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Burscheid besitzt rund 40 Kilometer Reitwege

Der Weg ist eindeutig markiert, Pferd und Reiter sind also ganz vorschriftsmäßig unterwegs. Archivfoto: Roland Keusch
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Der Weg ist eindeutig markiert, Pferd und Reiter sind also ganz vorschriftsmäßig unterwegs.
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Kreis will mit seinem Reitroutennetzkonzept für Sicherheit sorgen – Es ist eingebettet im Strategieprozess.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Reiten ist schon lange nicht mehr ein Sport für gut Betuchte. Im Gegenteil, es finden immer mehr Menschen ihr Glück im Sattel. Wo Reiter sich in Nordrhein-Westfalen mit ihren Pferden bewegen dürfen, wird durch das Landesnaturschutzgesetz geregelt. Das noch recht junge Gesetz hat seinen Vorgänger, das Landschaftsgesetz NRW, im Jahr 2018 abgelöst. In den meisten Wäldern Westfalens dürfen Reiter die sogenannten „Fahrwege“, also befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege, mit ihren Pferden nutzen. Es gibt aber auch abweichende Regeln.

Der Rheinisch-Bergische Kreis ist schon früh in das Thema eingestiegen und hat einen mehrjährigen Planungsprozess vorangetrieben: das Reitroutennetzkonzept. Eine erste Katasterkarte mit Strecken rund um Burscheid stammt aus dem Jahr 2012. Bereits Ende 2009 wurde im Rahmen dieses Prozesses in Overath die Beschilderung von Wegen vorgenommen, die seitdem als Reitrouten in den Pilot-Reitgebieten „Eulenthal“ und „Heckberg“ genutzt werden. Im Februar 2011 wurde das Reitgebiet „Königsforst“ in Bergisch Gladbach und Rösrath vervollständigt und gekennzeichnet. „Die Idee dahinter war, die vielen Reithöfe, die es in Rhein-Berg gibt, miteinander zu verbinden und möglichst Rundwege zu schaffen“, sagt Hannah Weisgerber, Pressesprecherin des Kreises. Mit Blick auf die Karte, auf der diese Wege für den gesamten Kreis eingetragen sind, lautet ihre Bilanz: „Das gelingt nicht immer, aber gerade um Burscheid und Witzhelden sieht es sehr gut aus.“ Dort nämlich, das macht die Karte deutlich, ist quasi ein kreisweites Ballungsgebiet an Reitwegen – im Bereich Kürten oder Odenthal sieht es beispielsweise magerer aus.

Nutzer sollen im Wald auf getrennten Wegen unterwegs sein

„Alle sollen den Wald nutzen können“, nennt Weisgerber den Grundgedanken des Konzepts. Deshalb sollen Fußgänger, Mountainbiker und Reiter auf getrennten Wegen unterwegs sein, um Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen. „Dazu gehört dann natürlich eine dem entsprechende Beschilderung“, sagt Weisgerber. Und dazu gebe es auch regelmäßig Feedback: Wenn ein Schild nicht mehr stehe beispielsweise. „Aber die Leute sind auch sehr dankbar für die Beschilderung.“

Und auch den Reitern können Beschilderung und Karten Sicherheit vermitteln. So sind Gefahrenquellen wie verkehrsreiche Straßen, die den Reitweg kreuzen, mit einem warnenden roten Kringel eingetragen. Eine Besonderheit gibt es auch südlich von Burscheid in Heddinghofen: Dort muss der Reiter absitzen und sein Pferd führen. Eine Hilfe sind die Karten auch für Auswärtige. Denn das Reitroutennetzkonzept ist Teil des Strategieprozesses „Rheinisch-Bergischer Kreis 2020 - Fit für die Zukunft“, in dem die Erstellung eines Freizeitwegenetzwerks vereinbart wurde – nicht zuletzt, um eine touristische Infrastruktur aufzubauen. „Ein komplettes Netz im Kreis aufzubauen, schaffen wir allerdings nicht fleckendeckend“, sagt Weisgerber. „Das geben Besiedlung und Topographie nicht her.“

2018 kam dann eine Gesetzesänderung. Das Landesnaturschutzgesetz interpretierte manches anders als zuvor: „Vieles wurde stärker eingeschränkt“, erklärt Hannah Weisgerber. Doch der Kreis hielt an seinem Konzept fest, das Reitroutennetz behielt seine Gültigkeit. „Aktiv wird es derzeit nicht weiterentwickelt“, sagt die Sprecherin des Kreises. Aber es könne, sollte es notwendig sein, gegebenenfalls auch wieder aufgenommen werden.

Hintergrund

Streckennetz: Insgesamt beinhaltet das Reitroutenkonzept im Rheinisch-Bergischen Kreis rund 380 Kilometer markierte Reitwege. Rund um Burscheid sind es etwa 40 Kilometer. Der Neubau von Wegen war dabei in der Regel nicht vorgesehen, vielmehr wurden bereits bestehende Wege in das Konzept integriert.

Allgemeinverfügung: Wie der Kreis 2017 im Amtsblatt bekannt gab, ist das Reiten im Wald ausschließlich auf den gekennzeichneten Routen des Reitroutennetzkonzeptes des Rheinisch-Bergischen Kreises aus dem Jahr 2012 und darüber hinaus auf allen sonstigen gekennzeichneten Reitwegen gestattet. Wer außerhalb der zulässigen Wege reitet, handelt ordnungswidrig. Das Führen von Pferden ist überall erlaubt.

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