Stammbaum. Ein Prozedere, über das der Verein Cats Unlimited, dem die Zuchtgemeinschaft angehört, akribisch wacht.

Die derzeit sechs Zuchtkatzen und ein Kater gehören Kühn und Metz zusammen. Aber: Ihre Würfe planen sie getrennt. So laufen im Erdgeschoss die rund zwölf Wochen alten Kitten herum, die zu Gerda Metz gehören. Noch. Denn schon am kommenden Samstag kommen viele künftige Besitzer, um ihren Familienzuwachs abzuholen. Dann wird sich Mama Luna erst einmal richtig erholen.

Ein Stockwerk höher und streng von den anderen erwachsenen Tieren abgeschirmt, residiert Prinzess mit ihrem Nachwuchs. „Das war mal mein Esszimmer“, verrät Astrid Kühn und zeigt auf das liebevoll eingerichtete Spielparadies, in dem sich die sieben winzigen, gerade sechs Wochen alten Kitten austoben dürfen - mit Kratzbäumen, Bällen, Federangeln. Da mit der Schreiberin dieser Zeilen fremder Besuch gekommen ist, sieht Mama Prinzess umgehend nach dem Rechten. Schnuppert kurz. Alles okay? Alles okay. Es gibt noch eine Runde Milch aus Mamas Zitzen, dann fallen dem lebhaft-neugierigen Nachwuchs die Augen zu. Mittagsschlaf. „Für Prinzess ist es der dritte Wurf“, sagt Astrid Kühn. „Sie macht das fantastisch.“

Bei Notfällen steht das Tierarztteam Dr. Jörgens bereit. Nachts und auch am Wochenende. Für Astrid Kühn der ausschlaggebende Punkt, mit ihrem Mann aus Lindlar nach Burscheid umzusiedeln. Neidlos attestiert Gerda Metz der Schwester die noch größere Expertenschaft: „Sie kann nach einer Geburt fühlen, ob noch weitere Kitten drin sind.“ Das kann zu einer Überlebensfrage für das Muttertier werden.

Gruppenfoto mit La Belle: Gerda Metz (links) und ihre Schwester Astrid Kühn bilden eine Katzen-Zuchtgemeinschaft.

„Ich habe mir schon immer eine Maine Coon gewünscht“, blickt Astrid Kühn zurück. „Ihr Wesen und das Erscheinungsbild sind einfach traumhaft.“ Schließlich hätten Mann und Söhne dann vor zwölf Jahren signalisiert: Wir zahlen dir eine. „Zurück kam ich mit zweien“, sagt Kühn trocken. Mit ihrer geliebten Gini, die noch lebt, und Kater Camillo, auf den Kater Kongo folgte. „Mein Herzenskater. Ich habe bis 2021 mit ihm gezüchtet“, sagt Astrid Kühn.

Qualität geht vor Quantität, das ist beiden Schwestern wichtig. Mehr als einen Wurf pro Jahr gibt es in der Zucht von der Lambertsmühle nicht, und somit genug Zeit für jedes Muttertier, wieder zu Kräften zu kommen. Jedes Kitten wird geimpft, untersucht und im wahrsten Sinne des Wortes auf Herz und Nieren geprüft (und auf Erbkrankheiten). Natürlich in der Praxis Am Flügel. Zuchtkater Momo darf auch keine fremden Damen beglücken, damit nichts eingeschleppt wird, und Inzucht ist ein No-go. Der Nachwuchs wächst liebevoll behütet auf, Familienanschluss inklusive. Ein Konzept, das überzeugt: Die Interessenten kommen aus Berlin, Hamburg und der Schweiz. Und meist durch Mund-zu-Mund-Propaganda.

Der Moment des Abschieds sei schwer, gesteht Gerda Metz. „Da fließen bei uns schon mal die Tränen.“ Nicht nur einmal haben sie Kitten schon per Hand aufgezogen, wenn beispielsweise die Katzenmama eine Brustentzündung hatte. Und ebenso selbstverständlich ist es für Astrid Kühn, ihr Bett bei einem trächtigen Muttertier aufzuschlagen, um sofort bei ihr zu sein, wenn es losgeht.

„Ein Leben ohne Katzen können wir uns nicht vorstellen“: Da sind Gerda Metz und Astrid Kühn völlig einig. Bewusst aber wollen sie ihren Bestand klein halten: „Wir wollen den Tieren gerecht werden. Und man hat nur zwei Hände und kann nur zwei Katzen gleichzeitig streicheln.“

Hintergrund

Die Maine-Coon-Katzen, ursprünglich auch Amerikanische Waldkatze genannt, sind anhängliche und freundliche Tiere. Sie sind sehr gesellig und nicht gern allein. Maine Coons sind auch dafür bekannt, viel zu „sprechen“. Sie spielen auch im hohen Alter noch gerne. Die Maine Coon ist eine halblanghaarige und teilweise extrem große Katzenrasse; einzelne Exemplare erreichen enorme Größen von bis zu 1,20 Meter Länge und wiegen bis zu 12 Kilo. Markant sind ihre breiten Ohren mit kleinen Ohrbüscheln, die an einen Luchspinsel erinnern. Das Fell kann alle Färbungen aufweisen.

mainecoonlambertsmühle.de

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