BTG nutzt Pandemie für Rundumerneuerung

Vereinsvorsitzender Knut Cromm, Rudolf „Rudi“ Kasper und Marc Kollbach (v.l.) zeigen ein Stück des alten Hallenbodens, der im Foyer der Hugo-Pulvermacher-Halle als eine Art Erinnerung aufgehängt werden soll. Foto: Stephanie Licciardi
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Vereinsvorsitzender Knut Cromm, Rudolf „Rudi“ Kasper und Marc Kollbach (v.l.) zeigen ein Stück des alten Hallenbodens, der im Foyer der Hugo-Pulvermacher-Halle als eine Art Erinnerung aufgehängt werden soll.

Online-Angebote und die Sanierung der Hugo-Pulvermacher-Halle halten den Verein unter Dampf

Von Stephanie Licciardi

Wo sonst laute Musik und fröhliches Stimmengewirr der Sportler erschallen, inspizieren Knut Cromm und Rudi Kasper die ruhige Halle. Ein Baustellengerüst und Filzmatten liegen zum Schutz auf dem neuen Boden, der im frischen Glanz erstrahlt. „Wir hoffen, dass wir die Turnhalle bald wieder nutzen können“, sagt Knut Cromm. Der Vereinsvorsitzende der Burscheider Turngemeinde 1867 e.V. (BTG) und Rudolf „Rudi“ Kasper sind seit rund vier Monaten mit einem Thema beschäftigt: der Sanierung der Hugo-Pulvermacher-Halle.

„Das hat so manche Nachtstunde in Anspruch genommen“, meint Rudi Kaspar. Als früherer Mitarbeiter der Stadtwerke kennt sich der Pensionär mit Elektronik aus. „Während der Bauarbeiten haben wir durch einen Zufall festgestellt, dass nicht nur der Boden, sondern auch die Elektronik marode war“, erzählt Cromm. Manches Kabel sei defekt gewesen und es sei eine Frage der Zeit gewesen, bis es zu einem Kurzschluss gekommen sei.

Die Rundumerneuerung der um 1900 errichten Halle habe so manche Überraschung zutage befördert. „Unter der Betonschicht haben wir noch Überreste einer Sprunggrube gefunden und Halterungen für Reckstangen“, so der Vorsitzende.

„Damit haben es unsere Mitglieder demnächst wärmer.“

Knut Cromm, BTG-Vorsitzender

Am faszinierendsten fanden die Sportler Reste des Bodenbelags von Anno dazumal. „Als Schutz nutzten die Sportler früher Holzschnitzel.“ Nach Abtragung des Bodens wurde zunächst eine neue Schicht aus rund zehn Kubikmeter Beton gegossen und eine Fußbodenheizung installiert. „Damit haben es unsere Mitglieder demnächst wärmer“, lacht Knut Cromm.

Etwa 240 000 Euro investierte der Verein in die Sanierungsarbeiten. „Die waren auch dringend nötig, wie wir im Nachgang festgestellt haben.“ Dass die Umbauarbeiten in die Lockdowns gefallen sei, war ein Segen. „Wenn wir die Halle im normalen Betrieb für Monate hätten schließen müssen, wäre die Aufrechterhaltung des Sportangebotes nicht möglich gewesen.“

Obwohl das Angebot des Vereins auf Eis liegt: Die Online-Kurse sind gefragt. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Breiten- und Leistungssport Marc Kollbach: „Die Nachfrage ist groß, bei Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern.“ Seit einem Jahr bieten die Kursleiter virtuell Yoga, Pilates und Power-Fitness an. Bewegung in Zeiten geschlossener Vereine und Sportanlagen sei wichtiger denn je. Ob zu Hause vor dem Rechner oder draußen an der frischen Luft, die BTGler animieren ihre Mitglieder zur Bewegung.

„Unsere Familien-Rallye haben wir um zwei Wochen verlängert“, so Marc Kollbach weiter. Rund 50 Familien seien bisher auf Entdeckungstour durch Burscheid gegangen, schätzt er. „Die Verlosung findet dann in der kommenden Woche statt.“

In Zeiten rücklaufender Mitgliedsanträge und Kündigungen ist der BTG froh, dass viele Mitglieder dem Verein die Treue halten. „Zum Glück geht es uns nicht so schlecht wie anderen Vereinen“, berichtet der stellvertretende Vorsitzende. „Wir haben einen Mitgliederrückgang von 5,8 Prozent zu verzeichnen. Anders als Vereine, die etwa zehn bis zwölf Prozent ihrer Mitglieder verloren haben.“

Was den Vorsitzenden hingegen Sorge bereitet, ist die Nachfrage nach Schwimmkursen. „Durch die Schließung der Schwimmhallen und damit ausfallender Schwimmkurse wird die Nachfrage für Anfänger durch die Decke gehen“, sind Cromm und Kollbach überzeugt. Bereits vor dem ersten Lockdown im März 2020 gab es Wartelisten für Kurse von bis zu einem Jahr. „Meine Befürchtung ist, dass die Plätze auf einen Anfängerkurs dann etwa zwei Jahre betragen könnten“, sagt Cromm. „Schon jetzt erreichen mich Anfragen, dass das Kind schon sieben Jahre alt sei und endlich mal schwimmen lernen müsse.“

Doch die BTGler sind optimistisch, dass es im Spätsommer wieder weitergeht. „Wir hoffen einfach, dass wir die sanierte Halle bald wieder für unseren Sport nutzen können.“

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