Spargel- und Erdbeerzeit

Der Spargel mag es warm und sandig

Landwirt Christian Conrads vom Gut Nesselrath sitzt mitten im Erdbeerfeld. Die meisten Pflanzen blühen noch weiß, viele tragen aber auch bereits grüne Früchte. Die brauchen jetzt Sonne. Fotos: Stephanie Licciardi
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Landwirt Christian Conrads vom Gut Nesselrath sitzt mitten im Erdbeerfeld. Die meisten Pflanzen blühen noch weiß, viele tragen aber auch bereits grüne Früchte. Die brauchen jetzt Sonne.

Frischer Spargel und selbstgepflückte Erdbeeren sind auch im Jahr Zwei der Corona-Pandemie der Deutschen liebstes „Super Food“.

Von Stephanie Licciardi

Burscheid. Während die zarten weißen Blüten vorsichtig ihre Pracht aus dem Stroh der Sonne entgegen recken, schlummern die zarten Weißstangen noch unter ihrer schützenden Folie. Auf den Feldern stapft Landwirt Christian Conrads entlang der endlos scheinenden Reihen aus schwarzer Folie, hebt diese hier und da an und kontrolliert den Stand des Spargels. „Die sind zur Ernte bereit.“ Auf dem rund 90 000 Quadratmeter großen Gut Nesselrath dreht sich dieser Tage alles um die beliebte Stange.

„Die ideale Erntezeit ist immer um den 20. April“, weiß der erfahrene Landwirt. Sein Team, das jährlich aus insgesamt 15 Personen besteht, hat dann bis zum Johannistag alle Hände voll zu tun. Denn jeden Tag werden Gijnlim und Backlim sowie ihr grüner Vertreter Xenolim geerntet, sortiert und verpackt.

Christian Conrads betreibt das Gut Nesselrath bereits in fünfter Generation. Er könnte sich zu Recht als Spargelexperte bezeichnen, baut er die Delikatesse seit 2017 an.

Spargel ist im Bergischen Land gefragt

Für die Ernte der zwei Weißspargel und dem grünen Xenolim nutzen er und sein Team ein spezielles Schwalbenmesser, das mit etwas Abstand zur leicht zerbrechlichen Stange in der Erde angesetzt wird. „Das leise Knack verrät, dass ich richtig geschnitten habe“, erklärt Conrads. Danach legt er den Spargel in einen metallenen Korb und weiter geht es zum nächsten Köpfchen. Akribisch wird der Stand der Spargelköpfchen, die wenige Zentimeter aus der Erde ragen, geprüft. „Die Spargelpflanze mag es vor allem warm und sandig“, erklärt der Landwirt. „Die ideale Temperatur liegt bei um die 20 Grad, damit der Spargel zwischen sechs bis acht Zentimeter pro Tag wachsen kann.“

Obwohl das Bergische Land und das Umland nicht zu den Hotspots des Anbaus zählen, wächst und gedeiht das Gemüse hier. „Spargel ist und bleibt gefragt“, weiß Conrads. „Die fetten Böden im Bergischen Land und im Rheinland enthalten wichtige Mineralien, die die Wurzel aufnimmt.“

Dennoch seien die Startbedingungen mit Schwierigkeiten verbunden gewesen. Christian Conrads setzt beim Anbau auf Einfallsreichtum und Engagement, um Ergebnisse zu erzielen. Regelmäßige Temperaturmessungen, Bewässerungsarten und Schutzvorrichtungen tüfftelten die Nesselrather aus.

Das leise Knack verrät, dass ich richtig geschnitten habe.

Christian Conrads, Landwirt

Auch den ein oder anderen Gourmettipp verrät der Spargelbauer. „Natürlich ist die klassische Variante mit Sauce Hollandaise und Schinken nach wie vor beliebt. Aber auch Salate, Spargel mit Crushed Potatoes an Rosmarin oder als Grillgemüse sind gefragt.“

Christian Conrads empfiehlt, für ein Barbecue lieber auf Grün- statt auf Bleich- oder Weißspargel zurückzugreifen. „Der Grünspargel eignet sich zum Grillen, da dieser intakt bleibt. Weißspargel ist hingegen besser zum Kochen.“ Spargel sei übrigens nicht nur lecker, sondern helfe auch bei Magen-Darm-Beschwerden, Diabetes, Leberleiden sowie Blasenbeschwerden.

Seit 40 Jahren werden bei Conrads Erdbeeren angebaut

Auf den Feldern nebenan dominiert die weiße Blütenpracht. Hier und da sind einzelne grüne Früchtchen erkennbar, die darauf warten, endlich prall und saftig rot von Freilandpflückern und Fans des Super Foods Erdbeere geerntet zu werden. „Durch die Wetter- und Klimaveränderungen verschiebt sich die Erntezeit von Jahr zu Jahr“, bedauert Conrads.

Macht es „knack“, hat er den Spargel richtig geschnitten.

Und doch freut er sich darauf, wenn Lambada, Dahli, Faith, Elianny und Sonata bald wieder den Besuchern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. „Bis dahin müssen die Beeren aber noch gut gegen den nächtlichen Frost mit Stroh und Fleece geschützt werden“, lacht er.

Seit rund 40 Jahren dreht sich auf Nesselrath alles um die rote Beere. „Ich bin praktisch damit groß geworden“, er-klärt Conrads. „Jede Sorte ist eine kleine Finesse für sich selbst. So wie der Spargel.“

Spargel- und Erdbeerzeit

Spargel: Der Gemüsespargel ist eine Gattung aus über rund 220 bekannten Arten. Verzehrt werden die Jungtriebe. Ursprünglich stammt das Gemüse aus Süd- und Mitteleuropa sowie Nordafrika.

Die Erdbeere: Die kleine rote Frucht gehört zum Sommer wie das Eis zur Sonne. Rund drei Kilogramm Erdbeeren verzehren die Deutschen jedes Jahr pro Kopf.

Gut Nesselrath: Infos zum Gut Nesselrath unter gut-nesselrath.de.

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