Umgestaltung

Das Projekt Alte Ziegelei soll kommen

Die einstige Ziegelei schläft noch einen Dornröschenschlaf, auch wenn die Politiker von Burscheid und Wermelskirchen Pläne schmieden. Foto: Nadja Lehmann
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Die einstige Ziegelei schläft noch einen Dornröschenschlaf, auch wenn die Politiker von Burscheid und Wermelskirchen Pläne schmieden.

Politiker verabschieden ergänzende Maßnahmen zum IEHK und votieren für Förderung im Städteinvestitionsprogramm.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Es ist ein gewaltiges Paket, das Politik und Verwaltung mit dem Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept Burscheid 2025 (IEHK) vor ziemlich genau fünf Jahren geschnürt haben. Es ist nichts weniger als Burscheids Wegweiser in die Zukunft. Erste Maßnahmen sind bereits sichtbar, wie die Umgestaltung der innerstädtischen Achse Hauptstraße: Ihr oberer Abschnitt mitsamt Platz vor der Sparkasse hat bereits ein neues Antlitz erhalten.

Der mittlere Abschnitt folgt jetzt und ist zur Baustelle geworden. Mit in dieses Portfolio gehören die Anbindung des Panoramaradwegs, der Innenstadtpark West (Alter Friedhof), Gartenweg, Kulturbadehaus, das künftige Haus der Kulturen, Verfügungsfonds und Fassadenprogramm. „Dafür wurden rund 14 Millionen Euro beantragt und testiert“, sagte nun im Stadtentwicklungsausschuss Hans-Joachim Hamerla vom Düsseldorfer Büro Hamerla, Gruß-Rinck, Wegmann und Partner, der als Gast gekommen war, um zur Beschlussvorlage zu erläutern und konkretisieren. „Wir bewegen uns auch in diesem Rahmen.“

Entscheidend ist, dass Sie es zusammen machen. Sonst kann das Projekt nicht in dieser Qualität entwickelt werden.

Hans-Joachim Hamerla

Die Politiker gaben in Richtung Stadtrat denn auch einstimmig grünes Licht und verabschiedeten die ergänzenden Maßnahmen für Burscheid und Hilgen, zu denen interaktive Prozesse, Projektsteuerung der gesamten Maßnahme, Kosten- und Finanzierungsverfolgung, Koordination und Öffentlichkeitsarbeit, Fassadenprogramm, Haus der Kulturen (Erstausstattung) und der Wettbewerb Vorplatz/Außenanlagen am Haus der Kulturen und im Park gehören. Sie sollen zur Förderung angemeldet werden und Zuwendungen aus dem Städteinvestitionsprogramm 2022 erhalten – zusätzlich zum testierten Grundförderantrag.

Andere Projekte zeichnen sich schon deutlicher ab: Der Umbau des mittleren Abschnitts der Hauptstraße ist in vollem Gange.

Und es kommt noch mehr dazu. Denn Burscheid hat sich den Blick über den Tellerrand verordnet und dafür außerdem das Interkommunale Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept Burscheid/Wermelskirchen (IKEHK) 2030 aufgelegt. Auch dort wollen Burscheids Politiker für Einzelmaßnahmen Zuwendungen beantragen: Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Umgestaltung des Bahnhofs und der Alten Ziegelei in Hilgen zum „Kreativquartier Alte Ziegelei“, dem Machbarkeitsstudie und Konzept vorausgehen sollen; die Etablierung von Hochschuleinrichtungen (ebenfalls im Kreativquartier oder auf dem Rhombus-Gelände in Wermelskirchen) sowie das „Mobilitätsband Balkantrasse“.

„Es gibt eine grundsätzliche Verkaufsbereitschaft“, gab Hamerla den letzten Stand in Sachen Alte Ziegelei wider. Diese sei durch ein Fachgutachten bewertet worden. „Das Bahnhofsareal haben Burscheid und Wermelskirchen vor rund zwei Jahren gekauft.“ Nun gelte es, durchzurechnen, wie sich Ausgaben und denkbare Einnahmen die Waage halten würden, so Hans-Joachim Hamerla.

Abriss, Altlasten und Aufbereitung müssten dem gegenübergestellt werden, was an Einnahmen zu erwarten wäre: „Wenn die Aufbereitung teurer ist, als das, was herauskommt, wird diese Differenz gefördert“, erklärte Hamerla. Denn sie sei in dem 14-Millionen-Euro-Testat nicht enthalten. Hamerla unterstrich, wie wichtig es sei, gerade bei diesem Projekt gemeinsame Sache zu machen. Denn die Alte Ziegelei liegt in weiten Teilen auf Wermelskirchener Gebiet.

„Es geht aber nicht, dass deshalb Wermelskirchen beispielsweise 80 Prozent trägt, und Burscheid 20 Prozent“, stellte Hamerla klar. „Keiner kann sich die Rosinen rauspicken.“ Man könne möglicherweise den Grunderwerb unterschiedlich staffeln, aber alles müsse in der Gesamtheit wieder paritätisch aufgefangen werden. „Entscheidend ist, dass Sie es zusammen machen. Sonst kann das Projekt Alte Ziegelei nicht in dieser Qualität entwickelt werden“, gab Hamerla den Politikern eindringlich mit auf den Weg.

Die bereits vorliegenden Gutachten (Altlasten, Ökogutachten, Grundstückswertgutachten) hätten verdeutlicht, dass die Aktivierung des Areals mit finanziell vertretbarem Aufwand erfolgen könne: So steht es in der Beschlussvorlage. Geplant sind nun als nächste Schritte Machbarkeitsstudie, Nutzungs-, Kosten-, Finanzierungs- und Trägerkonzept. Dafür wollen Burscheid und Wermelskirchen aus dem Städteinvestitionsprogramm rund 60 000 Euro beantragen.

Ebenfalls im IEHK: das „Mobilitätsband Balkantrasse“. Dahinter verbirgt sich ein Shuttleprojekt, das unter Beibehaltung des Radwegs Wermelskirchen, Hilgen und Burscheid verbinden soll. Das soll im Rahmen der Regionale 2025 umgesetzt werden.

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