Weihnachten 2021

Burscheider freuen sich auf Besinnlichkeit

Weihnachten hat viele schöne Facetten. Davon erzählen heute viele Burscheider. Archivfoto: Uli Preuss
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Weihnachten hat viele schöne Facetten. Davon erzählen heute viele Burscheider. Archivfoto: Uli Preuss

Wir haben bei den Burscheidern nachgefragt, was an Weihnachten wichtig ist und welches Geschenk das schönste war.

Burscheid. Heute ist es soweit: Es ist Weihnachten. Und wir haben das zum Anlass genommen, um vielen Burscheidern zwei Fragen zu stellen: Nämlich die nach dem schönsten Weihnachtsgeschenk, das sie erhalten haben und was bei ihnen zu Weihnachten einfach zwingend dazugehört, damit sich das Gefühl von „Stiller Nacht, heiliger Nacht“, von Kerzenglanz und Weihnachtsglück einstellt.

Klaus Becker (Fraktionsvorsitzender der SPD): Rückblickend stelle ich heute als Opa fest, dass Weihnachten auch schon mal im Sommer stattfinden kann. Als Kind standen, natürlich, die Geschenke im Vordergrund. Mich hat auch immer interessiert, den Weihnachtsmann einmal im Job zu erwischen. Hat nie funktioniert. Bis heute hat der Sauerbraten mit Kartoffelklößen in unserer Familie Tradition. Was meine Großmutter begann, führt meine Frau heute fort, und es schmeckt jedes Jahr toll.

Als Achtjähriger habe ich mir einen Gokart gewünscht, mit Rennnummer vorne und hinten. Liebes Christkind, lieber Weihnachtsmann, bitte, bitte, nur diesen Gokart. Heiligabend bekam ich eine Trix-Express-Eisenbahn, eine Diesellok, mit Waggons. Welche Enttäuschung. Meine Großmutter tröstete mich, vielleicht nächstes Jahr. Am 1. Weihnachtstag kamen immer meine Tante und mein Onkel zu Besuch und brachten mir ein Geschenk mit. Dieses Mal war es ein sehr großer Karton, und beim Auspacken wurde ich fast ohnmächtig, der Gokart, mit Rennnummer. Das schönste Geschenk.

Viele Jahre später wurde mir klar, dass schönste Weihnachtsgeschenk war meine Trix-Express-Eisenbahn gewesen. Die Platte wuchs jedes Jahr, und ich habe mit meinen Opa sehr viele schöne Stunden beim Verlegen der Gleise und dem Ausbau der Landschaft verbracht. Opa und Enkel, ein gutes, ein tolles Team.

Heute habe ich selbst fünf Enkelkinder und das Spielen und Lachen, die vielen gemeinsamen Stunden mit Blödsinnmachen, welcher nur ein Opa machen kann und den schönen Erlebnissen, sind für mich Weihnachten. Als Opa habe ich es geschafft, dass Weihnachten nicht nur vom 24. bis zum 26. Dezember stattfindet, sondern oft auch im Sommer im Herzen ist. Ich wünsche allen Lesern, diese Erfahrung auch machen zu dürfen.

Tilmann Werner (Vorsitzender der Musicalischen Academie): Zum Thema „mein schönstes Weihnachtsgeschenk“ fällt es mir schwer, etwas Endgültiges zu sagen. Nicht weil ich nicht reich beschenkt wurde, sondern gerade deswegen. Wie soll ich Rang 1 vergeben? Ist es das Dinosaurier-Filzstift-Strich-Bild, das meine Enkelin mir beschert hat? Das Stirnband mit meinen Initialen, das mein Frau mir vor Jahren gehäkelt hat und das noch heute meine Ohren vor eisigen Winden schützt? Oder der Gutschein für einen gemeinsamen Familien-Zoo-Besuch, den uns unsere Kinder geschenkt haben und der uns einen glücklichen Tag beschert hat? Das Wesentliche ist die Zuneigung, die sich in den Geschenken ausdrückt und die uns glücklich macht.

Tilmann Werner von der Musicalischen Academie.

