Bündnis für Burscheid will verstärkt für den Friedhof werben

Der Friedhof an der Altenberger Straße verändert sich. Das möchte das BfB noch vorantreiben und für die dort angebotenen Bestattungsformen auch mehr werben. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Der Friedhof an der Altenberger Straße verändert sich. Das möchte das BfB noch vorantreiben und für die dort angebotenen Bestattungsformen auch mehr werben. Archivfoto: Nadja Lehmann

Fraktion hat Antrag gestellt, über den der Stadtentwicklungsausschuss befinden wird

Von Nadja Lehmann

Die Bestattungskultur ist in einem Umbruch. Waren früher Sarg, Erdbestattung und Familiengrabstätte gewissermaßen nach dem Tod als unverrückbare Konstanten gesetzt, so sind heutzutage diverse Varianten möglich – vom Baumurnengrab bis zum Bestattungswald, von der Seebestattung bis zur anonymen Stätte. Statt der einst obligatorischen Erdbestattung mit dem entsprechend großem Platzbedarf, wählen Angehörige (oder der Verstorbene hat es so festgelegt) mehr und mehr die Einäscherung. Inzwischen ist jede zweite Beerdigung in Deutschland eine Feuerbestattung.

Das hat auch den Burscheider Friedhof an der Altenberger Straße verändert. Holger Wilke, Leiter des Amts für Bürgerangelegenheiten und Gebäudemanagement, treibt die Entwicklung des knapp fünf Hektar großen Geländes, das sogar über das Tal hinweg nach Geilenbach und Löh hinüberlappt, voran. Wie sich die Anlage positioniert und welche Bestattungsformen möglich sind, soll stärker kommuniziert werden: Das wünscht sich das Bündnis für Burscheid (BfB) und hat zum Stadtentwicklungsausschuss am 11. Februar einen umfassenden Antrag gestellt.

Darin schlägt das BfB die Herausgabe einer Broschüre „Ort des Trauerns und des Lebens“ vor, in der alle Infos zum Bestattungswesen in Burscheid zusammengefasst werden sollen. Es sei nicht mehr selbstverständlich, dass Menschen in dem Ort bestattet werden würden, in dem sie gelebt hätten, merkt das Bündnis an. „Wir müssen aber als Stadt ein Interesse daran haben, dass Burscheiderinnen und Burscheider in Burscheid ihre letzte Ruhe finden – nicht zuletzt hat dies – auch wenn das profan klingt – positive Auswirkungen auf den Gebührenhaushalt. Wir stellen fest, dass die meisten Kommunen solche schriftlichen Informationen vorhalten und damit auch für ihre Friedhöfe werben“, heißt es in dem Antrag.

Fraktion schlägt Bestattungswald und Bestattungsgarten vor

Die BfB-Fraktion schlägt auch das Anlegen eines Bestattungswalds und von Bestattungsgärten vor und begründet dies mit der sinkenden Zahl von klassischen Reihen- und Wahlgräbern. „Dadurch liegen immer mehr Flächen auf dem Friedhof brach. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach alternativen Bestattungsmöglichkeiten – über das Angebot hinaus, das die Stadt derzeit auf ihrem Friedhof bietet“, begründet das BfB. Zudem wünschten sich die Hinterbliebenen verstärkt weitgehende Pflegefreiheit. „Ein Bestattungsgarten würde die Bedeutung des Friedhofs als stadtnahe Erholungsfläche unterstreichen“, heißt es im Antrag.

Alles etwas pflegeleichter machen: Dafür stehen auch die Rasenurnengräber. Dort sind nur eingelassene Steinplatten ohne Blumen und Gestecke erlaubt: Schließlich will das Team der Friedhofsverwaltung dort mähen können, ohne vorher alles per Hand wegräumen zu müssen. Dennoch stellen Angehörige immer wieder Schalen und Gestecke auf, und das BfB möchte nun auch Stelen und Grabsteine zulassen – höchstens 60 Zentimeter hoch.

Und die Fraktion plädiert für die Wiedereröffnung des Nebeneingangs Geilenbach: „Dass er verschlossen ist, sorgt bei vielen Friedhofsbesuchern für Unmut.“

Der Stadtentwicklungsausschuss tagt in öffentlicher Sitzung am Donnerstag, 11. Februar, um 17.30 Uhr im Haus der Kunst, Höhestraße 5.

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