Politik

Bündnis für Burscheid stellt Wahlprogramm vor

Das Programm zur Kommunalwahl am 13. September steht: Bürgermeisterkandidatin Ulrike Hanke und BfB-Fraktionsvorsitzender Michael Baggeler. Foto: Nadja Lehmann
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Das Programm zur Kommunalwahl am 13. September steht: Bürgermeisterkandidatin Ulrike Hanke und BfB-Fraktionsvorsitzender Michael Baggeler.
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Von Stadtentwicklung über Bildung bis zur Sicherheit: BfB positioniert sich.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Das Bündnis für Burscheid (BfB) fühlt sich für den Wahltermin am 13. September gut gerüstet. Die 16 Kandidaten stehen ebenso wie das Wahlprogramm, das von diversen Arbeitskreisen erarbeitet wurde und nun im Entwurf vorliegt. Bestätigen müssen es noch die Mitglieder. „Es war uns wichtig, dass wir keine Luftschlösser bauen, sondern alles von Realismus unterlegt ist“, sagt der Fraktionsvorsitzende Michael Baggeler mit Blick auf das eng bedruckte neunseitige Wahlprogramm, das mit „Zusammen. Für Burscheid. Das Programm 2020.“ betitelt ist. Gemeinsam mit Bürgermeisterkandidatin Ulrike Hanke und dem Ortsvereinsvorsitzenden Volker Höttgen hat Baggeler eingeladen, um die wichtigsten Thesen des Eckpapiers vorzustellen.

Der Innenstadt widmet das BfB im Wahlkampf ein besonderes Augenmerk. „Wie schon 2009 und 2014“, sagt Baggeler. Ob Anbindung Radtrasse an die Hauptstraße, ob Mehrgenerationenpark „Alter Friedhof“, ob Umgestaltung Richartz-Luchtenberg-Park und Haus der Kunst oder der Umgebung des Kulturbadehauses, ob der Bau der Montanus-Arkaden mitsamt dem von vielen herbeigesehnten Drogeriemarkt, ob Umgestaltung der mittleren Hauptstraße und Aufwertung der unteren Hauptstraße, der sogenannten Kirchenkurve: Die Wählervereinigung unterstützt die Projekte, die der Rat im „Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept“ (IEHK) beschlossen hat, ohne Wenn und Aber. „Wir schenken unserem Zentrum zu wenig Aufmerksamkeit. Das haben wir bereits bei unserer Gründung 2009 betont und 2011 unser Initiativpapier dazu verfasst“, sagt Baggeler. Vieles davon sei im IEHK wieder aufgetaucht.

Dieses Zentrum soll, so fordert das BfB, mit Leben gefüllt werden. Mit Festen und Aktionen. Das BfB will dazu einen Feierabendmarkt in der Kirchenkurve etablieren, will das Altstadtfest, das der Verein „Burscheid live“ organisiert, unterstützen; will das Tannenbaufest zu einem bergischen Weihnachtsmarkt ausbauen und will vor allem ein zentrales Musikfest mit Burscheids Orchestern und Chören sowie den Musikschulen auf die Beine stellen. Im erneuten Anlauf wirbt das BfB deshalb für den Namenszusatz „Musikstadt“: Der erste Versuch hatte im Rat keine Mehrheit gefunden.

Hilgen; Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung und Tourismus; Umwelt-, Landschafts- und Denkmalschutz; Bildung; Sport, Kultur und Freizeit; Ehrenamt; Jugend, Senioren und Familien; Integration; Politik, Verwaltung und Energie; Sicherheit: Das sind die Pfeiler, auf denen das Wahlprogramm fußt.

„Wir haben keine Luftschlösser gebaut.“
Michael Baggeler

Das Thema Bildung ist der Bürgermeisterkandidatin besonders wichtig: Ulrike Hanke ist seit 24 Jahren Vorsitzende des Burscheider Trägervereins für die offenen Ganztagsschulen: Sie wirbt für eine multifunktionale Nutzung der Räume in Burscheids Schulen und weist auf die Johannes-Löh-Gesamtschule hin: „Geplant war sie für 100 Kinder. Jetzt sind es 700.“ Nicht nur die Mensa biete deshalb zu wenig Platz, auch könne die Gesamtschule, die einzige weiterführende am Ort, nicht mehr alle Burscheider aufnehmen: „Entgegen den Zusagen vom Träger Landeskirche und Stadt“, sagt Hanke.

Die parteilose 60-Jährige, die in Troisdorf das Sozial- und Wohnungsamt leitet, blickt aber auch kritisch in Richtung Rathaus: „Dort hat man alles so runtergespart, dass viele Leistungen nicht mehr erbracht werden können.“ Hanke spricht sich gegen weiteren Personalabbau aus, überlegt sogar, ob die Stadt nicht wieder die einst ausgelagerte Abfall- und Energieversorgung in die eigene Hand nehmen soll.

„Burscheid hat sich lange unter Wert verkauft. Aber man muss sich positionieren, Wir stehen im Wettbewerb um Menschen und Unternehmen“, sagt Michael Baggeler. Dabei habe Burscheid großes Potenzial, ziehe junge Familien an, zeige sich offen und fähig zur Integration, biete durch viele ehrenamtliche Vereinsangebote Lebensqualität: „Wir wollen Neues wagen, aber Burscheids Charakter bewahren.“

Hintergrund

Das Wahlprogramm ist ab sofort auch online auf der Homepage des BfB zu finden. „Mehr Leben in die Stadt“ zu holen, ist Ansatzpunkt für das Bündnis, das auch für die Positionierung der Stadt als Naherholungsziel wirbt – durch die Ausweisung von Plätzen für Wohnmobile und durch eine stärkere Vernetzung von Gastronomie und Hotellerie. „Hotels sind unter der Woche gut gebucht. Am Wochenende klaffen dagegen noch Lücken“, sagt der Fraktionsvorsitzende Michael Baggeler. Auch der Verkehr spielt eine Rolle – wie eine denkbare Verlegung der Autobahnanschlussstellen in Richtung Linde oder ein ans Rheinland anbindender innovativer Nahverkehr auf der Trasse mit Schwebebahnen.

www.buendnis-burscheid.de

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