Wahl

93,43 Prozent stimmen für Dirk Runge als neuen Bürgermeister

Der letzte Stimmbezirk hat´s klargemacht: Dirk Runge und Ehefrau Antje (hinten Mitte) jubeln gestern Abend mit Familie, Rathausmitarbeitern und Kommunalpolitikern. Foto: Doro Siewert
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Der letzte Stimmbezirk hat´s klargemacht: Dirk Runge und Ehefrau Antje (hinten Mitte) jubeln gestern Abend mit Familie, Rathausmitarbeitern und Kommunalpolitikern.

Der einzige Kandidat feierte gestern Abend mit Familie, Rathaus-Mitarbeitern und Kommunalpolitikern seinen Sieg.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Burscheid hat einen neuen Bürgermeister: Mit einer Zustimmung von 93,43 Prozent gewinnt der einzige Kandidat Dirk Runge (parteilos) die Wahl. Von 15 389 Wahlberechtigten gingen 3 762 zur Wahl. Damit liegt die Wahlbeteiligung bei 24,45 Prozent. Von den abgegebenen Stimmen waren 64 ungültig. Der Anteil der Nein-Stimmen lag bei 6,5 Prozent.
So war die Stimmung am Sonntag in den Wahllokalen

Während die Ergebnisse von 13 der 14 Stimmbezirke sehr rasch vorlagen, wurde es bei der Briefwahl doch noch spannend: Bis Holger Wilke, Leiter des Wahlamts, die Ergebnisse auf der städtischen Homepage einspeisen konnte, ging es auf halb neun zu. Dann aber brandete großer Jubel im Restaurant „Korfu“ an der Höhestraße auf, in das Runges Familie ebenso gekommen war wie die Vertreter der Fraktionen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Zeitgleich gejubelt wurde aber auch für den 1. FC Köln, der Borussia Dortmund die Stirn bot. „Ich bin FC-Fan“, bekannte denn auch der frisch gebackene Bürgermeister, der in der Domstadt lebt.

Aufgeregt sei er, hatte Dirk Runge zu Beginn des Abends bekannt. Und hatte sich die Unterstützung seiner Familie gesichert: Ehefrau Antje war ebenso dabei wie seine beiden erwachsenen Kinder Annabelle und Julian, wie seine Schwiegermutter und wie sein großer Bruder. „Wir freuen uns alle mit ihm“, verriet Antje Runge. Die Familie habe nicht lange gezögert, ihm ihr Okay für diese neue Aufgabe zu geben. „Ich habe Burscheid inzwischen schon besser kennengelernt“, erzählte Antje Runge, die gebürtige Bonnerin ist.

Das macht Dirk Runge an seinem ersten Tag als Bürgermeister

Schon heute wird Dirk Runge wieder ganz normal an seinem Schreibtisch im Burscheider Rathaus sitzen. Die Arbeit als Verwaltungschef hatte er seit dem Tod des ehemaligen Bürgermeister Stefan Caplan ohnehin übernommen. „Es wird ein fließender Übergang sein“, sagte Runge, der aber die Wahl noch offiziell annehmen muss, bevor er Bürgermeister ist: Das passiert am morgigen Dienstag im Wahlausschuss. Und eine offizielle Vereidigung im Stadtrat wird folgen. Dann ist Dirk Runge offiziell im Amt.
Interview mit Bürgermeister Dirk Runge

Der Erwartungen sind nicht wenige. Mit Sorge blickt Michael Baggeler, Fraktionschef des Bündnisses für Burscheid, auf die Preissteigerungen und damit verbundene Konsequenzen für das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept. „Unser Budget ist gedeckelt. Wir müssen überprüfen, wo wir einsparen können. Es wäre fatal, wenn wir eine zweigeteilte Hauptstraße hätten, auf der ausgerechnet das Geld für den historischen Teil, die Kirchenkurve, nicht langt.“

Es ist eine Sorge, die CDU-Fraktionschef Dr. Hartmut Schepanski teilt. „Die Baukosten laufen uns davon“, bestätigte er. „Der Haushalt darf nicht belastet werden. Wir müssen uns also möglicherweise von Dingen verabschieden.“

In vielen Gesprächen klingt die Erinnerung an Stefan Caplan an

Dirk Runge sei ein anderer Mensch als sein Vorgänger Stefan Caplan: Der Schock über dessen Tod schwingt in vielen Gesprächen noch nach, gerade im „Korfu“, in dem Caplan seine gewonnnen Wahlen feierte. Auch Edelgard Reininghaus, die sein Büro leitete, verhehlt nicht, wie schwer die ersten Wochen waren. Dieses „Anders-Sein“ aber begreifen alle als Chance: Dirk Runge, der Team-Player, der es versteht, andere mitzunehmen. „Da ziehen wir mit ihm im Rathaus an einem Strang“, sagen Reininghaus und Kollegin Renate Bergfelder-Weiss. „Da wird auf uns Politiker aber auch Veränderung zukommen“, betont der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Becker. Viele hätten sich am meinungsstarken und stets exzellent vorbereiteten Caplan orientiert. „Dieses Versteckspiel ist zu Ende. Wir müssen mehr liefern“, sagt Becker.

Noch nie hatte es für eine Bürgermeisterwahl in Burscheid nur einen Kandidaten gegeben, sagen die anwesenden Kommunalpolitiker. Daran habe es auch Kritik gegeben. Doch die Entscheidung, über alle Parteigrenzen hinweg einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen, sei in der Ausnahmesituation nach Caplans Tod richtig gewesen. „Aber es wird die Ausnahme bleiben“, meint Michael Baggeler: „Demokratie braucht Wettbewerb.“

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