Und was gehört zu Weihnachten dazu? Für mich das ganze Programm. Kerzen, Tannenduft, Weihnachtslieder, am besten selbst gesungen oder gespielt. Zusammenkommen im Familienkreis. Ja, auch Weihnachtsgeschenke, etwas verschenken und vielleicht auch etwas geschenkt bekommen. Und denken an und spenden für diejenigen, die sich gerade nicht so weihnachtlich fühlen können. Kontakte pflegen, Grüße verschicken, zu fühlen, dass man nicht allein ist und andere nicht allein zu lassen. Letztendlich, glücklich zu sein über das Wunder, dass es Leben gibt.

Marc Baack (Stadtverwaltung): Mein schönstes Weihnachtsgeschenk war ein BMX-Rad von meinen Eltern. Ich muss ungefähr fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein. Mit dem Fahrrad habe ich so manche Querfeldeinfahrt gemacht, die mir heute im Nachhinein halsbrecherisch vorkommt.

Ein bestimmtes Weihnachtsritual habe ich nicht und ist mir auch nicht wichtig. Ich muss einfach mit meiner Familie losgelöst von der Hektik des Alltags in ruhiger und besinnlicher Atmosphäre zusammen sein.

Dagmar Zimmer (Vorsitzende Burscheider Tafel): Mein schönstes Geschenk war ein Teddy, den ich als ungefähr Dreijährige bekam. Ich habe ihn bis heute; inzwischen hat er kein Fell mehr.

Ich bin glücklich, wenn die Familie zusammenkommt. Meine Kinder, mein Mann – das reicht schon. Der Mittlere lebt in München, so dass wir uns nicht mehr so oft sehen können. Aber wenn wir beim Raclette alle zusammensitzen, ist Weihnachten.

Heinz-Peter Knoop (Kulturverein Burscheid): Das schönste Geschenk waren die leuchtenden Augen meines Sohnes, als er klein war. Seine Freude zu sehen. Heute ist er 53. Am schönsten ist es, wenn die Familie zusammensitzt, bei Kerzenlicht, sich austauscht. Das Essen ist mir dann gar nicht so wichtig.

Caroline Grubba (Tool Factory): Mein schönstes Geschenk war ein Roboterhund. Ich war sieben oder acht und wollte ihn unbedingt haben, um mit ihm Gassi zu gehen. Heute freue ich mich, wenn wir alle um einen Tisch sitzen. Nach polnischer Tradition – meine Eltern kommen aus Breslau – gibt es heute Fisch.

Ann-Kathrin Gusowski (Stadtverwaltung): Mein schönstes Geschenk zu Weihnachten war eine Kinderküche, in der ich noch jahrelang viele Gerichte gezaubert habe. Hier musste meine Familie immer herhalten.

Ann-Kathrin Gusowski von der Stadtverwaltung.

Was sein muss: Heiligabend wird bei uns im Kreise der Familie traditionell mit einer uralt knisternden Schallplatte „eingeläutet“.

Rainer Deppe (Landtagsabgeordneter Rhein-Berg): Das schönste Geschenk war ein Radiorekorder, den ich mir sehr gewünscht hatte. Da habe ich dann selbst Musik aufgenommen, von Udo Jürgens oder Abba. Ich war ungefähr neun oder zehn.

Zu Weihnachten gehören für mich der Gottesdienstbesuch und das Zusammensein mit der Familie.

Michael Baggeler (BfB-Fraktionsvorsitzender): Ich denke, das schönste Weihnachtsgeschenk ist das, das einem spontan auf die Frage danach einfällt. Und mir fällt da die Modelleisenbahn ein, die ich im Alter von sieben oder acht Jahren geschenkt bekommen hatte. Ich erinnere mich, dass ich durchs Schlüsselloch der Wohnzimmertür gespinkst hatte. Ich sah den Weihnachtsbaum (noch mit viel Lametta) und eine Schienenstrangkurve! Meine Mutter ertappte mich dabei und fragte, was ich denn gesehen hätte. Verlegen, aber doch freudig, antwortete ich: „Eine Eisenbahn!“ Meine Mutter erwiderte ganz ernst „Nee, ganz sicher nicht. So was ist viel zu teuer!“ Da war ich doch arg enttäuscht. Hatte ich mich denn so verguckt? Als ich dann zur Bescherung gerufen wurde, strahlte ich wieder. Natürlich war da die Eisenbahn. Mein Vater hatte sie bereits auf einer großen Spanplatte aufgebaut – mit Brücken, Tunnel und Häusern. Ich war glückselig.

