Aktion

Bunte Truppe reinigt Sportanlage Im Hagen

Lea, Alara, Anisa und Tuana sind in der 10b. Schon bald naht der Abschluss. Umso mehr genießen sie den Social Day als gemeinsame Aktivität.
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Lea, Alara, Anisa und Tuana sind in der 10b. Schon bald naht der Abschluss. Umso mehr genießen sie den Social Day als gemeinsame Aktivität.
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Social Day mit Gesamtschule, Federal Mogul und Stadtverwaltung.

Von Nadja Lehmann

Der Sportplatz Im Hagen kann sich wieder sehen lassen. Mit dem wohlverdienten Eis in der Hand, das Bürgermeister Dirk Runge spendiert hat, blickt eine bunte Truppe wohlgefällig auf ihr Werk. Die rahmende Hecke ist geschnitten, der Rasen gemäht, die Sprunggrube und die Anlaufstrecke von Unrat und Unkraut befreit. Es ist der sogenannte Social Day, an dem die Johannes-Löh-Gesamtschule, das Burscheider Unternehmen Federal Mogul und die Stadt auf der Sportanlage zusammengefunden haben. Mit etwas Verspätung, wie Bonaventura Chopra verrät, der das Projekt aufseiten der Stadtverwaltung von Anfang an begleitet hat. „Die Idee entstand im Sommer 2019. Dann haben wir ein halbes Jahr geplant. Und dann kam Corona.“

Ab und an in den Schatten, eine Pause einlegen und viel trinken: Das ist Pflicht an dem brütend heißen Freitagvormittag. Aber ansonsten wird ohne Wenn und Aber angepackt, greifen die Schüler zu Rechen und Müllbehälter, kurven stolz mit dem Sitzrasenmäher der Technischen Werke Burscheid ihre Runden („Der Hit“, verrät der Bürgermeister) und zupfen Unkraut. Lehrerin Ulrike Müller hat die 8b und die 10b mitgebracht, und von Federal Mogul sind nicht nur die Azubis, sondern auch die Chefs gekommen: Geschäftsführer Thomas Ebker, Personalleiter Bernd Rommé und Ausbildungsleiter Christian Wolf haben sich in praktische dunkelblaue Tenneco-T-Shirts geworfen, auf denen man den Dreck nicht so sieht, und stehen mit sichtlicher Freude tatkräftig ihren Mann. „Wir hatten unter den Azubis einen hohen Krankenstand“, sagt Ebker. „Deshalb sind wir auch mitgekommen.“

Eine „tolle Sache“ nennt er den Social Day. „In unserem Unternehmen gibt es viele Teambuilding-Events. Und hier können wir gut darstellen, wie prima das funktioniert.“ Zudem fühle man sich als Burscheids größter Arbeitgeber in der Verantwortung der Kommune gegenüber: „Wir zeigen hier Präsenz.“ Und zugleich begegnet man in den Schülern dem ein oder anderen potenziellen Azubi: „Ich habe schon ein paar Gespräche geführt“, berichtet Christian Wolf. Und das keineswegs nur mit Jungs. 14 Azubis zählt der Burscheider Standort, der in Wurfweite der Schule liegt. Im September stoßen fünf Neue dazu.

Viele Federal-Mogul-Azubis waren auf der Löh-Gesamtschule

„Etliche unserer Azubis sind in der Johannes-Löh-Schule gewesen“, sagt Wolf. Unternehmen und Schule sind sich ohnehin seit längerem verbunden, haben eine Kooperation. „Für uns ist das ideal“, sagt Wolf. „Denn auf einer Gesamtschule streben nicht alle automatisch Abitur und Studium an, sondern eine Ausbildung.“ Mancher Schüler blühe in der Ausbildung regelrecht auf: „Wir lernen unsere Bewerber gern im Praktikum kennen. Denn wenn wir sehen, dass jemand arbeiten will, ist uns das wichtiger als die Note auf dem Zeugnis.“ Und die Note nach der Ausbildung habe oftmals im positiven Sinn sehr wenig mit der des Schulabschlusses zu tun. Industriemechaniker, Gießereimechaniker und Maschinen- und Anlagenführer: In diesen technischen Berufen bildet Federal Mogul aus.

Rund um Bürgermeister Dirk Runge (4.v.l.) packen die Mitarbeiter von Federal Mogul, die Schüler und Lehrerin Ulrike Müller (4.v.r.) an

Für Ulrike Müller eine Win-Win-Situation: „Dafür unterrichten wir doch. Damit unsere Schüler gut ins Leben und den Beruf finden.“ „Ihre“ 10b hat sie auf diesem Weg von Anfang an begleitet; nun naht das Ende der Schulzeit. Der Abschied falle ihr schwer, bekennt die Lehrerin offen. Umso mehr genießen Lea, Alara, Anisa und Tuana das gemeinsame Tun: „Es ist cool“, sagen die vier Zehntklässlerinnen. Um die 55 Schülerinnen und Schüler machen mit, harken und mähen, tauschen sich aus.

Bürgermeister Dirk Runge freut sich. Denn der Sportplatz gilt als Problemkind Burscheids. „Hier unten gehört die Fläche der Stadt, weiter oben zur Straße hin der Schule“, sagt er. Und deshalb ist das Areal nicht eingezäunt, was regelmäßig zu Dreckecken und liegengelassenen Flaschen inklusive Glasscherben führt. „Wenn man als Stadt die Fläche sauber haben will, müsste man sie einzäunen. Oder man will den Bürgern anbieten, dass sie das Areal nutzen können. Das ist eine Abwägungsfrage“, sagt Runge. Mülleimer in Trichterform und eine Kehrmaschine für den Hausmeister sollen eine erste Abhilfe schaffen.

Denn endgültig in die Warteschleife geraten ist der Wunschtraum von der großen Umgestaltung des Platzes. Bereits 2021 hatten Politiker und Verwaltung auf eine dementsprechende Förderung gehofft. Doch trotz A-Stempels blieb die Zustimmung der Bezirksregierung aus. Begründung: Das Programm sei überzeichnet. 2022 sollte es dann laut Zusage der Bezirksregierung so weit sein, aber das klappte nicht.

Rund 750 000 Euro hätte es geben sollen, für Neugestaltung und Skateranlage. „Das neue Förderprogramm sieht den Schwerpunkt Energieeinsparung vor“, sagt Runge. Der Architekt bereite trotz ausbleibender Förderung dennoch die Baugenehmigung vor: „Wenn wir die Zusage dann kriegen, sind wir sofort startklar.“

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