Briefmarke würdigt 100 Jahre Laurel und Hardy

Wolfgang Günther lebt seine Leidenschaft für das Komiker-Duo Stan Laurel und Oliver Hardy seit dem Kindesalter. Fotos: Christian Beier
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Wolfgang Günther lebt seine Leidenschaft für das Komiker-Duo Stan Laurel und Oliver Hardy seit dem Kindesalter. Fotos: Christian Beier

Museumsbetreiber Wolfgang Günther hat das Sammlerstück entworfen

Von Jutta Schreiber-Lenz

Das Filmplakat von „The Lucky Dog“, dem ersten gemeinsamen Film von Stan Laurel und Oliver Hardy von 1921 ist nun als Briefmarke erhältlich: Seit ein paar Tagen bietet Wolfgang Günther die 80-Cent-Marke für sein Laurel & Hardy-Museum in der Nachbarstadt Solingen an, das er seit 2003 im Walder Kotten betreibt. „Sobald wir wieder öffnen dürfen, kann man die Marke im Shop erwerben, einstweilen kann sie aber nur über unsere Website bestellt werden, wir schicken sie dann zu“, sagt er.

„Wir haben da durchaus ein bisschen dran getüftelt.“

Wolfang Günther über die Gestaltung der Briefmarke

Ein bisschen stolz ist er durchaus darauf, dass aus seiner Idee und dem Entwurf aus seiner Feder nun tatsächlich etwas geworden ist. Schließlich sei es exakt 100 Jahre her, dass sich das spätere Erfolgsduo bei den Dreharbeiten zu „The Lucky Dog“ kennenlernte. Die beiden seien unabhängig voneinander für den 20-minütigen Streifen engagiert worden, erzählt Wolfgang Günther. „Dann hat es aber noch mal fünf Jahre gedauert, bis beim nächsten gemeinsamen Film der Gedanke einer Zusammenarbeit entstanden ist“.

1921 hätte also noch niemand geahnt, dass Oliver Hardy und Stan Laurel als Tandem später in zahllosen Filmen für große Heiterkeit mit zum Teil wieherndem Gelächter sorgen würde. Erst recht nicht, dass dieser Erfolg sie zu Filmlegenden machen würde. Viele ältere Solinger und Burscheider erinnern sich zudem an die Vorabendserie an den Freitagen, die in den 70er Jahren lief: Diese Zusammenschnitte aus vielen ihrer Streifen machte das komische Duo als „Dick und Doof“ der damaligen Kindergeneration in Deutschland bekannt.

Wolfgang Günther wollte den Jahrestag ihres ersten gemeinsamen Films gerne gewürdigt wissen. „Hundert Jahre ist doch was“, sagt er. Für ihn lag der Gedanke an eine Briefmarke mit dem Originalplakat für den Film als Motiv nahe. „Sowohl Stan als auch Ollie hatten zuvor ein paar Jahre bereits als Darsteller im damals neu aufkommenden Kunst-Medium ,Film‘ mitgewirkt“, sagt Wolfgang Günther. Hardy wurde von Produzenten aufgrund seiner korpulenten Statur immer wieder als böser Gegenspieler zur guten Hauptfigur besetzt, so auch in „The Lucky Dog“. Beim Durchblättern von Kino-Zeitschriften findet man ein Foto des späteren Stars mit schwarzem Schnauzbart, der optisch nichts von dem später gutmütig-einfältigen Tollpatsch „Ollie“ hat.

Über die Deutsche Post und ihr Online-Angebot „Briefmarken individuell“ konnte Günther seinen Entwurf, den er gemeinsam mit seinem Freund, dem Berliner Grafiker Jürgen Bodemann, optimiert hatte, einreichen. „Wir haben da durchaus ein bisschen dran getüftelt, bis wir mit der Gestaltung zufrieden waren“, berichtet Günther schmunzelnd, der seit dem Beginn des zweiten Lockdowns in seinem Museum keine Besucher mehr empfangen darf und folglich Zeit für so etwas hatte.

Dass er sein Wissen über die beiden Legenden nicht an interessierte Museumsgäste weitergeben kann, fällt ihm schwer. Schließlich gilt ihnen seit seinen Kindertagen seine Leidenschaft und längst hat er sich zu einem wahren Wissenslexikon über deren Vita, ihre Filme und ihr Privatleben entwickelt. „Stan hieß eigentlich Jefferson und war ab 1913 als Darsteller und Sänger in den Staaten in vielen Städten unterwegs“, berichtet er zum Beispiel. „Nicht nur allein, sondern zum Beispiel mit dem Jefferson-Trio. Hardy konnte mit einer wirklich schönen Tenor-Stimme punkten und mixte folglich ebenfalls Bühnendarstellung mit Gesang.“ Für beide war das Novum Film faszinierend. Hardy spielte erstmalig 1915 in einem Streifen mit. Wolfgang Günther freut sich auf die Zeit nach Corona, wenn sich seine urigen, mit jeder Menge Nippes gefüllten Museumsräume wieder für Besucher öffnen dürfen.

Bestellung: Die Briefmarke kann im Internet oder unter Tel. (02 21) 81 61 09 bestellt werden. Sie wird dann zugeschickt.

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