Zu Weihnachten gehört für mich unbedingt ganz klassisch der Baum und dass die Familie zusammenkommt. Gerade an Heiligabend gibt es diese besondere friedvolle und freudige Atmosphäre, die für mich durch den Ursprung des Festes begründet ist.

Jens Knipper (Freiwillige Feuerwehr Burscheid): Mein schönstes Weihnachtsgeschenk? Als Kind hätte ich gesagt: Meine Modelleisenbahn, die neueste Spielekonsole oder andere, eher materielle Dinge. Als Kind vollkommen normal. Heute muss ich sagen: Gesundheit, Zusammenhalt und einen sicheren Job. Natürlich freut man sich auch heute noch über Geschenke, keine Frage. Aber gerade jetzt in Zeiten der Pandemie ist Gesundheit das allergrößte Geschenk. Alleine, isoliert und womöglich nach Luft schnappend, um das eigene Leben kämpfend im Krankenhaus liegen? Nein, das möchte ich nicht. Ich bin dankbar und glücklich, dass alle meine Liebsten bislang nicht schwer erkrankt sind und wünsche mir, dass es so bleibt. Wenn ich mich aber für ein Geschenk entscheiden müsste: ein Shirt der Kinder meiner Freundin (beide schon etwas älter) mit der sinngemäßen Aufschrift „Du bist nicht mein Erzeuger, aber Du bist mein Papa“. Das hat mir damals Freudentränen bereitet und wenn ich so daran denke, kommen wieder ein paar. Diese Botschaft, meine Freude über so viel Liebe ist unbezahlbar und materiell nicht zu wiegen.

Wenn man mich fragt, was zu Weihnachten gehört, damit es eben Weihnachten ist: Schön geschmückte Innenstädte, der Duft von Plätzchen und Glühwein, weiße Dächer, die immer gleichen Weihnachtsklassiker im Radio. Ebenso der Einkaufsstress treu dem Motto „Wie, es ist wieder Weihnachten?“ Ich selbst versuche gerade jetzt nicht in Stress zu verfallen. Es ist doch die besinnliche Zeit. Einfach mal fünf gerade sein und alles auf sich wirken lassen. Aber das Allerwichtigste, ohne das ist es kein Weihnachten: der Weihnachtsbaum. Schön klassisch geschmückt mit Kugeln, Lichterkette und selbstgebasteltem Schmuck der Kinder.

Dr. Christoph Florange (Direktor Klinik Wersbach): Für mich ist es an Weihnachten entscheidend, dass man mit den Leuten feiert, die man liebt. Das muss nicht zwingend die Familie sein. Aber eben Menschen, die einem etwas bedeuten.

Mein schönstes Geschenk? Spontan fällt mir meine erste LP ein, die ich bekam, als ich noch in Belgien zur Schule ging: von ABC „The lexicon of love“. Die Musik höre ich immer noch gern.

Richard Kretzer (Bäckerei Kretzer): Das schönste Geschenk: Ich würde sagen, das war die Diesellok meiner Lehmann-Groß-Eisenbahn. Sie beförderte einen Zirkus mit vielen Tieren. Eine Sammlung, die immer größer wurde. Heute steht die Lok auf dem Dachboden, aber vielleicht haben meine Kinder ja mal Freude dran. In meiner Kindheit spielte sich Weihnachten im Esszimmer ab, das sonst wenig benutzt wurde. In einem Geschäftshaushalt ist der 24. Dezember ein Arbeitstag. Das Esszimmer war adventlich geschmückt, aber sonst stand da nichts. Jedes Jahr aufs Neue habe ich gestaunt, wenn am 1. Feiertag die Schiebetür aufging und der Baum, in Silber geschmückt, dastand, wie meine Eltern das geschafft haben. Auch Bescherung gab es erst dann. Und heute ist das Mittagessen um 13 Uhr am 1. Feiertag ganz wichtig. Ich feiere also ganz nach der alten Mode (lacht).

