Bundestagswahl 2021

Bundestagswahl - hinter den Kulissen in Burscheid

Im Erdgeschoss des Hauses der Kunst liefen die Fäden bei Holger Wilke, Tina Lamsfuß, Kay-Anne Gräber und Nadine Becker zusammen.Foto: Nadja Lehmann
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Im Erdgeschoss des Hauses der Kunst liefen die Fäden bei Holger Wilke, Tina Lamsfuß, Kay-Anne Gräber und Nadine Becker zusammen.Foto: Nadja Lehmann

Viele Burscheider haben auf die Briefwahl gesetzt. Das Haus der Kunst ist dafür zum Briefwahl-Zentrum geworden. Morgen ist es damit vorbei.

Von Nadja Lehmann

Sonntag, 16 Uhr. Schlagartig wird es hektisch. Die Telefone auf den Schreibtischen bimmeln im Akkord. Es ist der Rundanruf der Burscheider Wahllokale, die melden, wie hoch die Wahlbeteiligung ist. Bereits um 12 Uhr haben Nadine Becker, Kay-Anne Gräber, Tina Lamsfuß und Amtsleiter Holger Wilke den Sachstand abgefragt. „Ganz schön niedrig“, sagt Holger Wilke und guckt konzentriert auf den PC. Nadine Becker sieht ihm über die Schulter und nickt: Eine geringe Beteiligung zeichnet sich im Wahllokal Altenzentrum Schützeneich ab. „Da haben möglicherweise viele Briefwahl beantragt“, sagt Nadine Becker.

Insgesamt 140 Wahlhelfer sind im Einsatz

Dann kehrt wieder Ruhe ein. Die Telefone verstummen. Aber es ist nur die Ruhe vor dem Sturm. „Um 18 Uhr wird es hier richtig losgehen“, weiß Nadine Becker. Zahlen müssen an den Kreis gemeldet und in die städtische Homepage eingepflegt werden, damit alle Interessierten so schnell wie möglich auf dem Laufenden sind. Kleinere und größere Probleme gilt es zwischendurch zu lösen. Ein Briefwähler hat Stimmzettel und Wahlschein nicht in den eigens dafür mitgeschickten roten Umschlag gesteckt, sondern in einen ganz normalen und diesen dann frankiert. Ist der gültig? Ein dazu passender Zurückweisungsgrund ist auf keinem Formular zu finden: „Wir lassen es zu“, entscheidet Holger Wilke.

Bundestagswahl 2021: Die Einzelergebnisse aus 17 Wahllokalen in Burscheid

5433 Wahlscheine hat die Stadt versendet. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 seien es lediglich 3115 gewesen, sagt Nadine Becker.

Im August ist sie gemeinsam mit Kay-Anne Gräber und Tina Lamsfuß in die Räume im Haus der Kunst eingezogen. „Wir haben uns gezielt darauf vorbereitet, dass es mehr Briefwahl geben wird“, sagt sie. Heißt: Das Trio hat die Umschläge gepackt und versendet, die Materialien für die Wahllokale organisiert – bis hin zu den Spuckschutzwänden und Desinfektionsmitteln.

„2017 waren zum selben Zeitpunkt zwölf Prozent mehr in den Wahllokalen gewesen, um ihre Stimme abzugeben“, sagt Nadine Becker. Aber trotz Corona gibt es auch dieses Mal durchaus stark frequentierte Wahllokale. Wie Paffenlöh. Von dort kommt ein Anruf: Man habe nur noch 90 Stimmzettel. „Wird schon reichen“, beruhigt Holger Wilke. Paffenlöhs Erfolg (in Vor-Pandemie-Zeiten): Es gab dort leckeres Essen. „Schnitzel!“, ruft eine Wahlhelferin.

Und auch Dierath gehört zu den Wahllokalen, die mit 47 Prozent gut im Rennen liegen.

Nebenan im Großen Saal sitzen die Briefwahlvorstände. Erst Schlag 18 Uhr dürfen die Stimmzettel gezählt werden – aber das Team rund um die frühere CDU-Ratsfrau Silke Riemscheid sichtet bereits auf Gültigkeit: Ist der Wahlschein unterschrieben? Ist der Umschlag geschlossen? „Ich bin seit 1989 dabei, bei jeder Wahl“, verrät Riemscheid. Erfahrung, die „ihrem“ Team mit Claudine Minton, Jenny Zyball und Anna Hapke zugute kommt. Letztere ist erstmals dabei: „Ich wollte gern mitwirken“, sagt die 20-Jährige, die ein duales Studium bei der Stadt absolviert.

Insgesamt 140 Wahlhelfer sind im Einsatz. Neulinge ebenso wie erfahrene. „Eine gute Mischung“, findet Nadine Becker, für die es auch bereits die dritte Wahl ist. Heute wird sie mit den Kolleginnen die provisorische Wahl-Kommandozentrale aufräumen und auflösen. „Es hat Spaß gemacht“, sagt sie – und denkt gleich weiter: „Nächstes Jahr sind Landtagswahlen. Da suchen wir wieder Wahlhelfer!“

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