Erneuerung

Bürger dürfen bei der Sanierung mitentscheiden

Blick von der Straße Großösinghausen hinein in Am Kreuzweg: Kanalisation und Straßendecke sind nicht mehr tipptopp. Foto: Doro Siewert
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Blick von der Straße Großösinghausen hinein in Am Kreuzweg: Kanalisation und Straßendecke sind nicht mehr tipptopp.
  • VonNadja Lehmann
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Kanalisation und Asphaltdecke: Erneuerung der Straße Am Kreuzweg ist geplant

Burscheid. Ute Hentschel (Grüne) war äußerst angetan: „Das sollten die Leute in Anspruch nehmen. Es ist toll, dass sie mitgestalten können.“ Und auch Horst Buttkus (CDU) nickte dazu zustimmend: „Mal schauen, wofür sich die Bürger entscheiden.“

Gemeint war damit im Stadtentwicklungsausschuss die Straße Am Kreuzweg. Sie soll umgestaltet werden. Fachbereichsleiter Marc Baack machte auf die Dimension dieser Maßnahme aufmerksam: „Die Bürger haben nicht nur die Wahl. Ihre Entscheidung geht weit darüber hinaus. Sie können Details anregen.“ Geplant ist dazu eine Bürgerversammlung. Zuvor liegt aber noch Arbeit vor der Stadtverwaltung. Denn die Kommunalpolitiker beauftragten sie, das Verfahren weiter voranzutreiben, die im Ausschuss vorgelegten Varianten in einer Veranstaltung vor- und zur Disposition zu stellen und anschließend wieder dem Ausschuss zu präsentieren.

Zum Hintergrund: Die Straße Am Kreuzweg liegt in Schlagweite der Bundesautobahn 1 und zweigt von der Straße Großösinghausen ab, um in einem Bogen wieder zu ihr zurückzuführen. Am Kreuzweg erschließt die dortige Wohnbebauung. Aus- und umgebaut werden soll ein Bereich, der rund 220 Meter lang und rund sechs Meter breit ist. Die Straße ist asphaltiert. Gehwege für Fußgänger gibt es jedoch nicht und Einfassungen in Form von Bordsteinen nur teilweise. Anwohner haben meist auch Autos: Die stehen entlang der Straße zwischen den Zu- und Auffahrten. Im Südwesten weitet sich die Straße zu einem Wendehammer auf, an dem auch geparkt wird.

Blickt man unter den Asphalt, besteht auch dort Handlungsbedarf. Die Kanalisation stammt von 1963 und ist mittlerweile so in Mitleidenschaft gezogen, dass eine Sanierung in geschlossener Bauweise nicht mehr möglich sein wird. Die Technischen Werke Burscheid planen deshalb die Sanierung in offener Bauweise. Wenn die Straße schon mal offen ist, kann man auch gleich die Straßendecke richten: So war der Gedankengang der Stadtverwaltung. Im April wurde diesbezüglich das Ingenieurbüro Brechtefeld und Nafe beauftragt, Entwurfsplanung und Kostenschätzung vorzunehmen.

Ingenieurbüro hat zwei Varianten vorgelegt

Das Ingenieurbüro hat mittlerweile zwei Varianten vorgelegt. Der grundlegende Unterschied: Variante I sieht für die Fußgänger einen eigenen Fußweg vor, während Variante II eine Mischverkehrsfläche vorschlägt, auf der alle Platz finden. In Variante I würde Am Kreuzweg zu einer Einbahnstraße werden. Die Straßenbreite von sechs Metern würde dann auf vier Meter Straße, einen Gehweg von 1,50 Meter und ein Schrammbord von 50 Zentimetern aufgeteilt werden. „Ein Zweirichtungsverkehr mit separatem Gehweg ist aufgrund der beengten Verhältnisse nicht möglich“, heißt es in der Beschlussvorlage. Stellplätze sind im Wendehammer angedacht: Dort sieht die Variante I elf Plätze vor.

Genauso wie in Variante II. Damit ist dann aber Schluss mit den Gemeinsamkeiten. Denn in Variante II steht die komplette Straßenverkehrsbreite Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern gleichermaßen zur Verfügung. Diese üppige Breite könnte, so warnt das Ingenieurbüro, zu größerer Geschwindigkeit verleiten. Deshalb sind in dieser Variante verkehrsberuhigende Maßnahmen Bestandteil, wie alternierende Stellplätze mit Grünflächen und Baumscheiben.

Variante I ist mit geschätzten Kosten von rund 237 000 Euro teurer als Variante II mit 206 000 Euro (Pflasterbauweise) oder 217 000 Euro (Asphaltbauweise). Der städtische Eigenanteil bewegt sich somit in einem Spielraum zwischen 61 800 Euro und 71 100 Euro, so die Einschätzung des Ingenieurbüros.

Die restlichen rund 144 200 Euro (günstige Variante) oder 165 900 Euro (teuerste Variante) fördert das Land NRW. Die andere Hälfte wird durch Straßenausbaubeiträge finanziert, heißt: Die Anwohner werden herangezogen. Ihr Votum soll bei der Bürgerversammlung abgefragt werden, zu der zügig eingeladen werden soll. Geht es nach Plan, sollen die von dort stammenden Anregungen dem Stadtentwicklungsausschuss im November präsentiert werden.

Hintergrund

Straßenausbaubeiträge: In Nordrhein-Westfalen gilt für die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen eine Soll-Vorschrift. Das heißt, die Gemeinde kann auf die Erhebung nur in besonders begründeten Ausnahmen verzichten. Seit Anfang 2020 können die Gemeinden beim Land Fördermittel beantragen, die die Beiträge bis auf maximal die Hälfte absenken.

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