Jelle von Dryander (Kulturverein Burscheid): So viele Weihnachten, so viele Lebensabschnitte schon. Weihnachtsgeschenke – ist das wirklich wichtig? Dann fielen mir drei komplett banal erscheinende Geschenke ein, anhand derer ich im Nachhinein feststellen konnte, wie sie mich doch immer noch begleiten durch mein Leben: Ich war gerade wenige Tage fünf Jahre alt, als ich zum Weihnachtsfest etwas bekam, mit dem ich eigentlich gar nichts anfangen konnte; ein Paar Skier! Irgendwie lernte ich in diesem Winter in Winterberg im Sauerland damit zu hantieren.

Nie werde ich die Kälte und die Eisfüße und -hände in den steifen, von Papa festgeschnürten, kalten Lederschuhen mit dicken Wollsocken und in den ebenfalls wollenen Handschuhen vergessen. Papa und ich auf diesen Brettern draußen in der Natur, das Zusammensein dabei, das Lossausen den Berg herunter, danach das Reinkommen ins Warme, diese geborgene Wohligkeit, die kalten Wangen – das blieb bis zum heutigen Tag. Es folgten das österreichische Niederau, Breul Cervinia auf der italienischen Seite des Matterhorns, Davos, Lenzerheide, das Unterengadin – eine wunderbare Bergwelt, die sich mir alljährlich seit diesen frühen Kindertagen erschloss.

Das gemeinsame Erleben in der Natur lebt alljährlich in unserer Familie fort. Für dieses nachhaltige Geschenk bin ich sehr dankbar. Auch der echte schottische Kilt meiner Oma entwickelte sich zu einem sehr nachhaltigen Geschenk: Ich wuchs schnell und war dünn, diesen so heiß geliebten Rock trug ich, bis ich zehn, zwölf Jahre alt war. Er wuchs einfach mit. Very britisch – es folgte immer wieder ein neuer Kilt in meiner Garderobe, bis heute!

Ein ebenfalls „bleibendes“ Geschenk war der Besuch der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck mit meinen Eltern in Düsseldorf. Da war ich vielleicht neun Jahre alt. Von dem Opernbesuch, der Aufführung beeindruckt, hat sich seit damals meine Begeisterung für Musik, Theater und Kunst entwickeln können. Das Musizieren, gerade das Singen, besonders in der Kirche und im Chor, gehören für mich ohnehin neben dem vorweihnachtlichen Plätzchen backen und dem allmählich wachsenden Lichterzauber in Haus und Garten unbedingt zu Weihnachten dazu, genauso wie die Vorfreude auf das Zusammensein in der ganzen, sonst so verstreuten, engsten Familie.

Katrin Friedel (Pfarrerin der evangelischen Gemeinde): Mein schönstes Weihnachtsgeschenk: Das sind natürlich die Menschen. Letztes Jahr war unsere Familie nicht vollständig, dieses Jahr sind wieder alle da, das ist mein schönstes Geschenk. Aber wenn ich an meine Kindheit denke: Mein schönstes Geschenk war ein Indianerzelt. Da war ich vielleicht so sieben Jahre alt. Das Tipi stand aufgebaut vorm Weihnachtsbaum und hat mich sofort verzaubert. Mit meinem Bruder bin ich raus- und reingekrochen und das Drinnen-Sein war sehr geheimnisvoll.

Pfarrerin Katrin Friedel. Archivfoto: Nadja Lehmann

Was muss zwingend dabei sein, damit Weihnachten ist? Lukas 2. Dort im zweiten Kapitel des Lukasevangeliums steht die Weihnachtsgeschichte, wie sie uns vertraut ist. Eine Geschichte mit Geburt, Dunkelheit und Licht in schlichten Worten. Das muss ich hören.

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